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Winterwetter in der Region
Wald darf betreten werden - auf eigene Gefahr

Die weiße Pracht lockt dieser Tage Jung und Alt nach draußen und in die Wälder (hier auf der Hohenroth). Wer zwischen den Bäumen spazieren geht, tut dies auf eigene Gefahr und sollte die gebotene Vorsicht walten lassen.
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  • Die weiße Pracht lockt dieser Tage Jung und Alt nach draußen und in die Wälder (hier auf der Hohenroth). Wer zwischen den Bäumen spazieren geht, tut dies auf eigene Gefahr und sollte die gebotene Vorsicht walten lassen.
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tile Wilgerdorf/Vormwald. Der Wanderparkplatz auf der Kalteiche an der B54 in Wilgersdorf ist dieser Tage gut frequentiert. Herrchen mit Hund, zwei befreundete Walkerinnen oder Läufer, eine Mutter mit Kindern, spazierende Pärchen – sie alle lockt das malerische Winterwunderland vor der eigenen Haustür. „Endlich mal ein richtiger Winter“, ist zu hören. Oder: „Einfach herrlich!“ Der Satz „So kommt man wenigstens mal raus“, fällt auch des Öfteren.
Die Lust am Schneewandern ist dabei nicht auf das südliche Siegerland beschränkt. Im Gegenteil: „Die Wanderparkplätze sind aktuell überall voll, auch unter der Woche“, hat Manfred Gertz, Leiter des Regionalforstamts Siegen-Wittgenstein beobachtet.

tile Wilgerdorf/Vormwald. Der Wanderparkplatz auf der Kalteiche an der B54 in Wilgersdorf ist dieser Tage gut frequentiert. Herrchen mit Hund, zwei befreundete Walkerinnen oder Läufer, eine Mutter mit Kindern, spazierende Pärchen – sie alle lockt das malerische Winterwunderland vor der eigenen Haustür. „Endlich mal ein richtiger Winter“, ist zu hören. Oder: „Einfach herrlich!“ Der Satz „So kommt man wenigstens mal raus“, fällt auch des Öfteren.
Die Lust am Schneewandern ist dabei nicht auf das südliche Siegerland beschränkt. Im Gegenteil: „Die Wanderparkplätze sind aktuell überall voll, auch unter der Woche“, hat Manfred Gertz, Leiter des Regionalforstamts Siegen-Wittgenstein beobachtet. Auch im Wald selbst belegen die Spuren, dass Wetter und Corona die Leute vermehrt nach draußen treiben. „Selbst in den entlegendsten Ecken sind Menschen auf Trampelpfaden unterwegs, wo sonst eigentlich nie jemand hinkommt“, sagt der Forstwissenschaftler.

Der Wald darf auf eigene Gefahr betreten werden

Aber ist es angesichts der Wetterlage überhaupt ratsam, vom Waldbetretungsrecht Gebrauch zu machen? Es herrsche „normales Winterwetter“, ordnet Manfred Gertz die Situation ein. Der Wald darf auf eigene Gefahr weiter betreten werden. Je mehr Nassschnee es gibt, etwa so wie am Dienstag, desto höher ist die Gefahr, dass Äste brechen können. Wind oder gar Sturmböen tun ein Übriges. Bisher sei es aber noch nicht zu gefährlichen Schneebrüchen gekommen.
Trotzdem mahnt der Forstamtsleiter zur Vorsicht: Für die kommenden 14 Tage sei Frost gemeldet, der Schnee bleibe wohl wenigstens oberhalb von 500 Metern liegen und werde hart, „darunter ist es spiegelglatt“, gerade auch dort, wo geräumt wurde. Außerdem sollte man „sich nur dort bewegen, wo man sich auskennt.“ Wegezeichen könnten verschneit sein oder auf den Kalamitätsflächen gänzlich fehlen. Erst vergangene Woche habe sich eine ältere Erndtebrückerin im Wald verlaufen, sagt Manfred Gertz.
Gefährlich kann es in Eisschlag-Bereichen werden, also in der Nähe von Windkraftanlagen oder unter Sendemasten. „Die Betreiber kennzeichnen diese Bereiche mit entsprechenden Infotafeln und Hinweisschildern“, so der Forstamtsleiter.

Waldbesucher sollten sich nur auf den Wegen aufhalten

Im Sinne der Tiere sollten sich Waldbesucher nur auf den (Wander-)Wegen bewegen. Flächen für die Winterfütterung sind gesperrt und tabu, „aber daran hält sich nicht jeder“, moniert Manfred Gertz. Die Begegnung mit Menschen bedeutet für die Tiere Stress, sie fliehen und verbrauchen Energie, die sie im Winter kaum aufbringen können, da das Fressen knapp ist.
Der Rothaarsteig-Verein beobachtet ebenfalls eine hohe Frequenz auf den Wegen und im Wald. Gerade in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr waren an den „Hotspots“ Winterberg, Hängebrücke Kühude oder Tiefenrother Höhe viele Wanderer unterwegs. „Wir haben im Rahmen unserer Möglichkeiten auf die Corona-Maßnahmen hingewiesen und dass man besser vor der eigenen Haustür wandert“, erklärt Sprecherin Katharina Schwake-Drucks. Im Großen und Ganzen aber entzerre es sich auf der Strecke, sodass die Einhaltung des Abstandsgebots kein Problem sei.

Rothaarsteig auch im Winter gut zu wandern

Auch auf den Rothaarsteig begebe man sich auf eigene Gefahr, aber er sei ein „Ganzjahreswanderziel“ und auch im Winter gut zu wandern, sagt Katharina Schwake-Drucks. Mit vereisten Stellen sollte aber gerechnet werden. Aber selbst die Hängebrücke könne prinzipiell genutzt werden – alternativ gebe es hier noch den Weg drumherum. Schneebrüche gab es noch keine, aber am Dienstag warnten nun die Ranger Südwestfalen über die sozialen Netze angesichts des leichten Tauwetters und Regens vor Schneebruch und mahnten zur Vorsicht in den Hochlagen des Rothaargebirges. Besser noch solle der Wald sogar gemieden werden.

Die Strecken würden nicht wöchentlich, aber doch regelmäßig auf die Kennzeichnungen hin kontrolliert. Im Siegerland und in Wittgenstein beispielsweise seien 25 Wegezeichner auf dem Hauptweg, den Spuren sowie den Zugangswegen unterwegs. Wer Interesse hat, den Rothaarsteig als Wegezeichner zu unterstützen, kann sich unter info@rothaarsteig.de an den Verein wenden.
Ungeübte Wanderer sollten die Routen gut vorplanen und bei der Wetterlage einkalkulieren, dass sie langsamer vorankommen; etwa ein Drittel oder die Hälfte der Distanz, die man sonst in einer Stunde zurücklegt, schätzt Katharina Schwake-Drucks. Außerdem werde es früh dunkel. Zur Ausrüstung sollten bei den aktuellen Bedingungen zudem Stöcke gehören, empfiehlt die Sprecherin.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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