Wieder Licht in Grube »Jacobssegen«

Bergmannspfad um eine Station erweitert:

Bergbaufreunde legten vierten Stolleneingang frei/330 Stunden mit Hacke und Schaufel

dima Wilnsdorf. Heute kaum vorstellbar sind die Mühen, mit denen sich die Bergleute Ende des 19. Jahrhunderts in der Kalteiche auf der Suche nach Erz in den puren Fels arbeiteten. Schon auf den ersten Metern des uralten Stollens der Grube »Jacobssegen« erkennt man in den Felswänden immer noch die Spuren von Schlegel und Eisen.

1886 begann man hier mit der Suche nach dem kostbaren Erz. 1912 waren die Arbeiten zumindest offiziell beendet. Nur Eisenerz konnte gefördert werden. Ergebnislos blieb dagegen die Suche nach Blei-, Kupfer-, Zink- und Silbererzen. Zahllose Wanderer erkundeten seitdem die Hauberge rund um die ehemalige Grube – zwischen dem alten Wilnsdorfer Fußballplatz und dem Landeskroner Weiher– ohne von deren Existenz zu wissen. Das soll sich schon bald ändern. Nachdem die Wilgersdorfer Bergbaufreunde Adolf Schmelzer und Heinz Zimmermann sowie Jürgen Darwin vom Wilnsdorfer Heimatverein in den vergangenen sieben Wochen mit Hacke, Schaufel und Schubkarre rund 40 Kubikmeter Erde aus dem Eingangsbereich auf eine neu angelegte Halde bewegten, können die Wanderer zukünftig einen Blick unter Tage werfen.

Eigens für die »neue« alte Erzgrube wird der Verlauf des geplanten Bergmannspfades geändert, wie Josef Nordmann von der Verwaltung erklärte. Mit dem Projekt »Jacobssegen« steuerten die Rentner bereits den vierten Stollen zum zukünftigen Pfad bei. Dabei dürfte beinahe ebenso viel Schweiß geflossen sein wie 1886. Bis zum Stollenmundloch arbeitete sich das fleißige Trio bei Wind und Wetter vor. Schließlich legten sie den Eingangsbereich frei. Rund 1,40 Meter hoch wateten sie erst einmal durch Wasser. Vier Tage liefen die Pumpen, bis der Stollenboden zu sehen war. Eine Drainage verhinderte eine erneute »Stollenflutung«. Ans Tageslicht kam jetzt ein uralter Stollentürstock samt Scharnieren, die die zukünftige Gittertür schmücken sollen. Aus dem Weg räumen musste das Rentnerteam auch Grabeinfassungen, mit denen die Wilnsdorfer Haubergsgenossenschaft den Stolleneingang vor Jahrzehnten gesichert hatte. 30 Meter tief kann man jetzt in den alten Stollen »einfahren« bis man an eine Einsturzstelle gelangt.

Voller Überraschungen ist der Blick unter Tage. Ein Tonschiefergang glänzt im Licht der Taschenlampe zwischen dem Stollengestein. Verschlossen wird der Stollen mit einer Eisengittertür, die noch in Arbeit ist.

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