»Rinsdorfer Mobilfunkskandal« treibt Politiker auf Barrikaden

Klammheimlich einen Sender »gepflanzt«

Wer erteilte Genehmigung? / Aufregung in der Gießenbach

Rinsdorf. Heimlich, still und leise wurde den Rinsdorfern ein »dickes Ei« ins Nest gelegt. Die Sozialdemokraten des Wilnsdorfer Ortsteils sind sauer und sprechen vom »Rinsdorfer Mobilfunkskandal«. Die SPD-Ratsherren Johannes Bottländer (stellv. Fraktionsvorsitzender im Rat der Gemeinde Wilnsdorf) und Gerhard Moos: »Niemand wusste davon, dass ein Mobilfunkbetreiber auf dem TV-Umsetzergerüst am Ende der Gießenbach direkt am Rande der Wohnbebauung eine unter Umständen gesundheitsgefährdende Mobilfunksendeanlage errichtete. Da ist niemand informiert worden. Vermutlich, weil man Proteste aus Reihen der Bürgerschaft vermeiden wollte.«

In einer Nacht- und Nebelaktion sei das alles geschehen. Durch einen Zufall sei die ganze Sache ans Tageslicht gekommen: Ein Bürger habe einen Sendermonteur gefragt, was da eigentlich ablaufe. Der Arbeiter habe dem Fragenden klaren Wein eingeschenkt. Auch Gerhard Böcher, sachkundiger CDU-Mann im Bauausschuss der Gemeinde Wilnsdorf, kümmert sich um den »Schwarzsender«, der von einem idyllischen Waldgrundstück aus seine Funkwellen verstrahlt.

Gerhard Moos: »Gerade die turbulenten Proteste gegen den umstrittenen Sender auf der Siegener AWo-Behinderten-Wohnstätte am Rothenberg haben ja gezeigt, wie sensibel die Bevölkerung auf derartige Anlagen reagiert.« Bottländer: »Wir wollen uns des Rinsdorfer Problems annehmen und Informationen einholen. Wer sein Dachgeschoss umbauen will, muss das genehmigen lassen. Stellt aber einer einen Sender auf, der unter Umständen zig Bürger in ihrer Gesundheit beeinträchtigt, kräht danach offenbar kein Hahn.« Hier müssten alle Fraktionen an einem Strick ziehen. Und: »Es muss umgehend gewährleistet werden, dass alle Ratsmitglieder über derartige Vorhaben rechtzeitig in Kenntnis gesetzt werden. Was in Rinsdorf passiert sei, dürfe nicht Schule machen. Die helle Aufregung in einigen Teilen der Bürgerschaft sei verständlich.

In der heutigen Sitzung des Wilnsdorfer Rates kommt die Angelegenheit voraussichtlich nicht zur Sprache: Die Frist für einen entsprechenden Tagesordnungsantrag konnte nicht eingehalten werden, da Politiker erst am Wochenende »von dem skandalösen Geschehen erfahren« haben. Gemeindevertreter Moos: »Wir sind wachsam. Wir wollen u.a. wissen, wer die Genehmigung zum Aufstellen des Senders erteilte.«

dige

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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