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Hauptschule Wilnsdorf gewinnt Bundeswettbewerb
So (un-)wahrscheinlich wie Fußball-Weltmeister Island

Schüler der Klassen 6 und 10 (während der Projektzeit von Mai bis Juli dieses Jahres noch in den Klassen 5 und 9) feierten mit Schulleitung, Lehrern und Gemeindevertretern den Gewinn des Bundeswettbewerbs, der mit 3000 Euro dotiert war.
  • Schüler der Klassen 6 und 10 (während der Projektzeit von Mai bis Juli dieses Jahres noch in den Klassen 5 und 9) feierten mit Schulleitung, Lehrern und Gemeindevertretern den Gewinn des Bundeswettbewerbs, der mit 3000 Euro dotiert war.
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tile Rudersdorf. So macht Lernen Spaß: Die Hauptschule Wilnsdorf setzte sich beim bundesweiten Schülerwettbewerb des Verbands der Landschaftsgärtner gegen 200 Mitbewerber aus ganz Deutschland durch. Unter den 15 Schulen in der Endrunde war die Rudersdorfer Schule die einzig verbliebene Hauptschule. Gestern nahmen Schüler der Klasse 6 und 10, Projektlehrer und Schulleitung die Urkunde in Empfang. Obendrein lässt der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau 3000 Euro für das heimische Siegerprojekt springen.

„Grünes Licht für Bienen“ lautete das Motte des 5. Schülerwettbewerbs der Landschaftsgärtner, der diesmal – wenig überraschend – Maja und Co. in den Fokus der Mädchen und Jungen rücken sollte.

tile Rudersdorf. So macht Lernen Spaß: Die Hauptschule Wilnsdorf setzte sich beim bundesweiten Schülerwettbewerb des Verbands der Landschaftsgärtner gegen 200 Mitbewerber aus ganz Deutschland durch. Unter den 15 Schulen in der Endrunde war die Rudersdorfer Schule die einzig verbliebene Hauptschule. Gestern nahmen Schüler der Klasse 6 und 10, Projektlehrer und Schulleitung die Urkunde in Empfang. Obendrein lässt der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau 3000 Euro für das heimische Siegerprojekt springen.

„Grünes Licht für Bienen“ lautete das Motte des 5. Schülerwettbewerbs der Landschaftsgärtner, der diesmal – wenig überraschend – Maja und Co. in den Fokus der Mädchen und Jungen rücken sollte. „Wir wollen Schüler für Natur begeistern und zum Handeln motivieren“, erklärte Sarah Schneider vom Landesverband NRW die Motivation der Landschaftsgärtner. Um potenzielle neue Fachkräfte zu gewinnen, sei der Wettbewerb indes nicht initiiert worden, aber wenn daraus Berufswünsche erwüchsen – umso besser.

Wettbewerbsvorgaben übererfüllt

In Rudersdorf nahmen die Bio-Referendare Christine Nunner und Johannes Quartier die Herausforderung zum Anlass, einen neuen Schulgarten anzulegen: Es wurden bienenfreundliche Pflanzen gesät, Kräuter, Salat, Gurken und Tomaten gezogen und Nisthilfen gebaut. Mit dem fächerübergreifenden Konzept, das im Biologie- (Artenschutz), Technik- (Nisthilfenbau) und Hauswirtschaft-Unterricht (Ernte der eigenen Lebensmittel) aufgegriffen wurde, überstieg das Engagement der Schüler der damaligen Klassen 5 und 9 die Wettbewerbsvorgaben bei Weitem, die zunächst „nur“ dazu aufforderten, auf einem Instagram-Account 15 verschiedene bienenfreundliche Pflanzen vorzustellen.

Die Mühe zahlte sich nun aus. Alle hätten von Anfang an zusammengehalten, und auch die nicht unmittelbar beteiligten Schüler hätten kräftig die Werbetrommel für ihre Mitschüler gerührt, blickte Schulleiterin Petra Hein zurück. Es habe eine starke Identifikation der Schüler mit dem Projekt gegeben, was sie „so unfassbar stolz macht, an so einer Schule Schulleiterin sein zu dürfen“. Tatsächlich hätten die Schüler für das Voting eine „Riesenwelle“ gemacht, ergänzte Christine Nunner schmunzelnd.

Schüler-Motivation außergewöhnlich

Dass es am Ende sogar für den Sieg reichte, sei „wie wenn Island Fußball-Weltmeister geworden wäre“, ordnete Biologielehrer Stefan Schneider den Erfolg ein. Schließlich war die Hauptschule mit insgesamt 220 Schülern eine der kleinsten, vielleicht sogar die kleinste Schule im Wettbewerb. Kreis-Schulamtsdirektor Walter Sidenstein sah hier die Früchte eines stabilen, dreigliedrigen Schulsystems, das man in Wilnsdorf erhalte. Bemerkenswert fand er vor allem, dass es gelungen sei, die damaligen Schüler der Jahrgangsstufe 9 zu motivieren. Das sei nicht leicht und spreche für engagierte und begeisterungsfähige Lehrer, lobte er insbesondere die Projektlehrer in Ausbildung Christine Nunner und Johannes Quartier sowie ihren Tutor Stefan Schneider.

Die ganze Sache habe viele interessiert und entsprechend hätten viele mitgemacht, sagte Edison (16 Jahre), Klassensprecher der heutigen 10 b. Man habe auf Instagram unter dem Account und Hashtag „hswcaresforbees“ (etwa „Hauptschule Wilnsdorf sorgt sich um Bienen“) ordentlich geworben, beim Siegener Stadtfest wurden sogar Flyer verteilt. „Wir wollten unbedingt gewinnen.“ Das haben die Schüler geschafft. Und jetzt? Edison und andere würden das Projekt beispielsweise in eine AG weiter unterstützen. Auch Denise (15) aus der 10 b findet es wichtig, zu zeigen, „dass Bienen wichtig sind, dass wir ohne sie nicht überleben“. Sude (17) aus der 10 a verriet, dass sie nicht gewusst habe, welchen Einfluss die fleißigen Honig-Produzenten und Blumenbestäuber auf die Natur und den Menschen haben. Sie würde auf jeden Fall weitermachen. Ebenso Patrizia (15/10 b), die den handwerklichen Aspekt des Projekts sehr mochte, insbesondere den Bau der Nisthilfen.

Je 1500 Euro für die Klassen und den Schulgarten

Gestern wurde der Sieg erst einmal gefeiert. Die 3000 Euro werde man aufteilen, kündigte Schulleiterin Petra Hein an: Die eine Hälfte fließe in die Klassenkassen, um die Klassen- bzw. Abschlussfahrten zu cofinanzieren, die andere Hälfte sei für den Schulgarten bestimmt. Auch Wilnsdorfs Bürgermeisterin Christa Schuppler gratulierte zum Erfolg. Es sei ein „tolles Signal, das aus dieser wunderbaren Schule“ komme – nicht das erste, das von der über die Gemeindegrenzen hinaus etablierten Hauptschule ausgegangen sei. Sie fühle sich bestärkt in dem Gefühl, dass es richtig gewesen sei, dass sich auch die Politik zuletzt deutlich für den Erhalt der dreigliedrigen Schullandschaft in der Wielandgemeinde ausgesprochen hatte.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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