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Handball-Nationalspielerin im SZ-Interview
Stockschläder: „Ich wäre immer die Kleine geblieben“

Pikanter Saisonstart: Die Gernsdorferin Johanna Stockschläder trifft mit ihrem neuen Verein Neckarsulmer SU zum Auftakt auf ihren Ex-Klub Borussia Dortmund.
  • Pikanter Saisonstart: Die Gernsdorferin Johanna Stockschläder trifft mit ihrem neuen Verein Neckarsulmer SU zum Auftakt auf ihren Ex-Klub Borussia Dortmund.
  • Foto: Verein
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ubau Neckarsulm/Gernsdorf. Trotz des größten Erfolges ihrer Karriere entschied sich Handball-Nationalspielerin Johanna Stockschläder für einen Vereinswechsel. Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit Borussia Dortmund zog es die 26-jährige Gernsdorferin zur Neckarsulmer Sport-Union, bei der sie einen Vertrag bis 2023 unterschrieben hat. An diesem Wochenende startet „Stocki“ mit ihrem neuen Klub in die neue Bundesliga-Saison – und zwar ausgerechnet mit einem Heimspiel gegen den BVB (Sa., 18 Uhr). Vor dem Duell mit ihrem Ex-Verein sprach die SZ mit der Siegerländerin über die Gründe für ihren Wechsel und die Kritik daran, ihre neue sportliche Herausforderung und das Nationalteam.

Wie haben Sie sich eingelebt in Neckarsulm?
Sehr gut. Ich habe eine Wohnung direkt im Zentrum bezogen.

ubau Neckarsulm/Gernsdorf. Trotz des größten Erfolges ihrer Karriere entschied sich Handball-Nationalspielerin Johanna Stockschläder für einen Vereinswechsel. Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit Borussia Dortmund zog es die 26-jährige Gernsdorferin zur Neckarsulmer Sport-Union, bei der sie einen Vertrag bis 2023 unterschrieben hat. An diesem Wochenende startet „Stocki“ mit ihrem neuen Klub in die neue Bundesliga-Saison – und zwar ausgerechnet mit einem Heimspiel gegen den BVB (Sa., 18 Uhr). Vor dem Duell mit ihrem Ex-Verein sprach die SZ mit der Siegerländerin über die Gründe für ihren Wechsel und die Kritik daran, ihre neue sportliche Herausforderung und das Nationalteam.

Wie haben Sie sich eingelebt in Neckarsulm?
Sehr gut. Ich habe eine Wohnung direkt im Zentrum bezogen. Neckarsulm ist natürlich nicht vergleichbar mit Dortmund, sondern ein kleines, familiäres Städtchen. Aber ich komme ja vom Land, aus dem schönen Gernsdorf, daher ist die Umstellung für mich nicht so groß (lacht). Drumherum sind hier viele Weinberge. Außerdem ist Heilbronn nur 15 Minuten mit dem Auto entfernt, auch nach Stuttgart ist es nicht weit. Ich fühle mich bislang wohl hier.

Was haben Sie für einen Eindruck von Ihrem neuen Team?
Wir haben eine sehr junge Mannschaft. Mit meinen 26 Jahren bin ich die Viertälteste – das heißt schon was. Die Mädels haben mich sehr gut aufgenommen. Unsere Trainerin Tanja Logvin ist eine frühere Welthandballerin. Von ihr kann man noch viel lernen. Wenn sie Übungen vormacht, staune ich immer wieder, wie dynamisch sie noch ist.

Was waren die Gründe, den Meister Borussia Dortmund zu verlassen und zur 
Neckarsulmer SU zu wechseln?
Der einfachere Weg wäre gewesen, in Dortmund zu bleiben. Der BVB hatte mir einen Zweijahresvertrag angeboten. Aber letztlich wäre ich dort immer die ,Kleine' geblieben, da ich schon mit 21 Jahren für Dortmund gespielt habe. Daher habe ich eine neue Herausforderung gesucht, einen Klub, bei dem man anders wertgeschätzt wird. Außerdem will ich mich auch als Mensch noch einmal weiterentwickeln. Die Neckarsulmer Sport-Union hatte ich schon längere Zeit beobachtet. Der Verein hat sich sportlich immer weiter nach oben gearbeitet und steht auch finanziell auf gesunden Füßen.

Andreas Heiermann, der Vorsitzende der Handball-Abteilung von Borussia Dortmund, hat Sie und Ihren Wechsel in einem Interview hart attackiert. Wörtlich sagte er: „Dass Johanna jetzt geht, war sicherlich kein schlauer Schritt von ihr. Ihr Wechsel ist für mich eine sportliche Fehleinschätzung. Im Fußball geht man als Stammspieler auch nicht vom BVB zu Greuther Fürth.“ Was antworten Sie auf diese Kritik?
Da möchte ich gar nicht weiter drauf eingehen. Beide Seiten haben einen neuen Weg eingeschlagen, das sollte man akzeptieren.

Im ersten Saisonspiel treffen Sie ausgerechnet gleich auf Ihren Ex-Verein Borussia Dortmund, den nicht nur Sie, sondern sieben weitere Spielerinnen verlassen haben. Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf dieses Duell?
Natürlich ist das kein normales Spiel für mich. Ich freue mich, einige Freundinnen zu treffen. Es wird aber sicher ein komische Gefühl sein, gegen sie zu spielen. Borussia Dortmund ist in dieser Partie sicherlich der Favorit, doch ich sehe uns nicht chancenlos.

Was trauen Sie Ihrer neuen Mannschaft in dieser Saison zu?
In der letzten Saison hat Neckarsulm den 6. Platz belegt. Schlechter soll es auf keinen Fall werden.

Welche Ziele haben Sie sich persönlich gesteckt?
Ich will natürlich eine gute Saison mit Neckarsulm spielen und meinen Platz in der Nationalmannschaft festigen. Mein Ziel mit der DHB-Auswahl ist die WM im Dezember in Spanien.

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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