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Neue Sonderausstellung im Museum Wilnsdorf
Rauhe Reiter und dunkle Tage

Vor wenigen Generationen sahen die Wintersportgeräte noch anders aus. Mit den Kufen, die man sich unter die normalen Schuhe klemmte, wurde auf gefrorenen Wiesen gefahren.
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  • Vor wenigen Generationen sahen die Wintersportgeräte noch anders aus. Mit den Kufen, die man sich unter die normalen Schuhe klemmte, wurde auf gefrorenen Wiesen gefahren.
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sp Wilnsdorf. Die Feiertage stehen vor der Tür, schnell werden alle Zimmer aufgeräumt, die Schränke abgewischt, die Gardinen gewaschen. Aber warum eigentlich? Weil Gäste an Heiligabend erwartet werden oder weil es aufgeräumt sein soll an den Weihnachtstagen, wenn viel Zeit im Haus verbracht wird? Dr. Corinna Nauck hat eine andere Theorie. Die Leiterin des Museums Wilnsdorf beschäftigte sich im Rahmen der neuen Sonderausstellung „Winterzeit“ auch mit den Bräuchen und Traditionen im Winter und stellt unter anderem die „Rauhnächte“ vor. Die Tage ab dem 25. Dezember werden als solche bezeichnet. Bis dahin habe man alle Aufgaben im Haushalt erledigen wollen, um einen „sauberen“ Übergang ins neue Jahr zu haben, erklärt Nauck.

sp Wilnsdorf. Die Feiertage stehen vor der Tür, schnell werden alle Zimmer aufgeräumt, die Schränke abgewischt, die Gardinen gewaschen. Aber warum eigentlich? Weil Gäste an Heiligabend erwartet werden oder weil es aufgeräumt sein soll an den Weihnachtstagen, wenn viel Zeit im Haus verbracht wird? Dr. Corinna Nauck hat eine andere Theorie. Die Leiterin des Museums Wilnsdorf beschäftigte sich im Rahmen der neuen Sonderausstellung „Winterzeit“ auch mit den Bräuchen und Traditionen im Winter und stellt unter anderem die „Rauhnächte“ vor. Die Tage ab dem 25. Dezember werden als solche bezeichnet. Bis dahin habe man alle Aufgaben im Haushalt erledigen wollen, um einen „sauberen“ Übergang ins neue Jahr zu haben, erklärt Nauck. So entwickelte sich ein Brauchtum, das noch heute bei manchen Familien eine Rolle spiele.

Lieber keine Wäsche aufhängen

In den Rauhnächten sollte keine Wäsche aufgehangen werden, vor allem keine großen Wäschestücke, da die „rauhen Reiter“ mit dem Wind durch den Kamin ins Haus geweht werden, sich in der Wäsche verfangen und dann das kommende Jahr Pech über die Familie bringen könnten.
Bewusst entschied sich Nauck dafür, nicht nur Weihnachten, sondern die vielen verschiedenen Facetten des Winters zum Thema zu machen. Natürlich gehöre die Geburt von Jesu Christi als einer der wichtigsten christlichen Feiertage mit dazu, sagt die Museumsleiterin, die ihre persönliche Lieblingskrippe aus der 40 Stück umfassenden Sammlung des Museums ausgestellt hat: eine katalanische Krippe aus dem 19. Jahrhundert mit Tonfiguren, die mit Stoff bekleidet sind. Allerdings wird lediglich ein Teil der Figuren gezeigt, insgesamt zählt sie 70.

Viel Zeit zum Spielen

Ob draußen oder drinnen, der Winter bietet viel Zeit, um sich mit Spielen zu beschäftigen. Früher seien die Kinder sonntags nicht draußen gewesen, damit die gute Kleidung nicht dreckig wird, erzählt Nauck auch aus eigener Erfahrung. Die Kinder aus der Nachbarschaft hätten sich getroffen, um gemeinsam Brettspiele zu spielen und einen heißen Kakao zu trinken. Auch im Museum sollen die Besucher die Möglichkeit bekommen, aktiv zu werden und verschiedene Spiele an vorbereiteten Tischen auszuprobieren oder damit alte Erinnerungen zu wecken.
Ausprobieren darf man auch die weihnachtlichen Rezepte aus aller Welt, die zum Mitnehmen ausliegen – gleich neben den Nelken, Zimtstangen, Vanille und Kardamom. Hier können die Besucher tief einatmen und die Düfte des Winters erschnuppern.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Nicht nur Spiel und Spaß, auch die Arbeit, die in der dunklen Jahreszeit verrichtet wurde, greift die Ausstellung auf. Frauen saßen zusammen, strickten und nähten. Die Männer arbeiteten in Werkstätten, fertigten das ein oder andere Weihnachtsgeschenk wie etwa Schaukelpferde oder Schlitten – denn die aus den Geschäften waren für viele Familien unerschwinglich. Um die winterliche Atmosphäre von Eis, Schnee und Kälte zu intensivieren, hat Dr. Corinna Nauck Bilder zweier Fotografen mit integriert. Der Naturfotograf Guido Kettner stellt Aufnahmen von Pinguinen aus, die Wilnsdorferin Elfi Jung zeigt Fotos von Eisbären.
Die Schau zeigt, dass der Winter noch vor wenigen Generationen für die Menschen eine deutlich härtere Zeit war. Hochfunktionale Kleidung gab es nicht, stattdessen Wollkleidung, die einem „fasst die Ohren abrubbelt, aber warm ist“, so Nauck. Wer es sich leisten konnte, der trug Pelz. Hinter Glas liegen ein Fäustling aus Biberfell, ein Muff aus Maulwürfen und ein Polarfuchs zum Umhängen. Aus heutiger Sicht gewöhnungsbedürftig, findet die Museumsleiterin.
Die winterliche Sonderausstellung eröffnet am  Sonntag, 22. Dezember, und ist bis zum 1. März 2020 im Museum Wilnsdorf zu sehen.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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