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Naturprodukt in Pelletform
Universaldünger aus Oberdielfer Wolle

Claudia Schepp inmitten ihrer 130 Schafe. Diese weiden momentan auf einer rund vier Hektar großen Fläche in Oberdielfen. Einmal im Jahr geben die Schafe ihre Wolle ab. Claudia Schepp stellt daraus Dünger her.
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  • Claudia Schepp inmitten ihrer 130 Schafe. Diese weiden momentan auf einer rund vier Hektar großen Fläche in Oberdielfen. Einmal im Jahr geben die Schafe ihre Wolle ab. Claudia Schepp stellt daraus Dünger her.
  • Foto: Tim Plachner
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

tip Oberdielfen. Es braucht nur wenige Lockrufe, dann kommen die 130 Schafe auch schon die 4 Hektar große Weide runter gesaust. Angeführt von Bock „Wolle” umringen sie Claudia Schepp, die eigentlich gelernte Industriekauffrau ist. Vor 21 Jahren aber lernte sie ihren Mann kennen. Dessen Familie widmet sich seit mehreren Generationen der Landwirtschaft. Seitdem macht Claudia Schepp ihre Liebe zu Tieren zum Beruf. Vor allem mit dem Verkauf von Schafswolle lässt sich aber in heimischen Gefilden kein Geld mehr verdienen.

Ganz im Gegenteil: „Wir müssen eigentlich schon fast draufzahlen, damit uns jemand die Wolle abnimmt”, berichtet Schepp. Denn am Markt ist nur noch die feine Wolle der Merinoschafe gefragt, die vor allem in Großherden in Australien zu Hause sind.

tip Oberdielfen. Es braucht nur wenige Lockrufe, dann kommen die 130 Schafe auch schon die 4 Hektar große Weide runter gesaust. Angeführt von Bock „Wolle” umringen sie Claudia Schepp, die eigentlich gelernte Industriekauffrau ist. Vor 21 Jahren aber lernte sie ihren Mann kennen. Dessen Familie widmet sich seit mehreren Generationen der Landwirtschaft. Seitdem macht Claudia Schepp ihre Liebe zu Tieren zum Beruf. Vor allem mit dem Verkauf von Schafswolle lässt sich aber in heimischen Gefilden kein Geld mehr verdienen.

Ganz im Gegenteil: „Wir müssen eigentlich schon fast draufzahlen, damit uns jemand die Wolle abnimmt”, berichtet Schepp. Denn am Markt ist nur noch die feine Wolle der Merinoschafe gefragt, die vor allem in Großherden in Australien zu Hause sind. Daraus werden beispielsweise Anzugstoffe hergestellt. Witterungsbedingt bieten sich Merinoschafe aber hier nicht zur Zucht an.

"Wir müssen eigentlich schon fast draufzahlen, damit uns jemand die reine Wolle abnimmt"
Claudia Schepp
Schafzüchterin aus Oberdielfen

In Oberdielfen züchtet Claudia Schepp daher Coburger Fuchsschafe und Rhönschafe. Einmal jährlich werden diese geschoren. „Das kostet 2 Euro pro Schaf. Anschließend haben wir dann rund 390 Kilogramm Wolle zur Verfügung”, so die Schafzüchterin. Früher sei man diese zumindest noch mit einem Minimalgewinn von einem Euro pro Kilogramm losgeworden. Doch diese Zeiten seien nun vorbei.

Empfehlung von der Kalteiche

Also machte sich Claudia Schepp schlau. Ein guter Tipp kam aus Wilgersdorf. „Eine Bekannte vom Ziegenhof Kalteiche erzählte, dass sie gute Erfahrung mit Schafswolle als Dünger gemacht hat”, berichtet die Landwirtin. Also ging es ans eigene Experimentieren. Die Schafswolle muss nach der Schur nämlich zunächst gut getrocknet werden. Maximal 25 Prozent Feuchtigkeit dürfe noch drin sein. „Wir haben die Wolle auf unseren Heuwagen und Paletten ausgebreitet. Es hat eine Woche gedauert, bis wir die richtigen Werte erreicht hatten.”

Praktische Pellets entstehen

In Baden-Württemberg fand sich ein Unternehmen, das die Wolle zu Pellets pressen konnte. Zwar ließe sich, so Schepp, die Wolle auch im ursprünglichen Zustand als Dünger einsetzen, in Pelletform sei dies aber alleine schon aus Gründen der Lagerung deutlich praktischer. Der Rest war wieder Handarbeit „made in Dielfen”. Die von einer Agentur entworfenen Sticker – Bock „Wolle” diente als Namensgeber – klebte die Familie auf Papiertüten. Diese wurden anschließend mit je einem Kilogramm Pellets befüllt und verschlossen.

Schon wenige Sekunden, nachdem die Pellets mit Wasser in Berührung gekommen sind, schwemmen sie auf. Dann wird das Wasser nach und nach an die Pflanzen abgegeben.
  • Schon wenige Sekunden, nachdem die Pellets mit Wasser in Berührung gekommen sind, schwemmen sie auf. Dann wird das Wasser nach und nach an die Pflanzen abgegeben.
  • Foto: Tim Plachner
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

Die Vermarktung hat vor wenigen Wochen begonnen – und schon gab es bundesweite Anfragen. „Bis nach Bremerhaven haben wir geliefert”, erzählt die 37-Jährige. Den Dünger gibt es aber natürlich auch bei Schepps selbst, in der Oranienstraße in Oberdielfen. Auch erste Händler aus der Nachbarschaft wollen einige Einheiten abnehmen und ins Sortiment aufnehmen. Das Kilogramm kostet 9,50 Euro.

Ein echtes Universaltalent

Und wofür eignet sich der komplett biologische Dünger? „Es ist ein Universaltalent”, erklärt Claudia Schepp. Blumen, Büsche, Gemüse, Kräuter – beim Test im eigenen Garten und bei Freunden wurden gute Ergebnisse erzielt. „Die Kartoffeln wachsen ja wie Gewitter”, habe eine Freundin begeistert berichtet.

Pro Pflanzloch reichen etwa 10 Gramm Dünger aus.

Ein Esslöffel pro Pflanzloch reicht aus, die Düngewirkung reiche bis zu zehn Monaten. Eine Überdüngung ist ausgeschlossen, da die Wolle ihre Nährstoffe nur langsam an die Pflanze abgibt. Auch als Schneckenschutz ließen sich die Woll-Pellets gut einsetzen.
Für Claudia Schepp soll der Verkauf der Pellets lediglich ein Nebenerwerb sein: „So machen wir mit der Schafswolle wenigstens keinen Verlust.” Und etwas Gutes für die Umwelt tut die Oberdielfenerin damit auch.

Autor:

Tim Plachner

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