Protest gegen Lehnscheid VI Rinsdorfer Widerstand wächst

80 Bürger bei spontaner Aktion vor dem Bürgerhaus

sz Rinsdorf. »Jetzt reicht's uns!« Unter diesem Motto stand dieser Tage eine spontan in Rinsdorf veranstaltete Protest-Aktion engagierter Bürger gegen die geplante Erweiterung des Industriegebiets Lehnscheid zwischen Rinsdorf und Wilnsdorf nach Wilden hin.

Die außerordentliche Sitzung der Waldgenossenschaft Rinsdorf wurde zum Anlass genommen, dem Bürgerwillen mit diesem Protest ein konkretes Gesicht zu geben. In der Sitzung ging es darum, ob für die geplante Erweiterung ein 7,2 ha großes Gebiet an die Gemeinde Wilnsdorf abgegeben werden sollte. Trotz des schlechten Wetters trafen sich 80 Bürger vor dem Bürgerhaus, um mit Gesprächen und Transparenten auf die großen Probleme der Rinsdorfer aufmerksam zu machen. Eingekeilt zwischen 2 Autobahnbrücken und dem bereits vorhandenen Industriegebiet Lehnscheid I-V, belastet mit allen dazu gehörenden Problemen wie starker Verkehrszunahme (Lkw und Pkw) durch die enge Ortsdurchfahrt von früh morgens bis spät abends, Einleitungen in den durch den Ort fließenden Heckebach, Emissionen, usw..

Da im Tal keine weiteren Ausweitungsmöglichkeiten mehr bestehen, soll Lehnscheid VI nun auf dem Höhenkamm des Elkersberges errichtet werden. Dazu müssen mehrere Höhen (einschließlich Abholzung der vorhandenen Wälder) abgetragen werden, um eine ebene Fläche zu bekommen. Dem großflächigen Landschaftsverbrauch rund um das ehemals idyllische Tal sollte nun ein Schlusspunkt gesetzt werden. Das bereits vorhandene Industriegebiet liegt etwa zur Hälfte auf Rinsdorfer Gemarkung, so dass den Rinsdorfern sicher keine Industriefeindlichkeit vorgeworfen werden kann. Aber eine weitere Belastung durch die geplante Erweiterung wollen die Bürger auch im Interesse der kommenden Generationen nicht mehr zulassen.

Die zu Recht gestellte Frage: Was folgt nach Lehnscheid VI (Wilden-Nord)? Vielleicht Lehnscheid VII bis X? Diese Fragen konnten von Bürgermeister Karl Schmidt, der sich persönlich mit seinem zuständigen Abteilungsleiter Josef Nordmann vom Liegenschaftsamt zu dieser Sitzung der Waldgenossenschaft begeben hatte, nicht zufriedenstellend beantwortet werden. Viele Rinsdorfer wünschten sich ein ähnliches Engagement des Bürgermeisters auch in anderen sie betreffenden Fragen. Dass die Waldgenossenschaft trotz des Bürger-Protestes aus finanziellen Erwägungen den Vorstand mit dem umgehenden Vertragsabschluß beauftragte, hat die engagierten Bürger des Ortes mehr als enttäuscht. In der Sitzung wurde von unverzüglichem Baubeginn gesprochen. Sollen hier Fakten geschaffen werden, bevor die Diskussion beendet ist?

Um zu zeigen, dass auch in diesem Planungsstadium noch Veränderungen möglich sind, verteilten die Rinsdorfer von Kinderhand gebastelte Apfelbäumchen mit dem berühmten Luther-Spruch: Selbst wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen!

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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