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Verwaltung informierte beim Ortsteilforum Gernsdorf
Neue Windkraftanlagen geplant

Der Gernsdorfer Rundwanderweg soll eine "Traumtour" werden.
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sp Gernsdorf. Alles sollte sich an diesem Dienstagabend um Gernsdorf drehen, das betonte auch Ortsvorsteher Jürgen Keller zu Beginn. Rund 50 Bürger folgten der Einladung der Gemeindeverwaltung Wilnsdorf und kamen ins Dorfgemeinschaftshaus, um im Ortsteilforum ins Gespräch zu kommen. Die Verkehrssituation und der Zustand der Straßen waren zwei von vielen Themen, die die Gernsdorfer beschäftigten. Drei Jahre lang war die Ortsdurchfahrt saniert und vergangenes Jahr fertiggestellt worden. Ziel war es dabei auch, die Fahrzeuge mit verkehrsberuhigenden Maßnahmen zu bremsen. Das sei nur mäßig gelungen, merkten die Anwohner an. Eine Verbesserung sei bei Lkw eingetreten, kleine Autos aber könnten immer noch mit hoher Geschwindigkeit weiter durch den Ort fahren.

sp Gernsdorf. Alles sollte sich an diesem Dienstagabend um Gernsdorf drehen, das betonte auch Ortsvorsteher Jürgen Keller zu Beginn. Rund 50 Bürger folgten der Einladung der Gemeindeverwaltung Wilnsdorf und kamen ins Dorfgemeinschaftshaus, um im Ortsteilforum ins Gespräch zu kommen. Die Verkehrssituation und der Zustand der Straßen waren zwei von vielen Themen, die die Gernsdorfer beschäftigten. Drei Jahre lang war die Ortsdurchfahrt saniert und vergangenes Jahr fertiggestellt worden. Ziel war es dabei auch, die Fahrzeuge mit verkehrsberuhigenden Maßnahmen zu bremsen. Das sei nur mäßig gelungen, merkten die Anwohner an. Eine Verbesserung sei bei Lkw eingetreten, kleine Autos aber könnten immer noch mit hoher Geschwindigkeit weiter durch den Ort fahren. „Verkehrsberuhigend sind nur die parkenden Autos“, bemerkte ein Gernsdorfer. Gefährlich würde es auch für Fußgänger, da viele Fahrzeuge bei hohen Geschwindigkeiten über die Fahrbahngrenze führen.

Kritik wurde auch daran geübt, dass bereits nach drei Jahren die Mittelstreifen nicht mehr richtig sichtbar seien und dass die Marburger Straße nur schlecht einsehbar sei von anderen Straßen, z. B. von der Sankt-Johann-Straße. Hier habe es einen Spiegel gegeben, der entfernt worden sei, äußerte ein Bürger. Wilnsdorfs Bürgermeisterin Christa Schuppler sagte, dass sie die genannten Punkte an die entsprechenden Stellen weitergeben wolle. Größere Baumaßnahmen an Straßen seien für das kommende Jahr nicht geplant, teilte der Fachbereichsleiter für Bauen, Wohnen und Umwelt, Martin Klöckner, mit. Der Ausbau von Straßen werde nächstes Jahr planerisch vorbereitet. Wenn es soweit sei, würden die Anwohner informiert.

Flächennutzungsplan müsste angepasst werden

Das Stichwort Windkraft brachte ein Gernsdorfer ein, der wissen wollte, wie „der Stand der Dinge ist“. Schuppler dazu: „Die Planung ist in Gange.“ Vergangene Woche habe es ein Gespräch über neue Anlagen mit einem Investor und allen Beteiligten gegeben. Klöckner führte weiter aus: Zurzeit gebe es eine Zone auf der Kalteiche mit drei Anlagen. „Die Zone ist voll ausgenutzt.“ Der Wilnsdorfer Rat habe beschlossen, weitere Möglichkeiten für Windkraftanlagen zu prüfen und das Gemeindegebiet auf geeignete Flächen zu untersuchen. Ein Investor, der bereits den Windpark hinter der Landesgrenze (Dillbrecht) betreibe, habe angedacht, drei Anlagen auf der Tiefenrother/Gernsbacher Höhe zu bauen. Diese Fläche auf der Gemarkung Rudersdorf/Gernsdorf ist im Flächennutzungsplan allerdings nicht für diesen Zweck ausgewiesen. Die Gemeinde müsse den Plan also noch besprechen. Bereits durchgeführt worden seien umfangreiche Artenschutzuntersuchungen.

Zur Wahl des Standortes ergänzte Klöckner: „Der Wald ist an sich nicht in Anspruch zu nehmen, aber andere Möglichkeiten hat Wilnsdorf nicht.“ Laubwald sei ein hartes Ausschlusskriterium für die Errichtung eines Windparks, in einem Nadelwald sei das eher möglich. Zur Frage nach dem Abstand zu Wohngebieten erläuterte der Fachbereichsleiter, dass es keine verbindlichen Angaben gebe. „1500 Meter Abstand sollen gehalten werden – soweit räumlich möglich.“ Der Investor müsse aber nachweisen, dass der Emissionsschutz eingehalten werde. Der geplante Standort liege etwa 1200 Meter vom Wohngebiet entfernt. Die Frage, wann mit dem Bau der Anlagen begonnen werden kann, konnte Klöckner noch nicht beantworten. Der Investor habe aber bereits viele Prüfaufträge mitbekommen.

"Schleawäch" soll Qualitätswanderweg werden

Die Tiefenrother Höhe wurde ein weiteres Mal Gegenstand der Gespräche. Schuppler sprach vom Gernsdorfer Rundwanderweg, der ein Qualitätsweg aus der Reihe „Traumtour“ werden soll. Dieser Weg solle das Interesse der Einheimischen und Touristen wecken. Zudem führt der Weg ein Stück am Rothaarsteig entlang. „Das ist immer schön, wenn man den Begriff Rothaarsteig einbringen kann“, so die Bürgermeisterin. Für den Weg wird derzeit noch ein neuer Name gesucht. „Kurz und knackig“ soll er sein, so die Verwaltungschefin weiter. Eine erste Idee gab es schon und die soll in Verbindung mit Schlehen stehen. Auf Siegerländer Platt könne die Runde „Schleawäch“ heißen – über die Schreibweise war man sich noch nicht sicher. Schuppler: „Die Idee ist gut, da können die Gernsdorfer auch direkt was mit anfangen.“

Die Bürgermeisterin hatte zu Beginn der Veranstaltung größere Projekte angesprochen, die bereits abgeschlossen wurden oder noch geplant sind. Das Dorfgemeinschaftshaus habe beispielsweise eine neue Küche und neue Vorhänge bekommen. Ein neues Stuhllager ist zurzeit in Planung (die SZ berichtete). Auf der Agenda der Gemeinde steht auch der gegenüberliegende Dorfplatz, auf dem in erster Linie Autos parken und zum Ärger der Bürger häufig Busse wenden, obwohl das ein paar Meter weiter am Kreisel geschehen soll. Der Dorfplatz soll im nächsten Jahr in Angriff genommen werden, erklärte Schuppler. Sie wolle dann auf die Gernsdorfer zukommen, aber noch gebe es keine Pläne. Außerdem prüfe die Gemeinde immer, ob bei Projekten auf Fördertöpfe zugegriffen werden kann. Keller und Schuppler waren sich einig, dass es sinnvoll sei, wenn der Dorfplatz dennoch weiterhin als Parkplatz genutzt werden könnte. Spätestens 2020 sind die Gernsdorfer also wieder gefragt, sich in ihrem Ort einzubringen.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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