Kunstdünger und Pestizide haben keinen Zutritt (Galerie)
Raubritter im Rosenparadies

Hingucker in Marion Schneiders Rosengarten: die Kletterrose Rosarium Uetersen.
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dima Wilnsdorf. Bobby James klettert bis in die Spitzen des alten Kirschbaums, acht Meter hoch. Man muss sich trotzdem keine Sorgen machen und lässt ihn am besten gewähren, runterfallen kann Bobby nämlich nicht. Mit unterarmdicken Ranken umschlingt das Stachelmonster den Baum. Dornröschen hätte wahrscheinlich weiter träumen müssen, denn wer sich mit Bobby James anlegt, der sieht danach aus, als ob er mit Leoparden gekämpft hätte.

Mister James ist ein Rambler

Logisch: Mister James ist eine Kletterrose, genau genommen ein Rambler, der mit besonders biegsamen, elastischen Trieben klettert. Eine winterharte Schönheit und ein Klassiker im Rosenklettergarten ist er auch. Obwohl ein echter Hingucker, muss er sich in Marion Schneiders Rosengarten erst einmal hinten anstellen. In einer besonders langen Reihe duftender Schönheiten. Prince Frédéric blüht nämlich heute besonders schön. Ghislaine Feuerwerks kleine Knospen sind ein blumiges Versprechen – und auch der Raubritter, ebenfalls eine Rosensorte, ist selbst Anfang Juli noch in Bestform. „Ein tolles Röschen“, schwärmt Marion Schneider, während sie die stacheligen Stars entlang der schmalen Wege mit Namen vorstellt: Apple Blossom, Ghislaine de Feligonde, Rosarium Uetersen, Chapeau de Napoleon, Centifolia à fleursdoubles Violettes, American Pillar, Maria Lisa und Brenda Colvin. Auf diese Namen wurden die teils sehr alten Rosensorten einst von ihren Züchtern getauft.

Über 350 Rosen

Aber natürlich ist das nur eine kleine Auswahl, denn in Marion Schneiders Garten blühen sage und schreibe über 350 Rosen. Ende Mai startet die Saison rund ums Haus der Wilnsdorfer Familie. Mitte Juni ist der Höhepunkt der Rosenblüte erreicht. „Morgens um 6 Uhr ist dann die schönste Zeit“, sagt Marion Schneider. Die frühe Sonne taucht ihr Rosenparadies in ein wunderschönes Licht, und man kann den Tag in einer Wolke aus Rosenduft beginnen.

Im Siegerland: Bauern- und Wildrosen

Gerne gesteht sie, dass sie dem besonderen Charme alter Rosensorten erlegen ist – seit 1999 sammelt sie, anfangs waren es englische Rosen. Nach den ziemlich kalten Wintern 2009 und 2012 musste Marion Schneider dann erkennen, dass vor allem alte Bauern- und Wildrosen dem Siegerländer Klima trotzen.
Ihre ungefüllten und halbgefüllten Blüten sind im Sommer Nahrungsquelle für Insekten. Und im Winter naschen die Vögel von den Hagebutten. Im Internet lernte die Wilnsdorferin viel über diese Sorten. Inzwischen ist sie eine anerkannte Expertin auf dem Gebiet, zieht sogar eigene „Rosenkinder“, neue Sorten aus den Früchten ihrer Rosen.

Keine Pestizide

Viel Arbeit macht der romantisch angelegte Garten übrigens nicht, verrät Marion Schneider. Alle drei bis fünf Jahre düngt sie ihre Rosen mit Kompost und einem weiteren rein organischem Dünger. Giersch lässt sie wachsen und serviert ihn als Salat. Auf Pestizide verzichtet die Rosenfrau komplett. Gartenfreunde hergehört: Turnen Blattläuse auf ihren Lieblingen, lehnt sich Marion Schneider entspannt im Gartenstuhl zurück und schaut den Meisen bei der Blattlausernte zu.

Autor:

Dirk Manderbach (Redakteur) aus Siegen

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