Wohnen im Alter(s)garten

Die Landwirtschaftliche Gemeinschaft stellte gestern die Baupläne vor.  Foto: dima

dima Wilgersdorf. Noch einmal dürfen die Dahlien im alten Garten auf dem Wilgersdorfer Birkenhof blühen. Geht es nach den Plänen der Landwirtschaftlichen Gemeinschaft – die den alten Hof vor 16 Jahren kaufte und an mittlerweile drei Landwirtsfamilien verpachtete – kommt dann der Bagger. Statt Stauden soll an gleicher Stelle das neue „Pflänzchen“ des alternativen Landwirtschaftsprojektes blühen. Aus dem alten Garten wird der „Alter(s)garten“, mit Wohnungen für Senioren, die ihren Ruhestand auf einem Bauernhof verbringen wollen. Im Zentrum soll ein Niedrigenergiehaus mit insgesamt sechs Wohnungen für rund zehn Personen stehen; je zwei Wohnungen 85, 70 und 50 Quadratmeter groß. Alle Wohnungen sind altersgerecht geplant, also ohne Barrieren, und sollen mit separaten Eingängen verwirklicht werden.

Die moderne Gesellschaft habe sich eher zur Kleinfamilie hin entwickelt; viele ältere Menschen lebten deshalb einsam und ohne Betätigungsfeld. So erklärten die Birkenhof-Landwirte Stefan Roth und Stefan Honert sowie Waltraud und Günter Ulber vom Vorstand der Landwirtschaftlichen Gemeinschaft gestern die Ausgangsidee des Projektes. Unter dem Motto „Im Alter aktiv leben auf dem Lande“ präsentiere der Verein mit dem „Alter(s)garten“ jetzt eine besondere Lösung. Auf dem biologisch-dynamisch bewirtschafteten Demeterbetrieb böten sich vielfältige Anregungen im „Wahrnehmen von Naturvorgängen“, sowie viele Betätigungsmöglichkeiten und Begegnungsräume.

Ohne Verpflichtung hätten die Bewohner des Hauses die Gelegenheit, sich nach eigenem Ermessen in sinnvolle Tätigkeiten einzubringen. Wer wolle, der könne Kohlköpfe ernten, Kühe füttern, den Hof fegen oder einfach auf dem Balkon sitzen. In der Region dürfte diese Idee ihresgleichen suchen. Waltraud Ulber: „Das Wohnprojekt wird seitens des Vereins realisiert und verfolgt keinerlei Gewinnabsichten.“

Wie die rund 850 000 Euro teure Planung finanziert werde, sei im Detail noch nicht klar. Modelle wie eine genossenschaftliche Lösung, die Einbringung von Eigenkapital oder reines Mietwohnen seien im Gespräch. Schon jetzt könne aufgrund erster Bauentwürfe kalkuliert werden, dass die Miete nur gering über dem Mietspiegel der Region liege. Begonnen werde erst, wenn sich die zehn Personen gefunden hätten, wobei zumindest ein Partner älter als 60 Jahre sein müsse. Erste Vorstellungsgespräche seien bereits terminiert. Von der Gemeinde Wilnsdorf werde das Senioren-Projekt mit Wohlwollen begleitet. So sei im Eilverfahren ein Sonderbaurecht erteilt worden, erklärte Waltraud Ulber. „Die Gemeinde war sehr angetan.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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