Technik im Rampenlicht

Schön inszeniert: Jahreskonzerte des Gymnasiums Wilnsdorf

ciu Wilnsdorf. Im Konzert eher ein Schattengewächs, steht sie dieses Mal im Rampenlicht: die Technik. Denn die Musik, die im Jahreskonzert des Wilnsdorfer Gymnasiums zu hören ist, befasst sich mal mehr, mal weniger, aber immerhin eigentlich immer mit technischen Phänomenen. Mit der »Vocal Washing Maschine«, die der Mittelstufenchor im Schleudergang rund laufen lässt, mit der Schreibmaschine, die im Orchesterstück »The Typewriter« den Rhythmus vorgibt, mit Jets (»Flugzeuggedanken«), Zügen (»I’m A Train«) und U-Booten (»Yellow Submarine« – »blubb«). Das allein ist schon der Besuch im Forum der Schule wert – nach Vorstellungen am Donnerstag und Freitag gibt es heute Nachmittag, 16 Uhr, eine weitere. Doch noch stärker als die thematische Stimmigkeit fasziniert die – von Lea, Sven und Christian mit pfiffigen Texten (der »Kopf« dahinter: Theatermacher Lothar Naumann) – moderierte Präsentation des Ganzen. Denn die Ensembles musizieren nicht »einfach so«, sondern sie inszenieren sich und ihre Darbietungen.

Am augenfälligsten gelingt dies sicherlich dem VIP-Kurs der Jahrgangsstufe 13, der wie das Schulorchester – das mit dem »Love Theme« aus »Titanic« den puren Bombast hörbar macht (ganz toll!) – von Angelika Swirinksi-Kölsch dirigiert und motiviert wird. Da tritt im Stil von »Stomp« ein Müllorchester auf (die Frauen schlagen in der Küche, die Männer in der Werkstatt auf Eisen), da erzeugt ein Teil der Gruppe mit »Fly Me To The Moon« mit Tanz und Gesang Club-Atmosphäre, da spielen Mädchen und Jungs die Abschiedsstory des Songs »Leaving On A Jetplane« mit Koffern und Blicken eindrücklich nach. »Locomotive Breath« von Jethro Tull gerät zur Rock-Session mit Flöte, und der Tanz der fluoreszierenden »Roboter« verblüfft und macht Spaß. Ein »Very Interesting Program of Very Interesting People« hat der Vokal- und Instrumentalpraktische Kurs zusammengestellt – und hinterlässt den stärksten Eindruck ganz zu Beginn: mit der Friedenshymne »Hiroshima« (Solo: Tobias Richter).

Fröhlich-frisch, mit ganz viel Pep, agiert der Mittelstufenchor; Anspruchsvolles wagt der Oberstufenchor, der verbreitetes Schmunzeln und viel Applaus für das bitterböse, zuckersüße »Zahnarzt« erntete. Beide Chöre stehen unter der Leitung von Anke Voß. Sehr schöne Arrangements von bekannten Songs spielt der Instrumentalkreis der sechsten und siebten Klassen (Bianca Behle); und die Big Band der Schule (Volker Siefert) begeistert mit mitreißenden, druckvollen Stücken. Ganz stark: »The Final Countdown«, ziemlich funky und mit viel »drive«: Volker Sieferts musikalisches »Bild« der »A45«.

Am Ende des rund dreistündigen Programms gab es am Premierenabend lang anhaltenden Beifall, eine Menge Blumen – und das gemeinsam geschmetterte »There’s A Light At The End Of The Tunnel«.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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