Kommentar

Klimafreundliche Lebensmittel? Die großen Werbeversprechen der Industrie

Gemüse, das auch in Deutschland angebaut wird, wird häufig von weit her eingeflogen – und kann dann trotzdem als klimaneutral beworben werden.

Gemüse, das auch in Deutschland angebaut wird, wird häufig von weit her eingeflogen – und kann dann trotzdem als klimaneutral beworben werden.

Es klingt vielversprechend: Schon beim Gang durch den Supermarkt lässt sich die Welt retten. Oder zumindest das Klima – vorausgesetzt, man kauft die richtigen Produkte. Das jedenfalls suggeriert die Lebensmittel­industrie, die nach gesunder Ernährung und Tierwohl jetzt auch noch den Klimaschutz für sich entdeckt hat.

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Nur günstig zu sein oder bessere Qualität als die Konkurrenz anzubieten, reicht nicht mehr aus. Wer etwas auf sich hält, muss jetzt auch grün sein. Immer mehr Unternehmen werben deshalb mit Begriffen wie klimaneutral oder klimapositiv.

Welcher Privatmensch kann eine Produktions­kette nachvollziehen?

Doch das hat seine Tücken: Es gibt keine einheitlichen Standards oder Kriterien, um zu berechnen, wie stark ein Produkt das Klima belastet. Das macht es der Industrie leicht, unbequeme Aspekte auszublenden. Denn ob die Herstellung von Lebensmitteln klimafreundlich ist, sagt wenig darüber aus, ob sie nicht an anderen Stellen Müll produzieren, lange Transportwege haben oder das Grundwasser belasten.

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Dass Produkte dennoch als klimafreundlich beworben werden können, ist irreführend. Für Verbraucherinnen und Verbraucher heißt es deshalb, kritisch zu sein und genau zu prüfen, was da eigentlich verkauft wird. Das ist leichter gesagt als getan, denn nicht alle Aspekte von Klimaschädlichkeit sind geläufig. Und welcher Privatmensch ist schon in der Lage, eine ganze Produktionskette lückenlos nachzuvollziehen?

Zuhause sieht das Kleid dann doch nicht mehr so toll aus: Solche Fehlkäufe kennen fast alle Menschen.

Warum kaufen Menschen Dinge, die sie gar nicht brauchen?

Die Espressokanne verstaubt auf der Küchenzeile. Das quietschgelbe Kleid hängt samt Preisschild im Schrank – seit Monaten. Solche Fehlkäufe kennt jeder. Wieso passieren sie immer wieder? Und wie kann man sie vermeiden?

Wenn Unternehmen schon mit Klimafreundlichkeit werben, haben sie deshalb die moralische Pflicht, ihre Produkte ganzheitlich zu betrachten und für größtmögliche Transparenz zu sorgen. Andernfalls sollten sie sich große Versprechungen lieber sparen. Das wäre ehrlicher und somit besser für die Verbraucher. Und für das Klima sowieso.

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