SZ

Pilot stürzt aus 100 Metern in die Tiefe
Toter beim Absturz eines Kleinflugzeugs bei Niederdielfen

Die Feuerwehrleute fanden das Wrack und Trümmerteile des Flugzeugs in einem Fichtenwald am Rande von Niederdielfen. Die Leiche des Piloten lag rund 400 Meter von der Absturzstelle entfernt.
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  • Die Feuerwehrleute fanden das Wrack und Trümmerteile des Flugzeugs in einem Fichtenwald am Rande von Niederdielfen. Die Leiche des Piloten lag rund 400 Meter von der Absturzstelle entfernt.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

tip Niederdielfen. Vielleicht hat er im letzten Moment doch noch ein wenig mit seinem Entschluss gehadert. Zwei Runden fliegt der 25-jährige Pilot der kleinen Propellermaschine am Montagmorgen über Niederdielfen. Dann tut er es doch: Gurte und Dach auf, die Maschine gedreht, fällt er aus rund 100 Metern Höhe zu Boden. Er ist sofort tot. Die Morane-Saulnier Rallye schlägt anschließend im nahe gelegenen Waldgebiet auf. Was zunächst nach einem Flugzeugunglück aussieht, entpuppt sich am Montag doch recht schnell als Suizid. Der Pilot – ein 25-jähriger Mann aus Niederdielfen – hatte laut Polizei entsprechende Hinweise auf seine geplante Tat im näheren persönlichen Umfeld hinterlassen. Die Staatsanwaltschaft Siegen hat die Obduktion veranlasst, sie soll am Mittwoch vorgenommen werden.

tip Niederdielfen. Vielleicht hat er im letzten Moment doch noch ein wenig mit seinem Entschluss gehadert. Zwei Runden fliegt der 25-jährige Pilot der kleinen Propellermaschine am Montagmorgen über Niederdielfen. Dann tut er es doch: Gurte und Dach auf, die Maschine gedreht, fällt er aus rund 100 Metern Höhe zu Boden. Er ist sofort tot. Die Morane-Saulnier Rallye schlägt anschließend im nahe gelegenen Waldgebiet auf. Was zunächst nach einem Flugzeugunglück aussieht, entpuppt sich am Montag doch recht schnell als Suizid. Der Pilot – ein 25-jähriger Mann aus Niederdielfen – hatte laut Polizei entsprechende Hinweise auf seine geplante Tat im näheren persönlichen Umfeld hinterlassen. Die Staatsanwaltschaft Siegen hat die Obduktion veranlasst, sie soll am Mittwoch vorgenommen werden.

25-jähriger Pilot aus Wilnsdorf ums Leben gekommen

Flugzeug fliegt kurz vor dem Absturz in Niederdielfen eine ungewöhnliche Kurve

Mehrere Anwohner des Wilnsdorfer Ortsteils hatten sich am Montagmorgen um kurz nach 6 Uhr bei der Polizei gemeldet. Eine Spaziergängerin, die am Ortsrand nahe des Waldes gerade mit ihrem Hund unterwegs war, sah den Absturz der Maschine mit eigenen Augen. „Kurz vor dem Aufprall flog das Flugzeug noch eine ungewöhnliche Kurve”, beschreibt sie die Szene. Aufmerksam geworden war sie, wie viele andere Zeugen auch, von den lauten Motorgeräuschen zu ungewöhnlicher Zeit.

Gestartet war das Flugzeug kurz zuvor am Burbacher Siegerland-Flughafen. „Widerrechtlich”, wie Polizei-Pressesprecher Niklas Zankowski der SZ bestätigt. Angemeldet war der Flug nicht, entsprechend waren auch weder Tower noch Flughafenfeuerwehr zu dem Zeitpunkt besetzt. Eine „prior permission request“, eine Anfrage des verantwortlichen Piloten an den Flughafen, damit vorbereitende Maßnahmen eingeleitet werden können, lag nicht vor. Eingetragen für einen geplanten Flug oder reserviert war die Maschine für diese Uhrzeit ebenfalls nicht. Der 25-Jährige war allerdings im Besitz von Schlüsseln und Chipkarte für den abgesperrten Bereich des Flughafens.

25-jähriger Pilot spricht noch am Wochenende unbeschwert über die Fliegerei

Die Morane-Saulnier Rallye hatte zwei Besitzer, Halter war der Luftsportverein Hellertal. Genutzt wurde das Flugzeug aber auch vom Verein für Flugsport Geisweid, der am Siegerland-Flughafen stationiert ist. Erst am Sonntag noch war Karl Wilhelm Bode mit dem Flugzeug unterwegs, hatte zehn Segelflieger in die Höhe geschleppt. „Das Flugzeug war in einem einwandfreien Zustand. Es ist erst vor gut drei Jahren komplett überholt worden, war quasi wie neu”, sagt er am Rande des Unglücksortes. In den Gesichtern der Flugsportfreunde: Fassungslosigkeit. Noch am Wochenende hatte man mit dem 25-Jährigen unbeschwert zusammengesessen und über die Fliegerei gesprochen.

Vor dem Aufprall auf dem Waldboden hatte sich die Maschine eine Schneise durch die Bäume geschlagen.
  • Vor dem Aufprall auf dem Waldboden hatte sich die Maschine eine Schneise durch die Bäume geschlagen.
  • Foto: Tim Plachner
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

Die Feuerwehr hatte im Waldstück oberhalb des Torwiesenwegs das Trümmerfeld aufgefunden. Nur noch wenige große Teile waren von dem etwa 80.000 Euro teuren Flugzeug des französischen Herstellers übrig geblieben. Einzig der Motor mit seinen rund 300 Kilogramm Gewicht machte Mühe. Die restlichen Teile konnten später vom Halterverein mit kleinen Anhängern abtransportiert werden.
Nicht auffindbar war zunächst die Leiche des Piloten gewesen.

Schaulustiger findet nach Flugzeug-Absturz in Niederdielfen die Leiche

Ein Schaulustiger, der den Einsatz der Rettungskräfte beobachten wollte, fand sie schließlich auf einer Wiese, rund 400 Meter unterhalb der Aufschlagstelle. Ob der 25-jährige Niederdielfener, der Mitglied im Verein für Flugsport Geisweid war und laut Polizei als „erfahrener Pilot” galt, das Flugzeug im letzten Moment noch gezielt in den Wald gelenkt hat, ist unklar. Sachverständige der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hatten sich vor Ort ein Bild gemacht und die Trümmer und Wrack auch auf technische Mängel untersucht. Auch Wetter- und Radardaten werden noch im Detail ausgewertet. Der Abschlussbericht soll in einigen Wochen vorliegen.

Rund 90 Liter Kraftstoff soll die Maschine beim Aufprall noch an Bord gehabt haben. Die untere Wasserbehörde wird am Dienstag Bodenproben im Fichtenwald entnehmen, um eine eventuelle Schädigung des Waldbodens untersuchen zu können.

Depressiv? Hier finden Sie Hilfe

Die Siegener Zeitung berichtet in der Regel nicht über Selbsttötungen, um keinen Anreiz für Nachahmung zu geben – außer, Suizide erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst depressiv sind, Selbstmord-Gedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline (08 00) 1 11 01 11 oder (08 00) 1 11 02 22 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Autor:

Tim Plachner

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