SZ

Mysteriöses Geräusch nach Abriss der Talbrücke Eisern
Tiefes Brummen raubt Familie den Schlaf

Seitdem die Talbrücke in Eisern gesprengt worden ist, hat Familie Berg mit einem unangenehmen Geräusch zu kämpfen. Aber auch Wärmepumpen in der Umgebung gerieten in Verdacht.
  • Seitdem die Talbrücke in Eisern gesprengt worden ist, hat Familie Berg mit einem unangenehmen Geräusch zu kämpfen. Aber auch Wärmepumpen in der Umgebung gerieten in Verdacht.
  • Foto: Kay-Helge Hercher
  • hochgeladen von Julian Kaiser (Volontär)

juka Obersdorf. „Wir fühlen uns in unserem eigenen Haus nicht mehr wohl“, erklärt Jost Berg. Seit Wochen raubt ein tieffrequentes Brummen ihm und seiner Frau, bereits seit 27 Jahren ist das Ehepaar in Obersdorf zuhause, die Ruhe. Genauer gesagt seit dem 20. Oktober. Zwei Tage nach der Sprengung der Talbrücke Eisern. „Da ist es uns zum ersten Mal deutlich aufgefallen“, erzählen die Eheleute. Selbst dem SZ-Reporter hängt der Ton noch eine gewisse Zeit nach - und das nach nur einem etwas mehr als halbstündigen Besuch.

Dass die Geräusche mit der Talbrücke zusammen hängen könnten, darüber machen sich die Bergs zu Beginn noch keine Gedanken.

juka Obersdorf. „Wir fühlen uns in unserem eigenen Haus nicht mehr wohl“, erklärt Jost Berg. Seit Wochen raubt ein tieffrequentes Brummen ihm und seiner Frau, bereits seit 27 Jahren ist das Ehepaar in Obersdorf zuhause, die Ruhe. Genauer gesagt seit dem 20. Oktober. Zwei Tage nach der Sprengung der Talbrücke Eisern. „Da ist es uns zum ersten Mal deutlich aufgefallen“, erzählen die Eheleute. Selbst dem SZ-Reporter hängt der Ton noch eine gewisse Zeit nach - und das nach nur einem etwas mehr als halbstündigen Besuch.

Dass die Geräusche mit der Talbrücke zusammen hängen könnten, darüber machen sich die Bergs zu Beginn noch keine Gedanken. „Wir haben alle Sicherungen raus gemacht, das gesamte Haus stromlos gesetzt, um mögliche eigene Geräuschquellen auszuschließen“, blickt Jost Berg auf die Anfangszeit zurück, als man den Ursprung des Übels noch in den eigenen vier Wänden vermutete. 

An Schlaf ist seit Abriss der Talbrücke Eisern nicht zu denken

„Das ist so eindringlich, dass es wirklich stört und kaum auszuhalten ist“, erklärt er. Während es tagsüber, insbesondere durch lautere Nebengeräusche, noch einigermaßen zu ertragen sei, werde es speziell in der Nacht zum großen Problem. „An Schlaf ist fast überhaupt nicht zu denken. Das geht in der Ruhe regelrecht durch die Knochen. Der Ton erzeugt einen Druck auf den Ohren und den Kopf, dass man irgendwann senkrecht im Bett steht“, erläutert das Ehepaar. Sogar auswärts habe man in der Vergangenheit öfters geschlafen, um sich zumindest in einigen wenigen Nächten den benötigten Schlaf zu holen. „Das ist ja auch irgendwann gesundheitsschädigend“, sorgt sich die Familie.

Auf der Suche nach der Ursache sei man irgendwann auf die abgerissene Talbrücke in Eisern gekommen. Den normalen Verkehr habe das Ehepaar zwar auch gehört, „aber daran sind wir gewöhnt und haben, wenn nötig, einfach Fenster und Türen geschlossen“, erklärt Jost Berg, der auch laut darüber nachdenkt, ob die Schwingung der Brücke eine Rolle spielen könnte, da der Ton am Wochenende weniger laut sei und somit möglicherweise mit dem geringeren Verkehrsaufkommen zu tun haben könnte. „Wir suchen einfach nach Erklärungen“, so Berg. Neben Wärmepumpen in der Umgebung gerieten auch die Anlagen auf der Baustelle der Talbrücke in Verdacht, eine testweise Ausschaltung am Wochenende habe aber auch nicht den gewünschten Effekt gebracht. In der Verzweiflung habe man auch die Gemeinde, das Bauamt und Straßen NRW kontaktiert, bislang aber noch keine zufriedenstellende Antwort erhalten. „Wir haben Verständnis für die Sorgen, müssen aber noch um etwas Geduld bitten“, heißt es von der Gemeinde.

Anliegen liegt auf dem Schreibtisch von Hannes Gieseler

Das Problem sei bekannt, zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes, darunter der Leiter, hätten sich bereits ein Bild vor Ort gemacht und hätten das Geräusch in dem Haus auch deutlich vernommen. „Es ist aber sehr schwierig, die Ursache zu finden. Wir haben den Kreis hinzugezogen und die Untere Immissionsschutzbehörde um eine Lärmuntersuchung gebeten, damit wir womöglich besser festlegen können, woher es kommt.“ Das Anliegen läge zudem auf dem Schreibtisch von Bürgermeister Hannes Gieseler. „Das zeigt, dass wir die Sorgen der Anwohner sehr ernst nehmen“, betont Stefanie Gowik von der Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde Wilnsdorf. Auch beim Kreis Siegen-Wittgenstein befindet sich die Angelegenheit in Bearbeitung. „Die Immissionsschutzbehörde beschäftigt sich damit und wird, sobald Kapazitäten frei sind, Messungen durchführen. Das wird auch zeitnah geschehen“, führt Kreis-Pressesprecher Torsten Manges aus.

„Wenn wir wüssten, wo es herkommt und wann es aufhört, wäre uns endlich etwas geholfen“, hofft Jost Berg, bald wieder die Nächte in den eigenen vier Wänden durchschlafen zu können. Ohne tieffrequentes Geräusch und ohne Dröhnen im Kopf.

Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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