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Windkraft auf der Kalteiche
Tote Tiere unterm Windrad

Einen verletzten Großen Abendsegler fand Peter Draeger unter der Windkraftanlage.

goeb Wilnsdorf. „Verantwortungslos“ nennt der Verband „Die Naturschutzinitiative“ (NI) die fortgesetzte Planungsarbeit für weitere Windkraftanlagen (WKA) auf dem nach ihrem Dafürhalten dafür nicht geeigneten Höhenzug der Kalteiche an der Grenze zwischen Siegerland und Hessen. Sie führt in einem Pressepapier ökologische Gründe an. Zu sensibel seien die ausgedehnten Wälder mit höhlenbewohnenden Fledermausarten und Greifvögeln, wie Rotmilan, Wespen- und Mäusebussard, sowie dem Schwarzstorch unter den Schreitvögeln.
Acht getötete Fledermäuse in diesem SommerAktueller Hintergrund sind Totfunde unter den drei WKA der Firma Volkswind, vor allem in diesem Sommer. Fachbeiratsmitglied Peter Draeger aus Wilnsdorf habe in der vergangenen Woche einen Großen Abendsegler gefunden.

goeb Wilnsdorf. „Verantwortungslos“ nennt der Verband „Die Naturschutzinitiative“ (NI) die fortgesetzte Planungsarbeit für weitere Windkraftanlagen (WKA) auf dem nach ihrem Dafürhalten dafür nicht geeigneten Höhenzug der Kalteiche an der Grenze zwischen Siegerland und Hessen. Sie führt in einem Pressepapier ökologische Gründe an. Zu sensibel seien die ausgedehnten Wälder mit höhlenbewohnenden Fledermausarten und Greifvögeln, wie Rotmilan, Wespen- und Mäusebussard, sowie dem Schwarzstorch unter den Schreitvögeln.

Acht getötete Fledermäuse in diesem Sommer

Aktueller Hintergrund sind Totfunde unter den drei WKA der Firma Volkswind, vor allem in diesem Sommer. Fachbeiratsmitglied Peter Draeger aus Wilnsdorf habe in der vergangenen Woche einen Großen Abendsegler gefunden. Die Fledermaus lebte noch und wird nun von dem Veterinär Konstantin Müller, ebenfalls NI-Mitglied, versorgt. Die Prognose sei kritisch.Zwei Wochen davor habe Draeger einen in der Mitte durchschlagenen Milan sowie zwei Fledermäuse gefunden, darunter wieder ein Abendsegler. Rechne man noch die Fledermausfunde vom Juni 2020 dazu, komme man auf insgesamt acht getötete Tiere in diesem Sommer.
Auf das Konto der Volkswind-WKA auf der Kalteiche gehen nach Darstellung der NI in der Zeit von 2017 bis 2020 vier Exemplare des geschützten Rotmilans. Während die Greife in solchen Fällen meistens Kontakt mit den Rotorblättern bekämen, reiche bei den Fledertieren schon ein in der Nähe vorbeisausendes Rotorblatt aus. Der starke plötzliche Luftdruckunterschied verletze diese Tiere an Lunge bzw. Ohr.

Dunkelziffer erheblich höher

Der NI ist wichtig festzuhalten, dass ihre Beobachtungen Zufallsfunde seien, da man nicht systematisch suche bzw. auch viele Tiere nicht finde. Der Verband mit Hauptsitz in Quirnbach im Westerwald führt in seiner Pressemitteilung mehrere Studien an, u. a. die bundesweite Schlagopferdatei der Vogelschutzwarte Brandenburg und eine Hochrechnung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Berlin). Die Schutzwarte Brandenburg listet in ihrer Bundesdatei insgesamt 3808 tote Fledermäuse auf. Die Dunkelziffer, so die NI, sei erheblich höher. Sie zitiert das Leibniz-Institut, das von 250 000 toten Fledermäusen per anno ausgehe (bei ca. 30 000 WKA in ganz Deutschland). Ähnlich erschreckend sei es bei den Vögeln.

"Auf ganzer Linie versagt“

Der Verband fordert angesichts solcher Zahlen nicht nur das Einstellen jedweder Planung von Windkraftanlagen, sondern Abschaltung und Rückbau der bestehenden Türme. Mehrfach habe man Behörden in Hessen und im Kreis Siegen-Wittgenstein auf die Gefahren hingewiesen, gleichwohl planten Investoren aus den beiden Ländern einfach weiter.Die Antragsteller, unterstellt die NI, verharmlosten die Wirkung auf die Natur, die Behörden seien „scheinbar zu wohlwollend“. Mitverantwortlich „für das Desaster“ seien die von den Investoren unter Vertrag genommenen „Gutachter“. Die NI abschließend: „Die haben unseres Erachtens auf ganzer Linie versagt.“

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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