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Fußball-Bezirksliga 5
TSV Weißtal: Urplötzlich in der Landesliga...

Freude beim TSV Weißtal: Der Hinrunden-Meister der Fußball-Bezirksliga 5 steigt als Tabellenfünfter in die Landesliga auf.
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  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

sta Gernsdorf. „Für den Herbstmeistertitel kannst du dir nichts kaufen“, sagt Konstantin Volz, bemüht eine von vielen Weisheiten des Fußballs, ist aber in der glücklichen Lage, ein „eigentlich“ folgen lassen zu können. Denn: Durch den Verbandsbeschluss, dass auch die Tabellenführer nach der Hinrunde aufsteigen dürfen, ist der TSV Weißtal urplötzlich Landesligist. Und das, obwohl die Kicker des Fusionsvereins aus Rudersdorf und Gernsdorf in der „Abbruch-Tabelle“ nur noch auf Rang 5 gelistet sind.

"Viele Spieler sind in ein mentales Loch...

sta Gernsdorf. „Für den Herbstmeistertitel kannst du dir nichts kaufen“, sagt Konstantin Volz, bemüht eine von vielen Weisheiten des Fußballs, ist aber in der glücklichen Lage, ein „eigentlich“ folgen lassen zu können. Denn: Durch den Verbandsbeschluss, dass auch die Tabellenführer nach der Hinrunde aufsteigen dürfen, ist der TSV Weißtal urplötzlich Landesligist. Und das, obwohl die Kicker des Fusionsvereins aus Rudersdorf und Gernsdorf in der „Abbruch-Tabelle“ nur noch auf Rang 5 gelistet sind.

"Viele Spieler sind in ein mentales Loch gefallen"

„Wir wären mit hoher Wahrscheinlichkeit bei einem normalen Saisonverlauf nicht mehr nach oben gekommen“, ist sich der Sportliche Leiter der Weißtaler, Stefan Dax, sicher, der, trotz der Herbstmeisterschaft und des Aufstiegs, ein kritisches Saisonfazit zieht: „Die Ergebnisse in der Hinserie waren gut, aber fußballerisch waren wir bei weitem nicht da, wo ich uns aufgrund der individuellen Klasse gesehen habe. Vor dem Winter gab es einen Bruch in der Mannschaft, nach den ersten Niederlagen sind viele Spieler in ein mentales Loch gefallen und die Mannschaft ist eingeknickt. Bis zum Abbruch war erkennbar, dass irgendetwas nicht stimmt.“

Deutliche Worte des Sportlichen Leiters, der gemeinsam mit Volz, Markus Waldrich und Falko Wahl die Gründe besprechen will, freilich an den Qualitäten des Trainer-Trios überhaupt keine Zweifel hegt. „Es hat etwas mit den individuellen Charakteren auf dem Platz zu tun. Konni, Waldi und Falko tun uns richtig gut und sind das perfekte Konstrukt für unsere Truppe.“ Trotzdem seien sie gefordert zu verhindern, dass die Negativspirale der letzten Begegnungen den TSV Weißtal nicht in die neue Spielzeit begleitet. Dass diese in der Landesliga sein wird und trotz beschränkter finanzieller Möglichkeiten das Abenteuer gewagt wird, steht für Dax außer Frage. „Die Kunst besteht darin, mit einem mittelmäßigen Bezirksliga-Budget Landesliga zu spielen.“

Abgang von Torjäger Schardt hinterlässt große Lücke

Und somit auch darin, den Abgang von Torjäger Lars Schardt zu verkraften, den es zu Oberligist TuS Erndtebrück zieht und der eine Lücke im Sturmzentrum hinterlässt. Zwischen 15 und 20 Treffer steuerte der Goalgetter in den letzten drei Bezirksliga-Jahren jeweils bei und traf bis zum Abbruch auch schon 14 Mal. „Sein Abgang schmerzt, er war eine tragende Säule“, betont Volz, während Dax hervorhebt: „Es spricht für unseren Verein und die Jugendarbeit. Er ist einer von vielen Eigengewächsen, die sich im Seniorenbereich etabliert haben, der in den letzten Jahren mehrere höherklassige Angebote hatte, geblieben ist und jetzt diese Herausforderung annehmen will. Zudem kann es auch eine Chance für andere Spieler sein, nun aus seinem Schatten herauszutreten.“ Das wird eine Klasse höher auch nötig sein.

Auch Daniel Wadolowski verlässt den Verein

Neben Schardt verlässt mit Daniel Wadolowski ein weiterer Stammspieler den Klub. Auch Simon Grisse und Noah Plaßmann, die aber auf weniger Einsätze kamen, verlassen den Henneberg-Klub, während Alexander Husser und Steffen Heimel deutlich kürzer treten werden und nur noch im Notfall zur Verfügung stehen. „Wir suchen Jungs, die hier gerne spielen wollen. Die sich mit dem Verein identifizieren“, sagt Dax, der akribisch daran arbeitet, einen landesliga-tauglichen Kader auf die Beine zu stellen, den Spielertrainer Volz aber auch schon laut eigener Aussage vorfindet. „Wir haben einige gestandene Akteure, die schon höher gespielt haben. Darüber hinaus haben wir viele junge Spieler, die jetzt bereit sind, den nächsten Schritt zu machen. Und es kommen ja auch sehr gute A-Jugendliche raus.“

Vertrauen in die "Jungspunde"

Von diesen „Jungspunden“ hat Phil Müller-Lechtenfeld bereits Bezirksliga-Luft geschnuppert, ehe er sich verletzte. Dem Rudersdorfer darf der Sprung durchaus zugetraut werden. Auch Maximilian Kraft, der in der kommenden Saison noch in der Jugend spielen kann, aber zum Kader der Ersten gehören wird, bringt jede Menge Torriecher mit und wird auf lange Sicht ein Kandidat sein, der Schardt ersetzen könnte. Zudem werden auch Simone Giaruffo, Kürsat Tosun und Yannik Logo versuchen, den Etablierten Beine zu machen. Mit Michael Kaiser (VfB Burbach) und Florent Ahmeti (VfR Rüblinghausen) stehen zwei Zugänge fest, die offensiv variabel einsetzbar sind und die „Baustelle“ im Angriffszentrum besetzen könnten.

"Das ultimative Derby wird uns fehlen"

Doch das ist Zukunftsmusik. Niemand weiß, wann es wieder richtig losgehen kann – für den TSV Weißtal überraschenderweise in der Landesliga. „Es hat uns glücklicherweise getroffen. Wir haben ein paar Tore mehr geschossen als die punktgleichen Kiersper nach der Hinrunde. Aus meiner Sicht ist der Beschluss des Verbands aber fair, da halt jeder gegen jeden einmal gespielt hat. Und wir waren zu dem Zeitpunkt nicht unverdient ganz oben. Unsere Hinrunde war bärenstark. Wir haben Ottfingen und Attendorn zuhause geschlagen, das waren tolle Wochen und Monate. Das war herausragend“, bilanziert Volz mit einem lachenden und einem weinenden Auge und spricht von einem zwiespältigen Gefühl – einerseits die Freude über den Aufstieg, andererseits aber auch die Situation, diese Begeisterung durch die Corona-Pandemie überhaupt nicht ausleben zu können. Keine Feier. Keine Abschlussfahrt. Nichts. Trotzdem ist der TSV Weißtal einer der großen Profiteure der Krise, wenngleich in der kommenden Spielzeit auch etwas ganz Besonderes fehlen wird, wie der spielende Coach anmerkt: „Leider wird uns das ultimative Derby gegen Salchendorf fehlen.“

Autor:

Stefan Stark aus Wilnsdorf

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