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Zukunftswerte Wasserorte
Neues Freizeitangebot in der Natur

Dicke Basaltbrocken definieren den Lauf des Wetterbachs oberhalb von Oberdresselndorf. Das Gewässer ist Lebensraum für zahlreiche Tierarten.
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  • Dicke Basaltbrocken definieren den Lauf des Wetterbachs oberhalb von Oberdresselndorf. Das Gewässer ist Lebensraum für zahlreiche Tierarten.
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tip Burbach/Neunkirchen/Wilnsdorf. Kleine Quellbäche, große Fließgewässer: Auf über 200 Kilometern schlängelt sich das Wasser durch Burbach, Neunkirchen und Wilnsdorf. An zehn Standorten kann man es ab sofort auf eine besondere Art und Weise, entweder zu Fuß oder mit dem Rad, erleben: „ZukunftsWERTE Wasserorte” nennt sich ein Freizeit-Angebot, welches im Rahmen eines LEADER-Projektes verwirklicht worden ist. Je drei Standorte befinden sich in Burbach und Neunkirchen, vier auf Wilnsdorfer Gemeindegebiet. Am Dienstag haben sich die Verantwortlichen ein Bild davon gemacht, die SZ war exklusiv dabei.
"Wasser hat die Industriegeschichte geprägt"Mit der Kraft des Wassers lässt sich viel bewegen – das wissen Neunkirchener schon lange.

tip Burbach/Neunkirchen/Wilnsdorf. Kleine Quellbäche, große Fließgewässer: Auf über 200 Kilometern schlängelt sich das Wasser durch Burbach, Neunkirchen und Wilnsdorf. An zehn Standorten kann man es ab sofort auf eine besondere Art und Weise, entweder zu Fuß oder mit dem Rad, erleben: „ZukunftsWERTE Wasserorte” nennt sich ein Freizeit-Angebot, welches im Rahmen eines LEADER-Projektes verwirklicht worden ist. Je drei Standorte befinden sich in Burbach und Neunkirchen, vier auf Wilnsdorfer Gemeindegebiet. Am Dienstag haben sich die Verantwortlichen ein Bild davon gemacht, die SZ war exklusiv dabei.

"Wasser hat die Industriegeschichte geprägt"

Mit der Kraft des Wassers lässt sich viel bewegen – das wissen Neunkirchener schon lange. Schon früh hat man die Heller genutzt, um Mühlen zu betreiben. „Das Wasser hat damit die Industriegeschichte geprägt”, sagt Neunkirchens Bürgermeister Bernhard Baumann. So auch am „Sauers Wehr”, unweit des Rathauses. 500 Meter weiter flussabwärts steht Sauers Mühle, die 1416 entstand. Ab 1963 wurde in ihr Gummi gemahlen. Noch heute ist sie aktiv: In ihr wird eine kleine Turbine zur Stromerzeugung betrieben.

Ulrich Krumm, der 2014 Ideengeber des Projektes war und Ersteller der wasserbaulichen Inhalte ist: „An der Heller kann man ein komplexes und faszinierendes Wasserzuleitungssystem beobachten. In engen Gräben fließt das Wasser mit gutem Gefälle zu den Mühlen. Mit Hilfe der Wehre staute man den Fluss auf. Die Wassermenge ist regulierbar. Es sind wahre Meisterwerke der Ingenieurskunst.”

Artenvielfalt im "Naturschatz"

Weiter geht es nach Burbach. Kurz vor der Grenze nach Liebenscheid, am Rande Oberdresselndorfs, werden Weierbach und Winterbach zum Wetterbach. Es ist ein einmaliger Wasserort. Dicke Basaltblöcke prägen den Bachlauf. „Ein echter Naturschatz”, findet Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers. Denn den „Grenzgänger” zeichnet vor allem seine Artenvielfalt aus. Bachforellen, Groppen und sogar Bachneunaugen lassen sich beobachten. Auch außerhalb des Wassers gibt es viel zu entdecken.

Sahen sich am Wasserort „Wassermühle Niederdielfen“ um: Bürgermeister Hannes Gieseler, Stefanie Wiegel (Referat Tourismus, Wilnsdorf), Roswitha Still (Vorsitzende Regionalverein LEADER), Landschaftsarchitektin Doris Herrmann und Regionalmanagerin Stefanie Schmidt (v. l.).
  • Sahen sich am Wasserort „Wassermühle Niederdielfen“ um: Bürgermeister Hannes Gieseler, Stefanie Wiegel (Referat Tourismus, Wilnsdorf), Roswitha Still (Vorsitzende Regionalverein LEADER), Landschaftsarchitektin Doris Herrmann und Regionalmanagerin Stefanie Schmidt (v. l.).
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Die Blauflügel-Prachtlibelle, beispielsweise. Der Eisvogel ist hier ebenfalls zu Hause. „Auch der blauschillernde Feuerfalter, eine in Deutschland nur noch selten vorkommende Schmetterlingsart, wurde hier gesichtet”, erläutert Ulrich Krumm.

Informative Stelen stehen bereit

An allen zehn Wasserorten halten aus Eichenholz gestaltete Stelen Informationen dieser Art bereit. „Wir schaffen so einen Zugang, um anschließend selbst auf Entdeckungstour zu gehen”, so Ewers.
In Wilnsdorf wird es mystisch. Mit „Spuk und Teufelswerk” ist die Station an der Niederdielfener Wassermühle überschrieben. „Der Müller galt im 18. Jahrhundert ein bisschen als Außenseiter”, berichtet die für das Projekt ausführende Landschaftsarchitektin Doris Herrmann. „Im wahrsten Sinne des Wortes lebten sie ja meist irgendwo am Rande der Orte.”

An allen zehn Wasserorten stehen Info-Säulen.

Die Kraft und Fortschrittlichkeit der Mühltechnik war nicht allen Menschen geheuer. Knarzende Wasserräder, dröhnende Mahlwerke und laute Explosionen, wenn der Mehlstaub hochging. „Hier spukt es”, haben sich etliche Bewohner Dielfens wohl zugeflüstert. Und doch war der Müller ein gefragter Mann. Denn die sechs Mühlen entlang der Weiß sorgten für Getreide oder kamen als Sägewerke zum Einsatz.

"Mammutprojekt" beginnt bald

Die Niederdielfener Wassermühle, errichtet um 1729, ist ein besonderes Gebäude: Sie ist eine oberschlächtige Mühle. Bei ihr strömt das Wasser von oben auf das Mühlrad. Für Wilnsdorfs Bürgermeister Hannes Gieseler sind die vier Wilnsdorfer Wasserorte ein touristisches Puzzleteil, das in den kommenden Monaten naturnah ergänzt werden soll. Dann geht es an das Mammutprojekt „Renaturierung der Weiß”. „Noch in diesem Sommer wird es damit losgehen”, sagt Gieseler.

"Den Wert der natürlichen Fließgewässer ins Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen und erlebbar zu machen, das ist die Idee hinter dem LEADER-Projekt."
Roswitha Still
Vorsitzende des Vereins LEADER-Region 3-Ländereck

„Den Wert der natürlichen Fließgewässer ins Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen und erlebbar zu machen, das ist die Idee hinter dem LEADER-Projekt. Die ZukunftsWERTEN Wasserorte sind ein lohnenswertes, naturnahes Freizeit- und Aktivangebot im Südsiegerland, gerade, aber nicht nur, in diesen besonderen Zeiten“, so Roswitha Still, Vorsitzende des Regionalvereins LEADER-Region 3-Länder-Eck, der Träger des Projektes ist. 100 000 Euro hat das Projekt gekostet. 65 000 Euro wurden durch LEADER-Mittel finanziert, den Rest haben die drei beteiligten Kommunen getragen.

Autor:

Tim Plachner

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