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A: 45: An der neuen Talbrücke Eisern gibt es keinen Lärmschutz nach Norden
Obersdorf geht leer aus

Neben der alten Talbrücke Rinsdorf wächst der Neubau Stück für Stück heran, wie ein Baustekllen-Bild von gestern belegt.  Fotos: Michael Roth
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  • Neben der alten Talbrücke Rinsdorf wächst der Neubau Stück für Stück heran, wie ein Baustekllen-Bild von gestern belegt. Fotos: Michael Roth
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mir Wilnsdorf/Obersdorf. Wer in Obersdorf mit Blick auf die Autobahn wohnt, muss sich total veräppelt vorkommen. Da lässt die Bundesrepublik Deutschland über Straßen NRW das A 45-Teilstück zwischen Siegen-Süd (Eisern) und Wilnsdorf in den kommenden Jahren für 2,4 Mrd. Euro ausbauen, aber für eine Lärmschutzwand an der neu zu bauenden Talbrücke Eisern besteht auf der Obersdorfer Seite kein Anspruch. Auf Eiserner und Rinsdorfer Seite wird dagegen eine 4,00 bis 4,50 Meter hohe Schutzwand eingezogen, am Eiserner Wohngebiet bei der Auffahrt soll der Lärmschutz gar 6,00 Meter hoch werden.

mir Wilnsdorf/Obersdorf. Wer in Obersdorf mit Blick auf die Autobahn wohnt, muss sich total veräppelt vorkommen. Da lässt die Bundesrepublik Deutschland über Straßen NRW das A 45-Teilstück zwischen Siegen-Süd (Eisern) und Wilnsdorf in den kommenden Jahren für 2,4 Mrd. Euro ausbauen, aber für eine Lärmschutzwand an der neu zu bauenden Talbrücke Eisern besteht auf der Obersdorfer Seite kein Anspruch. Auf Eiserner und Rinsdorfer Seite wird dagegen eine 4,00 bis 4,50 Meter hohe Schutzwand eingezogen, am Eiserner Wohngebiet bei der Auffahrt soll der Lärmschutz gar 6,00 Meter hoch werden.

"Es besteht kein Anspruch"

Diese nüchterne Nachricht überbrachte gestern Karl-Hermann Metz, Projektgruppenleiter des A  45-Ausbaus bei Straßen NRW, den Teilnehmern der Info-Veranstaltung zum Autobahnausbau in der Festhalle Wilnsdorf. Egon Dreisbach (Bürgerinitiative Lärmschutz Wilnsdorf) fragte mehrfach nach, acht oder neun Obersdorfer Bürger taten es ihm gleich. Aber: „Es besteht kein Anspruch auf eine Wand, wir haben das sorgfältig geprüft“, verteidigte Metz die Planung. Gutachten hätten das ergeben. Bei der Bemessung maßgebend waren und sind die Verkehrsprognosen für 2030 mit fast 80 000 Kfz am Tag (2017: 68 000). Wieder Metz: „Obersdorf hätte nur einen Anspruch auf eine Wand, wenn viermal so viele Fahrzeuge wie 2017 in dem Abschnitt fahren würden.“

Dreisbach will das nächstes Jahr anstehende Planfeststellungsverfahren für die Talbrücke Eisern nutzen, mit einer Vielzahl von Einwänden soll ein Lärmschutz für Obersdorf doch noch möglich gemacht werden. Sein Ziel: Die direkt betroffenen Grundstückseigentümer sollten und müssten Druck ausüben auf die planende Behörde bzw. die prüfende Bezirksregierung Arnsberg.

Flüsterasphalt für Siegerländer Höhen nicht geeignet

„Unvorstellbar, dass eine neue Brücke für Millionen gebaut wird, ohne den Lärmschutz zu gewährleisten. Das ist fahrlässig“, schimpfte ein Teilnehmer in moderatem Ton. Hannes Giesler hakte nach: „Keine Wand soll es geben. Ist das in Stein gehauen?“ Nachbessern könne man immer noch, zur Not 30 Jahre lang, meinte Metz. Dezente Nachfrage aus dem Publikum: „Gibt es wenigstens Flüsterasphalt beim Neubau der Straße?“ Metz musste auch an der Stelle verneinen. „Der ist nicht geeignet für solche Höhenlagen. Andernfalls müsse die Fahrbahnoberfläche nach wenigen Jahren schon erneuert werden.“ Es werde aber lärmgeminderter Asphalt eingebaut.

Wie sieht der Zeitplan aus? Die drei Talbrücken Rinsdorf, Rälsbach und Eisern werden nach jetzigem Stand 2024 fertig sein. Für das Eiserner Bauwerk erwartet Straßen NRW noch in diesem Jahr „grünes Licht“ aus dem Ministerium, um 2020 mit der Planfeststellung zu starten.

Für die gestern dargestellten Baumaßnahmen – Überführung Anschlussstelle Wilnsdorf, Unterführung Mainzer Straße und eine weitere kleine Unterführung – werden die Planungen so forciert, dass von 2024 bis 2028 gebaut werden kann.

"Das Tor nach Nordrhein-Westfalen"

Mit 61 Metern ist die neue Brücke an der Abfahrt Wilnsdorf die bedeutendste Maßnahme. Während des Baus muss eine Behelfsbrücke den Verkehr bewältigen. Geplant ist eine optisch ansprechende Bogenbrücke, „das Tor nach Nordrhein-Westfalen“, jedenfalls aus Hessen kommend.

Entscheidend verbessert wird die Wasserqualität. Bisher versickert der von der Autobahn kommende Regen ungeklärt, ökologisch ein Desaster. Künftig wird alles abgeleitet in drei Regenwasserbehandlungsanlagen, in der Filter die Schadstoffe herausholen.

Neue Leitplanken

Neue und bessere Qualität versprechen die Planer sich von den künftig zu verbauenden Leitplanken vom Typ „Superrail“. Sie werden 15 Zentimeter höher sein und sollen es möglich machen, die Last eines aufprallenden 40-Tonners abzufedern.

Neu bemessen werden auch die Kurvenradien auf dieser Strecke. Die Querneigung wird von vier auf sechs Prozent erhöht. Bessere Fahrdynamik mit weniger Unfallrisiko sowie reduziertes Aquaplaning sind die erklärten Ziele.

Neu bemessen werden außerdem die Sichtweiten speziell in Kurven. Dazu müssen einzelne Abschnitte der Fahrbahn abgesenkt werden, um eben die geforderten Sichtachsen zu garantieren. Alles Maßnahmen zur Unfallvermeidung.

Eine kurze Zusammmenfassung für alle Freunde der Sauerlandlinie, die von den Straßenbauern auch „Königin der Autobahnen“ genannt wird: 257 km ist sie lang, allein in NRW führt sie über 127 Brücken, darunter 38 Talbrücken. Drei davon befinden sich im 4,93 km kurzen Teilstück zwischen Siegen-Süd und Wilnsdorf.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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