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Neue Feuerwehrgerätehäuser in Wilgersdorf und Anzhausen
Um Millionen Euro verrechnet

Hier könnte das neue Feuerwehrgerätehaus Wilgersdorf entstehen – die Betonung liegt auf „könnte“, denn der Rat wird darüber noch einmal neu abstimmen müssen.
  • Hier könnte das neue Feuerwehrgerätehaus Wilgersdorf entstehen – die Betonung liegt auf „könnte“, denn der Rat wird darüber noch einmal neu abstimmen müssen.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sp Wilnsdorf. Es war eines der großen Themen in der Kommunalpolitik in Wilnsdorf dieses Jahr: der Neubau der Feuerwehrgerätehäuser in Wilgersdorf und Anzhausen/Flammersbach. Die Blauröcke statteten dem Wilnsdorfer Rat mehrfach einen Besuch ab, wenn ihre Themen auf der Tagesordnung standen. Die Löscheinheiten Flammersbach und Anzhausen verabschiedeten sich sogar mit Martinshorn, als das Gremium im Februar einstimmig dafür votierte, dass sie ein neues gemeinsames Feuerwehrgerätehaus im Industrie- und Gewerbegebiet Klabach-Mühlengraben bekommen sollen. Die Freude über den räumlichen und organisatorischen Zusammenschluss war groß.

sp Wilnsdorf. Es war eines der großen Themen in der Kommunalpolitik in Wilnsdorf dieses Jahr: der Neubau der Feuerwehrgerätehäuser in Wilgersdorf und Anzhausen/Flammersbach. Die Blauröcke statteten dem Wilnsdorfer Rat mehrfach einen Besuch ab, wenn ihre Themen auf der Tagesordnung standen. Die Löscheinheiten Flammersbach und Anzhausen verabschiedeten sich sogar mit Martinshorn, als das Gremium im Februar einstimmig dafür votierte, dass sie ein neues gemeinsames Feuerwehrgerätehaus im Industrie- und Gewerbegebiet Klabach-Mühlengraben bekommen sollen. Die Freude über den räumlichen und organisatorischen Zusammenschluss war groß. Auch die Wilgersdorfer Feuerwehr freute sich im Juni über die Entscheidung des Rates, dass sie in ein neues Feuerwehrgerätehaus an einem besseren Standort einziehen darf.

Verwaltung Wilnsdorf verrechnet sich um Millionen von Euro

Die neueste Entwicklung dürfte die euphorische Stimmung allerdings erst einmal wieder trüben. Der Grund: Die Verwaltung hat sich verrechnet, es geht um Millionen von Euro. Die ursprünglich angesetzten Kosten für die zwei neuen Gebäude reichen bei Weitem nicht aus. Jetzt muss die Politik wieder beraten und die Feuerwehrleute müssen warten. Vor allem die Wilgersdorfer Löscheinheit dürfte die Entscheidung des Rates mit Spannung erwarten. Denn für sie geht es darum, ob sie ein neues Gebäude bekommt oder an Ort und Stelle bleibt.

  • Eine interne grobe Kostenschätzung der Verwaltung für ein neues Feuerwehrgerätehaus Wilgersdorf lag bei 950.000 Euro. Nach „mittlerweile gewonnenen Erkenntnissen“, so schreibt es die Verwaltung, liegen die Kosten bei 2,1 bis 2,4 Millionen Euro. Ein Unterschied in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Das neue Gebäude sollte an einem besseren Standort (Einmündungsbereich der Straße Goldschmiedsborn/K25) errichtet werden. Jetzt sollen die Ratsmitglieder erneut darüber abstimmen, ob dieser Plan weiter vorangetrieben wird oder ob nicht doch eine Sanierung des bestehenden Feuerwehrgerätehauses mit Kosten in Höhe von 345.000 Euro erfolgen soll. Dass das Thema der Feuerwehrgerätehäuser erneut auf den Tisch kommt, könnte allerdings einen Vorteil für alle Einheiten mit sich bringen. 
  • Die neueste Vorlage zum neuen Feuerwehrgerätehaus der Löscheinheiten Anzhausen und Flammersbach schlägt dem Rat zwei Varianten vor. Die erste enthält zu den bisherigen Planungen eine „zentrale Nutzungserweiterung“. Das bedeutet: Eine zentrale Waschhalle, ein zentrales Alarmgerätelager und ein zentraler Tauschbereich für die Einsatzkleidung könnten hinzukommen. Die Kosten lägen dann bei 3,3 Millionen Euro, ohne diese Erweiterungen bei 2,6 Millionen Euro. Aber auch diese Zahlen unterscheidet sich deutlich von der Summe, über die der Rat im Februar abgestimmt hatte. Sie lag bei 1,1 Millionen Euro. Zuvor hatte man die Sanierungskosten für beide existierende Feuerwehrgerätehäuser in Anzhausen und Flammersbach errechnet (1,12 Millionen Euro) – auch die wären jetzt deutlich höher – und diese den Kosten eines gänzlich neuen Gebäudes gegenüber gestellt. 

Der Einheitsführer der Löschgruppe Anzhausen, Branimir Sculac, würde die Variante 1 mit den Nutzungserweiterungen begrüßen. „Prinzipiell ist so etwas erforderlich für eine gesamte Feuerwehr.“ In dem Alarmgerätelager beispielsweise würden Sandsäcke, Pumpen oder Ölbindemittel gelagert. Ein zentraler Ort dafür bedeute, dass vor Einsätzen nicht verschiedene Gerätehäuser in unterschiedlichen Ortsteilen angefahren werden müssten. „Das wäre für alle elf Löschgruppen ein immenser Mehrwert.“ Um ein zentrales Gerätelager komme die Gemeinde langfristig nicht herum, so Sculac. Jede Einheit hätte dann einen Schlüssel für das zentrale Lager. „Von dem hat die Einheit Anzhausen-Flammersbach nicht besonders viel, außer mehr Arbeit“, ergänzt er, denn die müsse dann alles instand halten, aber es sei ein Vorteil für alle der etwa 300 Feuerwehrleute in Wilnsdorf.
Zurückhaltend blieb Sculac bezüglich der neuen Zahlen und deren Auswirkungen. Er gab aber an, dass es seit etwa zwei Monaten keine Gespräche mehr mit der Verwaltung gegeben habe.

Die Baupreise sind gestiegen

Zur Begründung der weitaus höheren Kosten für das neue Feuerwehrgerätehaus Anzhausen/Flammersbach schreibt die Verwaltung in ihrer Vorlage, dass die damals angenommene Summe für den Neubau „nicht alle Kostengruppen dieses Spezialbaus“ mit umfasst habe, „so fand beispielsweise die gebäudespezifische Technik keine Berücksichtigung“. Im Zuge der konkreten Planung steige zudem die angenommen Bruttogrundfläche von 800 Quadratmeter auf 920 Quadratmeter. Und: Baupreise sind im Vergleich zum vergangenen Jahr gestiegen.
„Diese deutlich geänderte Kostensituation macht eine erneute Beratung über die weitere Vorgehensweise erforderlich“, heißt es weiter. Der Haupt- und Finanzausschuss wird heute beraten. Der Rat wird am Ende die Entscheidungen treffen. Er tagt am 17. Dezember.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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