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Rat stimmte für einen neuen Standort der Grundschule Wilnsdorf
Neubau am Höhwäldchen

Der Grundschul-Standort „Vorm Brand“ wird aufgegeben, das entschied am Donnerstag der Rat. Was mit dem Gebäude und der Fläche passieren könnte, ist noch nicht geklärt, wurde aber in den politischen Gremien mitdiskutiert.
  • Der Grundschul-Standort „Vorm Brand“ wird aufgegeben, das entschied am Donnerstag der Rat. Was mit dem Gebäude und der Fläche passieren könnte, ist noch nicht geklärt, wurde aber in den politischen Gremien mitdiskutiert.
  • Foto: Sarah Panthel
  • hochgeladen von Sarah Panthel (Redakteurin)

sp Wilnsdorf. Die Entscheidung ist gefallen: Der Rat der Gemeinde Wilnsdorf stimmte am Donnerstag mehrheitlich (27 Ja-Stimmen, sieben Nein-Stimmen) für den Neubau der Grundschule Wilnsdorf am Standort Höhwäldchen. Zuvor hatte der Schulausschuss, der gemeinsam mit dem Rat tagte, mehrheitlich diese Empfehlung ausgesprochen.

Bereits vor einem Monat und elf Tagen, wie Andreas Weigel (BfW/FDP) betonte, hatten die beiden politischen Gremien über die bauliche Zukunft der Grundschule Wilnsdorf diskutiert. Damals aber hatten sie sich weder für die Variante A (neue Turnhalle und Anbau am Bestandsgebäude, Kosten: 5,3 Mill. Euro) noch für die Variante B (Neubau am Höhwäldchen, Kosten: 11,9 Mill. Euro) aussprechen wollen. Die Fraktionen hatten kritisiert, dass ihnen dafür Informationen fehlten.

sp Wilnsdorf. Die Entscheidung ist gefallen: Der Rat der Gemeinde Wilnsdorf stimmte am Donnerstag mehrheitlich (27 Ja-Stimmen, sieben Nein-Stimmen) für den Neubau der Grundschule Wilnsdorf am Standort Höhwäldchen. Zuvor hatte der Schulausschuss, der gemeinsam mit dem Rat tagte, mehrheitlich diese Empfehlung ausgesprochen.

Bereits vor einem Monat und elf Tagen, wie Andreas Weigel (BfW/FDP) betonte, hatten die beiden politischen Gremien über die bauliche Zukunft der Grundschule Wilnsdorf diskutiert. Damals aber hatten sie sich weder für die Variante A (neue Turnhalle und Anbau am Bestandsgebäude, Kosten: 5,3 Mill. Euro) noch für die Variante B (Neubau am Höhwäldchen, Kosten: 11,9 Mill. Euro) aussprechen wollen. Die Fraktionen hatten kritisiert, dass ihnen dafür Informationen fehlten.

CDU und SPD für den neuen Standort am Höhwäldchen

Die CDU hatte bereits im Oktober zur Variante B tendiert und bekräftigte in der Sitzung noch einmal ihren Standpunkt. Martin Schneider begann seine Stellungnahme mit Textzeilen der Band Höhner „Wenn nicht jetzt, wann dann? Wenn nicht hier, sag mir, wo und wann?“ – denn für ihn und seine Fraktion sei der neue Standort der Grundschule ein Zeichen für Aufbruch. Es liege an der Politik, den Schülern und Lehrern gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Trotzdem bat er die Verwaltung darum, bei der jetzt anstehenden Planung, die Kosten im Blick zu behalten, damit „aus dem Traum kein Alptraum wird“. Außerdem sollten mögliche Synergien zwischen der Grundschule und dem Kindergarten genutzt werden, beispielsweise sei eine gemeinsame Turnhalle sinnvoll. Tillmann Henrich, zuständiger Fachdienstleiter, musste hier enttäuschen: Die Arbeiten für den Kindergarten seien schon sehr weit fortgeschritten, eine gemeinsame Energieversorgung sei zum Beispiel nicht mehr möglich.

Die SPD hatte sich vorab in einer Pressemitteilung für den Neubau der Grundschule ausgesprochen (die SZ berichtete). Michael Plügge verwies auf den enormen Kostenunterschied zwischen Neubau und An- bzw. Umbau. Aber: Die Kosten bei einem Neubau würden scharf kalkuliert, jeder, der schon einmal renoviert habe, wisse, dass es da oft anders komme. Hannes Gieseler sprach davon, dass die Entscheidung nicht einfach sei, „insbesondere, wenn man den Finanzbatzen anschaut. Es geht aber nicht nur ums Geld“. Mit neuen Räumen hätten die Lehrer mehr Möglichkeiten, beispielsweise für die Differenzierung.

Ein Diskussionspunkt war auch der Schülerverkehr und die damit verbundenen möglichen Kosten. Plügge aber glaubte nicht, dass diese bei dem neuen Standort am Höhwäldchen stiegen. Bürgermeisterin Christa Schuppler betonte, dass die Kosten für die Gemeinde selbst nicht höher würden, da alle Schüler sowieso ein Schülerticket hätten.

Grüne, BfW/FDP und WPU kritisierten hohe Kosten für Neubau

Kritik am Neubau kam von den Grünen, der BfW/FDP und der WPU. Annemarie Bender (WPU) sagte in Richtung Martin Schneider: „Mir ist überhaupt nicht nach Karneval zumute, ,wenn nicht jetzt, wann dann?’“, denn die Summe von fast 12 Mill. Euro „ist eine Hypothek, die ich nicht verantworten kann“. Die wolle sie nicht den Kindern und Enkeln der Wilnsdorfer hinterlassen. Später betonte sie, dass, wenn jemand sich für den Verbleib am jetzigen Standort ausspräche, nicht bedeute, dass demjenigen die Kinder weniger wert seien.

Der Sachverhalt sei sehr differenziert zu sehen, hob Andreas Weigel (BfW/FDP) hervor, deshalb könne seine Fraktion auch nicht einheitlich abstimmen. Beide Varianten hätten ihr Für und Wider. Gegen einen Neubau sprächen die hohen Kosten und die langen Bauarbeiten an der Schule, die die täglichen Abläufe störten. Gleichzeitig biete ein Neubau aber auch Chancen und die Entscheidung der Schulkonferenz, die sich dafür ausgesprochen hatte, müsste mitbedacht werden. Die Kredite für den Bau aber müssten die nachfolgenden Generationen tragen. Zudem sei das Gebäude nicht für eine gute Bildung verantwortlich, viel wichtiger seien die Lehrkräfte.

Mehr inhaltlich diskutieren, weniger mit Floskeln – das wollte Ekkehard Blume von den Grünen: „Im Gegensatz zu anderen haben wir uns mehr Gedanken gemacht.“ Insgesamt sieben Gründe führte er an, die bekräftigen sollten, warum der jetzige Standort die bessere Variante sei. Er hob hervor, dass lediglich die Turnhalle abgängig sei und die Substanz des Schulgebäudes keinen Neubau rechtfertige. Außerdem widerspreche dieser der Devise „Die Schule muss im Dorf bleiben“. Der neue Standort sei zu weit abgelegen. Die veranschlagte Investitionssumme für Variante B sei zudem nicht realistisch.

Lehrer erfreut über Entscheidung

So waren es am Ende (nicht immer einheitlich) die Grünen, die Parteiunabhängigen, die Bürger für Wilnsdorf und die Liberalen, die vor allem aufgrund der Kosten, für die Variante A stimmten. Dass die Entscheidung anders ausfiel, freute allerdings die Grundschullehrer, die im Zuschauerraum Platz genommen hatten.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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