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Viel Feinarbeit gefragt
Wegweiser in Wilgersdorf erstrahlen in neuem Glanz

Die teilweise 40 Jahre alten Wegweiser werden nach und nach restauriert.
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nik Wilgersdorf. Sagen wir's, wie es ist: Ohne solche Leute drehte sich in mancher Ortschaft kein Rad. Oder wie Gerd Hartmann es ausdrückt: „Das ist eine Truppe von Helfern, die ist mit Geld nicht zu bezahlen”. Alle Mann sind sie nicht nur Mitglieder in der Wilgersdorfer Abteilung des Sauerländer Gebirgsvereins, kurz SGV, sie sorgen auch ehrenamtlich dafür, dass Wandersleut sich auch weiterhin nicht in den Wäldern rund um den Ort verfranzen und sich zweitens ordentlich ausruhen können. Es sind Friedhelm Neef und Wilmar Müller, die sich um den...

nik Wilgersdorf. Sagen wir's, wie es ist: Ohne solche Leute drehte sich in mancher Ortschaft kein Rad. Oder wie Gerd Hartmann es ausdrückt: „Das ist eine Truppe von Helfern, die ist mit Geld nicht zu bezahlen”. Alle Mann sind sie nicht nur Mitglieder in der Wilgersdorfer Abteilung des Sauerländer Gebirgsvereins, kurz SGV, sie sorgen auch ehrenamtlich dafür, dass Wandersleut sich auch weiterhin nicht in den Wäldern rund um den Ort verfranzen und sich zweitens ordentlich ausruhen können. Es sind Friedhelm Neef und Wilmar Müller, die sich um den Erhalt von 54 Holzbänken kümmern, von denen so manche nicht nur vom Zahn der Zeit ordentlich angenagt wurde, sondern auch unter Naturgewalten zu leiden hatte: „Der Sturm hat auf der Kalteiche eine mittendurch gemacht”, berichtet Gerd Hartmann und zeigt zum Beweis sein Handy her, auf dem tatsächlich sehr viel Baum, aber nur noch sehr wenig Bank erkennbar ist. Die bislang rustikal-dunkelgrünen Sitzgelegenheiten werden durch Modelle aus Lärchenholz ersetzt.

Pflege von Holzbänken und Wegweisern als wahre Sisyphos-Arbeit

Mit dieser Arbeit bewegen sich die Ehrenamtler durchaus auf den Spuren eines gewissen Sisyphos, denn so richtig fertig werden sie damit wohl nie. Erfreuliche Nachricht: Mit Vandalismus, wie man das aus anderen Orten kennt, gibt es hier kein Problem. Wieder angebracht werden außerdem die 2019 installierten Rettungspunkt-Plaketten, wenn inzwischen auch bei einem Notruf per Mobilfunk die GPS-Funktion mit übernimmt.

SGV-Vorsitzender Gerd Hartmann und Ehefrau Rosi freuen sich über den Einsatz der Bank- und Schilder-Truppe.
  • SGV-Vorsitzender Gerd Hartmann und Ehefrau Rosi freuen sich über den Einsatz der Bank- und Schilder-Truppe.
  • Foto: Nicole Klappert
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

Der zweite Teil der „Truppe” hat sich die betagten Holzschilder vorgenommen, die in und um Wilgersdorf „drumrum”, wie Gerd Hartmann sagt, den Weg weisen. Hartmann, das sei an dieser Stelle kurz eingeschoben, hat die Wilgersdorfer Abteilung des SGV vor drei Jahren „vom Vatter her” als Vorsitzender übernommen, und es war eben jener Werner Hartmann, in Wilgersdorf auch als Gründer der Schellengruppe ein Begriff, der vor vier Jahrzehnten diese Schilder eigenhändig gefertigt, geschnitzt, bemalt hat. Und zwar rund 100 an der Zahl.

Eine Motorsäge für die Helfer Instandgehaltene, saubere und gut markierte Wanderstrecken fallen nicht vom Himmel. Peter Rudolf, Henning Knipp und Johannes Müller kümmern sich auch um die Wartung der Wege rund um den Wilnsdorfer Ortsteil, im Augenblick vorrangig um den Wilgersdorfer Rundwanderweg sowie die Rundwanderwege Kalteiche (A1), Oberes Weißbachtal (A2) und Königstal (A3). Die Gesamtlänge der SGV-eigenen Wege in Wilgersdorf beträgt über 45 Kilometer, dazu kommen noch 15 Kilometer Auftragswanderwege. Vom örtlichen Oldieclub gab es daher kürzlich als Spende zum Zeichen der Unterstützung eine handliche Motorsäge.

„Die sind mittlerweile unleserlich geworden”, berichtet der Sohn, auch an ihnen gingen Zeit und Sturm, flog der Borkenkäfer nicht spurlos vorbei. Vor gut einem Jahr haben Peter Rudolf, Henning Knipp und Johannes Müller damit begonnen, diese Schilder aufzumöbeln. Mit im Boot ist außerdem ein weiterer Hartmann, nämlich Dietmar, der Bruder von Gerd, und auch Enkel Moritz soll durchaus schon bei der Arbeit gesehen worden sein.

Probesitzen auf der neuen Bank (v.l.) Friedhelm Neef, Henning Knipp und Peter Rudolf.

Weitere wegweisende Pläne in und um Wilgersdorf

„Das hier war zum Beispiel fast vergammelt”, zeigt Gerd Hartmann ein weiteres Bild, diesmal von der Hinweistafel hinauf zum Wacholder-Naturschutzgebiet. Richtung Dillenburg, zur Grube Neue Hoffnung, die drei Ortsschilder wie das gegenüber der Sparkasse ... „Sie werden nach und nach auf den neuesten Stand gebracht”, und wo im Wald keine Fichten mehr stehen, müssen die Schilder nun eben an neuen Pfosten angebracht werden.

Die bisher rustikal-grünen Bänke werden durch Modelle aus Lärchenholz ersetzt.

Zudem handelt es sich hierbei ja auch nicht um irgendwelche Nullachtfuffzehn-Fertigungen, sondern um regelrechte Schmuckstücke, für die es Feingefühl und ein Auge fürs Detail braucht – „der Peter guckt da auf den Millimeter!”, hat Gerd Hartmann vollstes Vertrauen in die Schilder-Spezialisten. Auch in Zukunft werden Wanderer und zunehmend Fahrradfahrer in den Wäldern rund um Wilgersdorf also nicht verloren gehen, zumal es weitere buchstäblich wegweisende Pläne gibt. Doch davon zu einem anderen Zeitpunkt mehr.

Autor:

Nicole Klappert

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