Fraktionen wollen Standort des regionalen Sozialdienstes Süd sichern
Rat lässt nicht locker

sp/sz Wilnsdorf/Siegen. Der Erhalt bzw. die Schließung von Standorten des regionalen Sozialdienstes (RSD) sind schon länger Thema in der hiesigen Politik. Im Kreissozialausschuss war im Juli bestätigt worden, dass die Standorte auf dem Prüfstand stehen, besonders der kleinste – der RSD Süd –, zuständig für Burbach, Neunkirchen und Wilnsdorf (die SZ berichtete).

Im Februar hatte der Rat der Gemeinde Wilnsdorf bereits einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung ein Schreiben vom Kreis Siegen-Wittgenstein anfordert, in dem bestätigt wird, dass der RSD Süd dauerhaft am Standort Wilnsdorf verbleibt. In der jüngsten Ratssitzung wurde jetzt die Antwort von Landrat Andreas Müller aus dem Monat Mai verlesen. Er schrieb deutlich, dass es ihm nicht möglich sei, „dauerhaft den Erhalt des RDS-Standortes in Wilnsdorf zuzusichern“. Diese Aussage begründete er in seinen Ausführungen.

Zum Hintergrund: Beim Jugendamt war 2018 eine Organisationsuntersuchung durchgeführt worden, bei der Optimierungsmöglichkeiten der Qualitätsstandards überprüft wurden. Empfohlen wurde, „dass die Anzahl der Regionalteams von derzeit vier auf drei reduziert werden sollte, damit alle Teams eine hinreichende Personalstärke haben, um die Leistung ohne Unterbrechungen durchgängig vorhalten zu können“, schreibt der Landrat. Der Personalbedarf für den Standort Süd werde langfristig für nicht ausreichend gehalten, um diesen Anspruch zu gewährleisten.

Der Landrat weist darauf hin, dass es sich bei dem Standort Wilnsdorf für Bürger der Gemeinden Neunkirchen und Burbach nicht um einen ortsnahen Zugang handele. Zudem fänden häufig Hausbesuche statt, die unabhängig von den Arbeisplätzen der Fachkräfte seien. Bei der Organisationsuntersuchung sei dahingehend empfohlen worden, dass in allen kreisangehörigen Kommunen Räume zur Verfügung stehen sollten, in denen regelmäßige, ungestörte Beratungen ermöglicht würden, wenn die häuslichen Verhältnisse dafür ungeeignet seien. „In jeder Kommune wird eine Präsenz durch verlässliche Ansprechpartner gewährleistet“, so der Landrat.

Trotz des Schreibens aus dem Kreishaus hielt die Wilnsdorfer CDU-Fraktion an einem Antrag fest, in dem sie den Erhalt des Standortes für den regionalen Sozialdienst fordert. In ihrer Begründung schreiben die Christdemokraten: „Die Erreichbarkeit zentraler Einrichtungen in Siegen gerade für diejenigen Menschen, die unterschiedlichste soziale Hilfen in Anspruch nehmen müssen, ist schwierig bis fast unmöglich, in jedem Fall bürokratischer, langwieriger und kostenintensiver.“

Die Fraktion unterstellt in ihrem Antrag den Bediensteten, lieber im Kreishaus in Siegen ihren Arbeitsplatz zu haben. Vorrang aber sollten „bürgerorientierte Gesichtspunkte“ haben. Es sei wichtig, dass Menschen in einer Notlage oder in schwierigen Lebenssituationen einen Ansprechpartner vor Ort hätten, der schnell und direkt zur Verfügung stehe. Die CDU appelliert deshalb an die Verwaltung und die Politik im Kreis Siegen-Wittgenstein, die „zunächst angestrebten Zentralisierungsbemühungen kritisch zu überdenken, von der Zentralisierung in Siegen abzusehen und bis auf Weiteres an der dezentralen RSD-Struktur u. a. für Wilnsdorf und das südliche Siegerland festzuhalten“. Der Rat votierte ohne Gegenstimmen für den Antrag der CDU und ließ damit nicht locker. Bürgermeisterin Christa Schuppler sicherte zu, die Forderungen an den Landrat weiterzugeben.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.