Zurzeit leben 327 Geflüchtete in der Gemeinde Wilnsdorf
Noch Kapazitäten für weitere Aufnahmen

sp Wilnsdorf. Das Integrationskonzept der Gemeinde Wilnsdorf war im Februar vergangenen Jahres beschlossen worden. Im November 2018 folgte der erste Bericht. Jetzt informierte Manuela Diezemann, Fachdienstleiterin für Soziales und Kultur, den Ausschuss für Familie und Soziales erneut über den aktuellen Sachstand.

Das Konzept, das für die in der Kommune lebenden Geflüchteten entwickelt wurde, solle dynamisch bleiben, betonte Diezemann. Man müsse immer auf die Bedarfe der Menschen eingehen, beispielsweise darauf achten, wie viele Kinder Hilfe bräuchten.

Vorab nannte die Fachdienstleiterin die aktuellen Zahlen: 327 Geflüchtete leben derzeit in der Gemeinde Wilnsdorf, darunter sind 206 Anerkannte, 42 Geduldete (vorübergehende Aussetzung der Abschiebung), 78 Personen mit Gestattung (laufendes Asylverfahren). Diezemann musste zugeben, dass das mit dem „Status recht kompliziert“ ist. Von der Gesamtzahl der Geflüchteten leben 209 in einer eigenen Wohnung und 118 Personen in gemeindeeigenen Unterkünften.

„Die Maximalauslastung ist nicht erreicht. Kapazitäten für weitere Aufnahmen sind noch vorhanden“, erklärte die Mitarbeiterin der Verwaltung. Denn die Erfüllungsquote nach dem Asylbewerberleistungsgesetz liegt in der Kommune bei 92,44 Prozent, demnach könnten weitere sieben Menschen aufgenommen werden. Bei der Erfüllungsquote nach Wohnsitzauflagen von 60,77 Prozent wäre eine Aufnahme von 109 Personen denkbar. Die meisten Geflüchteten sind in gemeindeeigenen Unterkünften in Anzhausen (32), Wilden (28) und Dielfen (22) untergekommen.

2015 kamen 422 Asylbewerber in die Kommune

Die Entwicklung der Zuweisungszahlen von Asylbewerbern von 2015 bis zu diesem Jahr legte Diezemann ebenfalls vor. 2015 habe es mit 422 die absolute Hochzahl gegeben. Danach folgten Zahlen im zweistelligen Bereich. Bei Erstellung der Statistik für dieses Jahr lag die Zahl der Zuweisungen bei 20 (Stand: 31. Oktober).

Auch einen Eindruck davon, woher die Menschen kommen, wollte die Fachdienstleiterin geben. Die meisten zugewiesenen Personen kommen aus dem Kosovo (20). Diese Menschen seien mit anderen Flüchtlingswellen gekommen und nicht 2015, erklärte Diezemann. Es folgen Aserbaidschan (17) und Guinea (14). Die der Gemeinde zugewiesenen Menschen (Personen mit einer Gestattung bzw. Duldung) stammen aus 19 unterschiedlichen Herkunftsländern.

Themenfelder des Integrationskonzepts

Um die Geflüchteten in die Gemeinde zu integrieren, wurde das genannte Konzept aufgestellt. Elf Themenfelder daraus stellte Manuela Diezemann vor. Darunter die frühkindliche und schulische Bildung sowie die Integration durch Sport. Jungen falle es oft leichter, Kontakte zu knüpfen und nach außen zu gehen, für Mädchen sei das, auch kulturell bedingt, eher schwieriger, erklärte Diezemann. In etlichen Themenfeldern werden Projekte angeboten. Vieles geschieht in Zusammenarbeit mit Schulen und anderen Institutionen, aber vor allem auch mit Ehrenamtlern.

Angeboten würden u. a. „Hilfe zur Selbsthilfe“, Sprachkurse und soziale Beratung. Es gebe auch Seniorenarbeit, aber hier liege kein Schwerpunkt, weil die meisten der Geflüchteten jünger als 60 Jahre seien, sagte Diezemann.

Sie berichtete auch, dass sich die Arbeit verändert habe. Viele der Geflüchteten hätten psychische Probleme, oft Heimweh, und sie vermissten die Familienmitglieder, die in anderen Ländern lebten. Positive Erfahrungen habe sie mit den geflüchteten Kindern gemacht. Sie lernten die Sprache und integrierten sich sehr schnell. Einige schafften es, von der Hauptschule auf das Gymnasium zu wechseln.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

7 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Tablet-Aktion der Siegener Zeitung
SZ-Abo abschließen und Tablet sichern

Mit einem Abo der Siegener Zeitung kommen Sie jetzt gleichzeitig auch an ein Tablet Ihrer Wahl. Immer und überall informiert mit dem E-Paper... lesen, wo ich will; ... über die Suchfunktion schnell finden, was mich interessiert; ... gleicher Inhalt in praktischer Form; ... mit Zoomfunktion. Jetzt exklusiv: die Tablet-Bundle-Aktion  Beinahe geschenkt: Erhalten Sie kostengünstig ein Tablet Ihrer Wahl bei Abschluss eines Abos der Siegener Zeitung. Möchten Sie Ihr neues Tablet gleich zum Lesen...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen