Schützen »schießen scharf«

Entwurf zum neuen Waffengesetz:

Bundesinnenministerium von Rudersdorfern kritisiert

JaK Rudersdorf. Das Waffengesetz soll grundlegend geändert werden. Dass der derzeitige Entwurf des Bundesinnenministeriums bei den Schützen auf nur wenig Gegenliebe stößt, ist mehr als verständlich. Das kam auf der Kreisdelegiertentagung im Rudersdorfer Haus Heimat deutlich zum Ausdruck. »Fragen Sie Politiker, wenn Sie sie treffen – egal ob sie im Kreis- oder Landtag sitzen –, wie sie zu dem neuen Entwurf stehen. Sollten diese dafür sein, können das nicht unsere Politiker sein«, fand Bezirksvorsitzender Dieter Bingener deutliche Worte.

Hans Dummler, Lehrbeauftragter für Waffensachkunde, fasste das über 100 Seiten starke Papier für das Plenum in den grundsätzlichen Punkten zusammen: Die Altersgrenze bei Luftdruckwaffen soll auf 14 festgesetzt werden, ab dem 10. Lebensjahr ist das Schießen jedoch mit dem Einverständnis der Erziehungsberechtigten sowie im Beisein eines qualifizierten Übungsleiters erlaubt.

»Das muss zur Folge haben, dass man in Zukunft nur noch Jugendleiter bestimmt, die zuvor auch vernünftig ausgebildet worden sind«, erklärte Dummler die Situation. Das Gesetz würde bei den unter 10-Jährigen nur noch ein Schlupfloch bieten, um trotzdem bereits an den Schießsport herangeführt zu werden. Die Lösung ist die sogenannte Scatt-Anlage, bei der ohne Munition mit einer Gewehrattrappe geschossen werden kann. »Bei uns darf der Nachwuchs erst dann ohne Aufsicht schießen, wenn die Schützen anderer Länder bereits olympiareif sind«, bemängelte Beziksvorsitzender Dieter Bingener die verheerenden Folgen im ohnehin rückläufigen Jugendbereich.

Doch auch bei den erfahrenen Schützen geht die Angst um. So soll es zukünftig nur in einem Schrank nach DIN erlaubt sein, seine Waffen aufzubewahren. Der Pferdefuß an der Angelegenheit: Zwar bietet der Schrank nach neuer Norm einen (noch) besseren Schutz, doch er ist wesentlich teurer und kann auf Grund seines Gewichtes nicht in jedem Haus aufgestellt werden, da die Decken diese Last teilweise nicht zu tragen vermögen.

Zudem sieht der Entwurf vor, dass jeder Waffenbesitzer den Behörden jederzeit Zutritt zu seiner Wohnung verschaffen muss, damit diese sich von der ordnungsgemäßen Aufbewahrung der Pistolen und Gewehre überzeugen können. Zwar hat es von Seiten des Deutschen Schützenbundes mittlerweile Gespräche mit Bundesinnenminister Otto Schily über Änderungswünsche gegeben, die Schily ihnen auch zugesichert hat, doch im Schützenkreis Siegen will man unbedingt die bevorstehende Wahl als Druckmittel benutzt sehen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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