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SZ-Interview mit der Handball-Nationalspielerin
Stockschläder: „Gibt immer Verbesserungspotenzial"

Johanna Stockschläder (links) in Jubelpose! Hier feiert sie einen Treffer der deutschen Handball-Nationalmannschaft im Rückspiel gegen Portugal, das sie ab der 16. Minute leicht angeschlagen von der Bank aus verfolgte. Im Hinspiel hatte die 26-jährige Gernsdorferin noch mit acht Treffern als erfolgreichste Torschützin der Partie geglänzt.
  • Johanna Stockschläder (links) in Jubelpose! Hier feiert sie einen Treffer der deutschen Handball-Nationalmannschaft im Rückspiel gegen Portugal, das sie ab der 16. Minute leicht angeschlagen von der Bank aus verfolgte. Im Hinspiel hatte die 26-jährige Gernsdorferin noch mit acht Treffern als erfolgreichste Torschützin der Partie geglänzt.
  • Foto: Foto: Mathias M. Lehmann
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

krup Gernsdorf. Mit insgesamt zehn Treffern in den beiden WM-Playoff-Partien gegen Portugal (32:27 und 34:23) feierte Johanna Stockschläder einen ausgezeichneten Einstand in der deutschen Handball-Nationalmannschaft der Frauen. Im Interview mit der Siegener Zeitung sprach die 26-jährige Gernsdorferin über die zahlreichen Nachrichten, ein Feedback des Bundestrainers und die Perspektiven im Hinblick auf die Weltmeisterschaft vom 2. bis 19. Dezember in Spanien.

Johanna, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrem gelungenen Debüt im Nationalteam! Positive Nachrichten haben Sie bestimmt einige erhalten, oder?
Dankeschön! Ich habe sehr treue Freundinnen und eine tolle Familie, und alle haben mitgefiebert. Nachrichten habe ich in der Tat sehr viele erhalten, das Postfach war voll.

krup Gernsdorf. Mit insgesamt zehn Treffern in den beiden WM-Playoff-Partien gegen Portugal (32:27 und 34:23) feierte Johanna Stockschläder einen ausgezeichneten Einstand in der deutschen Handball-Nationalmannschaft der Frauen. Im Interview mit der Siegener Zeitung sprach die 26-jährige Gernsdorferin über die zahlreichen Nachrichten, ein Feedback des Bundestrainers und die Perspektiven im Hinblick auf die Weltmeisterschaft vom 2. bis 19. Dezember in Spanien.

Johanna, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrem gelungenen Debüt im Nationalteam! Positive Nachrichten haben Sie bestimmt einige erhalten, oder?
Dankeschön! Ich habe sehr treue Freundinnen und eine tolle Familie, und alle haben mitgefiebert. Nachrichten habe ich in der Tat sehr viele erhalten, das Postfach war voll. Ich habe zwei Tage gebraucht, um alles zu beantworten, aber ich weiß, dass alle Verständnis dafür haben, wenn das mal ein wenig dauert. Vor den beiden Spielen hatte ich alle daheim verrückt gemacht, und viele haben sich jetzt schon ihr persönliches Trikot mit meinem Namen bestellt – es ist einfach schön, einen solchen Rückhalt im Freundes- und Familienkreis zu spüren.

Hat es denn auch schon ein persönliches Feedback von Bundestrainer Henk Groener gegeben, oder gab es lediglich allgemeine Ansprachen nach der erfolgreichen Qualifikation für die WM?
Wir hatten ein kurzes Zusammentreffen, in dem wir die beiden Spiele nochmal reflektiert haben. Herr Groener hat mir gesagt, dass er sich an keine Spielerin erinnern kann, die solch ein Debüt gezeigt hat. Das freut mich natürlich sehr, aber ich möchte die Bälle lieber ganz flach halten und weiß sehr gut, dass ich noch einiges an meinem Spiel verbessern kann.

Waren Sie denn mit der eigenen Leistung in den beiden Spielen, die für Sie recht unterschiedlich verlaufen sind, nicht vollends zufrieden?
Wenn ich ehrlich bin, war ich mit dem Hinspiel schon nicht hundertprozentig zufrieden. Vorne lief es zwar mit acht Treffern bei zehn Versuchen gut, aber dafür war ich in der Abwehr nicht so stark. Da haben wir insgesamt zu viele leichte Tore hergegeben, und ich war ein Teil davon. Das hätte ich in einigen Situationen besser machen müssen. Im Rückspiel in Hamm habe ich es dann defensiv besser gelöst, habe aber im Angriff nur zwei von fünf getroffen – zumindest zwei meiner drei Fehlversuche hätte ich verwandeln müssen. Wobei man nicht ganz vergessen darf, dass ich aus einer Quarantäne-Situation bei meinem Verein Borussia Dortmund zur Nationalmannschaft nach Portugal gereist bin und in den 14 Tagen davor keinen Ball in der Hand hatte. Generell bin ich jedoch sehr selbstkritisch und finde, dass immer Verbesserungspotenzial vorhanden ist.

Wie sind Sie, als relativ spätberufener Neuling, in die Nationalmannschaft integriert worden?
Die Mädels haben mich toll aufgenommen! Die sind alle super lieb und man merkt sofort, dass sehr viel Wert auf eine gute Stimmung innerhalb des Teams gelegt wird. Man hat mir in Portugal sogar kurzfristig ermöglicht, noch ein paar Bälle aus meiner Position aufs Tor zu werfen, um nach der Quarantäne-Pause wieder etwas Praxis zu bekommen.

Wie schätzen Sie denn Ihre Chancen auf eine WM-Nominierung ein? Zwar sind es noch gut sieben Monate, bis das Turnier beginnt, aber Sie haben ja nun schon mal eine sehr gute Visitenkarte abgegeben.
Es ist für mich echt schwierig, zum jetzigen Zeitpunkt dazu etwas Aussagekräftiges zu sagen, zumal ich bislang immer gut damit gefahren bin, kleine Brötchen zu backen. Ganz vorsichtig formuliert kann man vielleicht sagen, dass ein Traum, der vorher recht abstrakt war, nun ein bisschen konkreter geworden ist. Natürlich wünsche ich mir sehr, bei der WM-Endrunde dabei sein zu können, ich weiß aber, dass mir da noch eine Menge harter Arbeit bevorsteht.

Sie spielen damit auch auf Ihre neue Situation ab Sommer an, wenn der Wechsel von Borussia Dortmund zur Neckarsulmer SU bevorsteht?
Ja genau. In Neckarsulm muss ich mich wieder neu beweisen und durchsetzen. Auch dort ist die interne Konkurrenz groß, aber das ist ja momentan beim BVB ebenfalls der Fall, wo wir auf jeder Position doppelt besetzt sind. Ehrlich gesagt brauche ich diese Drucksituationen aber auch, um meine beste Leistung bringen zu können – durch starke Konkurrenz entwickelt man sich auch persönlich weiter.

Bis zum Saisonende spielen Sie aber noch für Borussia Dortmund. Der BVB führt die Tabelle mit 48 Zählern weiterhin verlustpunktfrei an. Die Deutsche Meisterschaft wäre doch ein perfekter Abschluss Ihrer vierjährigen Zeit in Dortmund.
Ja, das bleibt unser großes Ziel. Allerdings häufen sich die Corona-Fälle wieder. Bei uns in Dortmund trainieren wir zur Zeit nur mit sechs, sieben Spielerinnen in kleineren Gruppen. Ich kann nur hoffen, dass die Saison zu Ende gespielt werden kann und nicht wieder, wie im Vorjahr, ohne die Vergabe des Meistertitels abgebrochen wird. Wir brauchen noch zwei Siege für die Meisterschaft – dafür werden wir alles geben.

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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