„Wie die Zicke am Strick“

dima Wilnsdorf. Einstimmig empfahl der Wilnsdorfer Bau- und Umweltausschuss gestern dem Rat die Zustimmung zur Konzeption des Landschaftsplanes. Im Rahmen einer frühzeitigen Bürgerbeteiligung hatten zahlreiche Bürger die Gelegenheit zur Einsicht und auch zur Kritik genutzt (die SZ berichtete).

Im Vergleich zum ersten Entwurf hat sich jetzt für die Gemarkung Wilden jedoch eine „wesentliche Ergänzung“ ergeben. Das teilte die Verwaltung gestern dem Fachgremium mit. Gemeinsam mit den Vertretern der Unteren Landschaftsbehörde wurden die Details erörtert, die den Grundstückseigentümern und Bewirtschaftern der betroffenen Flächen bereits am vergangenen Donnerstag im Rahmen eines Bürgerinformationstermines mitgeteilt worden waren.

Rund 50 Hektar Wiesen und Weiden zwischen L 722, L 723 und A 45 sowie im Bereich „Zur Johanneswiese“ in Oberwilden sollen im Entwurf des Landschaftsplanes mit einem „Umbruchsverbot“ belegt werden. Wie Michael Gertz von der Unteren Landschaftsbehörde gestern erklärte, handelt es sich dabei um naturschutzfachlich wertvolle Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Zum Beispiel von gefährdeten Schmetterlingen und Orchideen. Die Umwandlung in Ackerland würde den Verlust dieser Biotope für diese Arten bedeuten. Das Umbruchsverbot sei dabei bereits der kleinste mögliche Kompromiss, wie Kreis-Dezernentin Helge Klinkert gleichzeitig betonte.

Eigentlich sehe die Bezirksregierung im übergeordneten Regionalplan eine Unterschutzstellung dieser Flächen als Naturschutzgebiet vor. Dagegen habe sich die Kreisverwaltung jedoch mit viel „Kreativität“ zur Wehr gesetzt, so Klinkert. Man habe sich „geweigert, wie die Zicke am Strick“, ergänzte Gertz. Schließlich seien in diesen Bereichen Vorbelastungen vorhanden, zum Beispiel in Form von Straßenlärm. Der mindere den Wert der Biotope für einige seltene Vogelarten. Es bestünde deshalb keine Notwendigkeit für eine Unterschutzstellung. Und mit dem Umbruchsverbot sei keine Einschränkung der seit vielen Jahren auf den Flächen betriebenen Grünlandnutzung verbunden, so Helge Klinkert. Lediglich eine Umwandlung des Grünlandes in Acker solle zum Erhalt von Biotopstrukturen vermieden werden.

Auch über die Infogespräche hinaus, die in der vergangenen Woche in Wilden geführt wurden, bot die Kreisverwaltung gestern an, individuelle Beratungsgespräche mit den Betroffenen zu führen. Und im Rahmen der anstehenden öffentlichen Auslegung des Landschaftsplanes bestehe für alle Bürger die Gelegenheit, sich im Rahmen von Bürgersprechtagen über die Planung zu informieren sowie Bedenken und Anregungen vorzutragen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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