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Liefer- und Abholdienste boomen in Corona-Krise
Wocheneinkauf im virtuellen Warenkorb

Leonard Schmidt kommissioniert die online bestellte Ware im Rewe-Supermarkt in Wilnsdorf …
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  • Leonard Schmidt kommissioniert die online bestellte Ware im Rewe-Supermarkt in Wilnsdorf …
  • Foto: Kay-Helge Hercher
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

tip Wilnsdorf/Erndtebrück. Es muss mal wieder schnell gehen und es geht auch nur um das Nötigste: ein paar Tüten Milch, Zitronen, Möhren und Äpfel, zwei Packungen Nudeln, Käse, Eier, Butter – ein typischer Wocheneinkauf eben. Doch immer mehr Kunden packen ihre Waren nicht in ihre Taschen und Tüten, sondern per Handy in einen virtuellen Korb. Anschließend holen sie die Einkäufe dann im Laden ab. Der Preis ist der gleiche, die Zeitersparnis aber oft groß.
„Das Modell wird bei unseren Kunden immer beliebter”, berichtet Kay Dreysse, Inhaber des Wilnsdorfer Rewe-Supermarktes. Er nennt den Abholservice eine Erfolgsgeschichte. Begonnen hat sie in Wilnsdorf im Februar 2019, als Dreysse die Idee in seinem Markt nach umfangreichem Umbau etabliert hatte.

tip Wilnsdorf/Erndtebrück. Es muss mal wieder schnell gehen und es geht auch nur um das Nötigste: ein paar Tüten Milch, Zitronen, Möhren und Äpfel, zwei Packungen Nudeln, Käse, Eier, Butter – ein typischer Wocheneinkauf eben. Doch immer mehr Kunden packen ihre Waren nicht in ihre Taschen und Tüten, sondern per Handy in einen virtuellen Korb. Anschließend holen sie die Einkäufe dann im Laden ab. Der Preis ist der gleiche, die Zeitersparnis aber oft groß.
„Das Modell wird bei unseren Kunden immer beliebter”, berichtet Kay Dreysse, Inhaber des Wilnsdorfer Rewe-Supermarktes. Er nennt den Abholservice eine Erfolgsgeschichte. Begonnen hat sie in Wilnsdorf im Februar 2019, als Dreysse die Idee in seinem Markt nach umfangreichem Umbau etabliert hatte. Das Konzept ist einfach erklärt: Kunden klicken sich am Smartphone durch das Sortiment des Ladens, packen ihre Wünsche in den Warenkorb und holen die kommissionierten Sachen dann später ab – bei Milch- oder Tiefkühlprodukten auch gekühlt. Kam die Idee von vorneherein schon gut bei den Kunden an, verstärkte die Corona-Krise den Andrang. „Im Rahmen der Kontaktvermeidung sind die Menschen froh, sich versorgen zu können, ohne sich lange im Markt aufhalten zu müssen”, so Dreysse.

100 Bestellungen pro Woche

Mittlerweile sind in Wilnsdorf drei Mitarbeiter damit betraut, die Kundenbestellungen aus den Regalen zu holen, zu kommissionieren und anschließend im unterhalb des Supermarktes gelegenen Getränkemarkt auszuhändigen. Etwa 100 Bestellungen gehen bei Dreysses Team pro Woche ein. Markant: Die per Smartphone getätigten Einkäufe liegen deutlich über den durchschnittlichen Einkäufen im Markt. „Ein durchschnittlicher Bon im Markt liegt bei etwa 22 Euro. Bei den abgeholten Waren liegen wir eher im Bereich von 65 oder 70 Euro im Durchschnitt”, berichtet Dreysse. Er will das „Click&Collect”-Modell künftig auch in anderen Märkten anbieten.
Ende Februar soll es in Obersdorf losgehen. Auch andere Rewe-Märkte in der Region bieten den Abholservice an. Auch bei Manuel Drack trudelt gerade wieder eine Bestellung ein. Für den Inhaber der „M.D. Früchtewelt” in Erndtebrück war der eingerichtete Hol- und Bringservice quasi der wirtschaftliche Lebensretter. Denn die Eröffnung des Ladens fiel mitten in die erste Welle der Corona-Pandemie und war zunächst geplatzt. „Da waren Ideen gefragt”, so Drack.

Nachfrage an Lieferdienst ungebrochen

Der Geschäftsmann erkannte in der Krise seine Chance: „Wenn die Kunden auch nicht zu mir konnten, so konnte ich doch immerhin zu den Kunden kommen.” Bis heute hat sich sein Lieferdienst – obwohl das eigentliche Ladenlokal an der Talstraße längst eröffnet ist – gehalten, die Nachfrage ist ungebrochen. Drack: „Das sind viele Stammkunden, die quasi vom ersten Tag an dabei sind.”
Für den Früchtewelt-Inhaber gibt es dabei neben dem Servicegedanken auch eine soziale Komponente. „Viele lassen Früchte und Obst liefern, weil sie selbst nicht mehr mobil sind. Darüber hinaus haben sie vielleicht auch nicht mehr viele soziale Kontakte. Und wenn ich dann einmal in der Woche die Waren liefere, dann ist das ja auch immer eine willkommene Abwechslung.” Andere lieben es eher anonym. „Eine Familie gehört zu meinen treuesten Kunden – aber ich habe sie noch nie gesehen. Ich stelle die Waren jede Woche im Carport ab, das Geld liegt immer an der gleichen Stelle. Wir begegnen uns nicht. So geht’s natürlich auch.”

Lieferservice immer sinnvoll?

Bis zu 120 Lieferungen pro Woche wickelt Drack ab, von Feudingen über Aue bis nach Girkhausen erstreckt sich seine Kundschaft. Einen Haken hat der angebotene Service seiner Meinung nach: „Es gibt schon auch diejenigen, die drei Bananen geliefert bekommen wollen – und eigentlich auch locker in der Lage wären, sich die selbst im Markt zu holen. Die sind jung und kerngesund. Da muss man dann im Zweifelsfall auch mal das ehrliche Gespräch suchen und fragen, ob das denn wirklich so sein muss.”

Autor:

Tim Plachner

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