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Eltern dürfen Zeugnisse einsehen
Noten sind nicht verhandelbar

Unterschreiben sollen Eltern die Zeugnisse ihrer Sprösslinge, "Nachverhandlungen" über Noten aber sind ausgeschlossen.
  • Unterschreiben sollen Eltern die Zeugnisse ihrer Sprösslinge, "Nachverhandlungen" über Noten aber sind ausgeschlossen.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sos Niederdielfen. Wenn der letzte Schultag vor den Sommerferien vor der Tür steht, freuen sich die Grundschulkinder üblicherweise auf die kommenden Freibadbesuche ohne Hausaufgaben im Nacken oder eine Reise ans Meer. Vorher aber, da führt kein Weg dran vorbei, wollen die Eltern noch das Zeugnis sehen. Wie hat der Sohn in Mathematik abgeschnitten? Wo gibt es bei der Tochter Verbesserungsmöglichkeiten im Bereich Sachunterricht? Das große Zittern aber, das es früher hier und da gegeben haben mag, bleibt häufig aus. Denn wenn die Kinder ihr Zeugnis am Freitag offiziell übergeben bekommen, kennen sie und ihre Eltern die Noten und Bemerkungen längst. Zumindest an einigen Grundschulen wurden gestern nämlich schon Kopien der Dokumente verteilt.

sos Niederdielfen. Wenn der letzte Schultag vor den Sommerferien vor der Tür steht, freuen sich die Grundschulkinder üblicherweise auf die kommenden Freibadbesuche ohne Hausaufgaben im Nacken oder eine Reise ans Meer. Vorher aber, da führt kein Weg dran vorbei, wollen die Eltern noch das Zeugnis sehen. Wie hat der Sohn in Mathematik abgeschnitten? Wo gibt es bei der Tochter Verbesserungsmöglichkeiten im Bereich Sachunterricht? Das große Zittern aber, das es früher hier und da gegeben haben mag, bleibt häufig aus. Denn wenn die Kinder ihr Zeugnis am Freitag offiziell übergeben bekommen, kennen sie und ihre Eltern die Noten und Bemerkungen längst. Zumindest an einigen Grundschulen wurden gestern nämlich schon Kopien der Dokumente verteilt.

"Bemerkungen oder Noten werden nicht diskutiert"

Die Erfahrung habe gezeigt, dass es ab und zu doch Nachfragen gebe, berichtet Anke Höfer. Als sie vor neun Jahren die Leitung der Grundschule Dielfen übernahm habe, habe man diese Vorgehensweise eingeführt. So solle gewährleistet werden, dass Eltern vor den langen Ferien zumindest die Möglichkeit haben, sich das Zeugnis erklären zu lassen. Eines sei aber klar: „Die Bemerkungen oder Noten werden nicht diskutiert“, betont die Schulleiterin.
Vielmehr gehe es darum, Verständnisfragen zu klären, beispielsweise weil in den ersten zwei Klassen in der Regel noch keine Noten vergeben, sondern Texte über die Schüler verfasst werden. So ein Klassiker wie „Christoph war stets bemüht“ kann eben so oder so interpretiert werden. Gestern und heute fänden deswegen Bedarfselternsprechtage mit den Klassenleitungen statt. Die Eltern, die das Angebot annehmen, seien nicht zu kategorisieren, erklärt die Schulleiterin. So könne man beispielsweise nicht davon ausgehen, dass Eltern mit Migrationshintergrund wegen möglicher sprachlicher Hürden mehr Gesprächsbedarf haben als andere. „Gerade hier im ländlichen Bereich haben die Familien immer jemanden, der übersetzt“, freut sich Anke Höfer über den Zusammenhalt.

Zeugnisse müssen unterschrieben werden

„Eigentlich gibt es aber keine Überraschungen in den Zeugnissen“, weist Anke Höfer auf die zwei festen Sprechtage im Jahr hin, in deren Rahmen bereits viel besprochen werde. „Und wenn es wirklich Probleme gibt oder schlechte Leistungen, dann wenden wir uns ohnehin sofort an die Eltern.“
Das sei vielleicht auch ein Grund dafür, dass die Termine mit den Klassenleitungen nur selten genutzt würden. „Wir haben 210 Schüler in Dielfen – und da kommen dann vielleicht zwei bis drei Nachfragen.“ Geändert werde aber nichts mehr. „Bei den Noten und Bemerkungen haben sich die Lehrer ja auch gründlich Gedanken gemacht.“
Abgesehen vom möglichen Redebedarf gibt es eine weitere ganz praktische Begründung für die Ausgabe der Kopie: „Wir müssen nachhalten, dass die Kinder ihre Zeugnisse abgegeben haben“, sagt Höfer. Wenn die Kinder das Dokument vor den Ferien unterschreiben lassen und zurückgeben, sei die Chance viel größer, dass sie daran denken. Sechs Wochen – das sei einfach ein langer Zeitraum.

Fließtext nicht immer leicht zu verstehen

Die Kopie sei eine Möglichkeit, die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, erklärt Michael Utsch, der beim Kreis Siegen-Wittgenstein zuständig ist für die schulfachliche Aufsicht und die Dienstaufsicht an Grundschulen. Es gebe aber auch andere. Grundsätzlich gelte, dass die Zeugnisausgabe in der letzten Schulwoche stattfinden müsse. Zudem solle Eltern die Gelegenheit zum Gespräch gegeben werden. „Wie genau das gehandhabt wird, das entscheiden die Schulen.“ Insbesondere in den Klassen 1 und 2 sei es üblich, den Kindern eine Kopie mitzugeben. Schließlich sei der Fließtext nicht immer leicht zu verstehen. An anderen Schulen werde ein Zeugnisfrühstück mit den Eltern veranstaltet – coronabedingt falle dies 2020 allerdings aus.

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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