Britische Zentralbank hebt Leitzins deutlich an und warnt vor Jahrhundertrezession
:format(webp)/cloudfront-eu-central-1.images.arcpublishing.com/madsack/D2U2HNKY7RBVJODPBTIK5N6RE4.jpeg)
Eine Frau mit einem Regenschirm steht vor der Bank of England im Finanzviertel in London.
© Quelle: Kin Cheung/AP/dpa
Die britische Zentralbank hat am Donnerstag den Leitzins so deutlich erhöht wie seit 30 Jahren nicht mehr. Der Zins stieg von 2,25 Prozent auf 3 Prozent, wie die Bank of England mitteilte. Damit will die Zentralbank die hohe Inflation drücken, die von der russischen Invasion in die Ukraine und der Steuerpolitik der inzwischen ausgeschiedenen Premierministerin Liz Truss ausgelöst wurde.
Die Bank of England vollzog den deutlichen Zinssprung, obwohl sie gleichzeitig eine Schrumpfung der Wirtschaft bis Juni 2024 vorhersagte. Eine solche Entwicklung würde nach Angaben der britischen Statistikbehörde die längste Rezession seit mindestens 1955 bedeuten. „Wenn wir keine Maßnahmen ergreifen, um die Inflation zu senken, wird es noch schlimmer“, sagte Zentralbankgouverneur Andrew Bailey. Dennoch sollte die Zentralbank ihren Leitzins nicht zu weit anheben, sagte er. Angesichts der Ungewissheit würden die Entscheidungsträger bei Bedarf aber „energisch reagieren“.
Sunak kündigte Steuererhöhungen an
Die Zinserhöhung ist die erste, seit die Regierung Truss nicht gegenfinanzierte Steuersenkungen in Höhe von 45 Milliarden Pfund ankündigte und damit Turbulenzen auf den Finanzmärkten auslöste. Die Regierungschefin trat schließlich nach nur sechs Wochen im Amt zurück. Ihr Nachfolger Rishi Sunak kündigte bereits Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen an.
Die Anhebung der Zinsen war die achte durch die Bank of England in Folge und die größte seit 1992. Die US-Notenbank hatte am Mittwoch eine vierte Zinserhöhung um drei Viertelpunkte in Folge angekündigt. Ähnlich gingen andere Zentralbanken weltweit vor.
RND/AP