Schuler in Wilden schließt bis Ende dieses Jahres

juli Wilden. Die Firma Schuler Hydroforming in Wilden wird geschlossen. Das bestätigte der Göppinger Mutterkonzern Schuler, der weltgrößte Pressenhersteller, bereits im Mai dieses Jahres (die SZ berichtete). Jetzt steht laut Unternehmenssprecher Tobias Apfel fest, dass an der Louis-Schuler-Straße die Lichter bis Ende des Jahres endgültig ausgehen. Rund 110 Arbeitsplätze in der Region sind damit passé.

Am Montag sei mittels eines Sozialplans endgültig ein Interessenausgleich erzielt worden, berichten Apfel und die IG Metall Siegen übereinstimmend. Die Mitarbeiter müssen sich nun entscheiden, ob sie eine Entlassung mit einer Abfindung akzeptieren oder ob sie zu der Transfergesellschaft Quatro Transfair wechseln. Die hatten die IG Metall Siegen, der hiesige Arbeitgeberverband und die Kreisverwaltung im Frühjahr dieses Jahres gegründet (die SZ berichtete). Und die bekommt sehr bald höchstwahrscheinlich erstmals Arbeit. Quatro-Transfair-Geschäftsführer Volker Freudenberg stellte die Transfergesellschaft gestern bei einer Informationsveranstaltung in dem Wildener Betrieb vor. Die Veranstaltung war von der Schuler-Geschäftsführung einberufen worden. Vom Konzern in Göppingen war laut Apfel allerdings niemand anwesend.

Laut Apfel werden die ersten Beschäftigten zum 1. September die Firma Schuler verlassen. Betriebsratsvorsitzender Helmut Hofmann wollte gestern nicht Stellung beziehen und verwies – wie auch der Geschäftsführer des Wildener Standortes, Klaus-Peter Hennig – an Unternehmenssprecher Apfel. Einzelne Beschäftigte, höchstens 10 Prozent, könnten am Standort Waghäusel beschäftigt werden, sagte Apfel. Vereinzelt hätten Mitarbeiter eine andere Anstellung gefunden.

Die künftigen Beschäftigten der Transfergesellschaft schnellstmöglich wieder in Arbeit zu bringen, sei das oberste Ziel von Quatro Transfair, betont Hartwig Durt, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Siegen. Auch wenn das momentan der „Quadratur des Kreises“ gleichkomme. Alle Mitarbeiter können acht Monate in der Transfergesellschaft bleiben, die die eine Kündigungsfrist von sechs Monaten haben, zwölf Monate. Sie sind dann Angestellte von Quatro Transfair, wo parallel zum Versuch, sie auf den Arbeitsmarkt zu vermitteln, ein Profil jedes Beschäftigten erstellt und der individuelle Qualifizierungsbedarf geklärt wird.

Durt zeigte sich erfreut, dass Schuler sich für Quatro Transfair statt für eine andere Transfergesellschaft entschieden habe. Dort endet allerdings seine Freude: „110 hochwertige Industrie-Arbeitsplätze sind nun weg. Das ist nicht leicht zu verkraften“, so der Gewerkschafter.Einige der Mitarbeiter versuchen laut Durt nach wie vor, einen Teil der Produktion in Eigenregie, etwa in Form einer Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft weiterzuführen. Das sei aber noch im Werden. Darüber sei noch nichts entschieden, sagte Hartwig Durt.Als Gründe für die Schließung des Wildener Standorts hatte der Schuler-Konzern im Mai erklärt, der Standort sei eigenständig nicht mehr tragfähig. Ein „Restrukturierungsprogramm zur Effizienzsteigerung“ sei nötig, und das sei mit 80 Mill. Euro Einsparungen und 11 Prozent Personalabbau weltweit verbunden. Welweit will Schuler rund 600 Arbeitsplätze streichen. Der Schuler-Konzern ist stark von der Autozulieferindustrie abhängig und leidet unter der Krise der Branche. Das konkret hat dem Wildener Standort wohl das Genick gebrochen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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