Markus Maria Profitlich in Wissen
Es ist zum Irrewerden

Sympathisch: Comedian Markus Maria Profitlich nimmt sich selbst nicht ganz ernst.
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wear Wissen. Markus Maria Profitlich nur an seiner RTL-Kult-Show „Mensch Markus“ festzumachen, wird ihm nicht gerecht. In seiner zweistündigen One-Man-Show im Kulturwerk in Wissen stellte er die Frage, die alle aktuell beschäftigt: „Wie verrückt muss man selber sein, um den galoppierenden Wahnsinn um sich herum zu ertragen?“ Passenderweise betrat Profitlich die Bühne mit einer Zwangsjacke bekleidet, die das Motto des Abends „Schwer verrückt“ unterstrich. Die ersten Lacher hatte Profitlich auf seiner Seite, als er versuchte, in der Zwangsjacke steckend, sein Lieblingslied „Die Hände zum Himmel“ zu singen.

Ein Ritt durch die Welt der Psychosen

Im gut besuchten Kulturwerk begann ein Ritt durch die Welt der Psychosen und den Irrsinn des Lebens. Mit dem Dalai Lama ist Profitlich gut bekannt, den hat er bei einem Pilates-Kurs kennengelernt. Der Mönch hat ihm vermittelt, dass früher die Menschen geliebt worden seien und die Dinge benutzt, heute sei das umgekehrt. Da sein eigentlicher Psychiater krank gewesen sei, sei dieser von einem jungen Kollegen vertreten worden. Auf die Frage, ob er denn schon Erfahrung mit gestörten Menschen habe, antwortete der Psychologe: „Ja, ich bin ja bei Facebook.“

Mindesthaltbarkeitsdatum und Parkinson

Seine Erlebnisse im Supermarkt musste Profitlich ebenfalls verarbeiten, denn er regt sich immer maßlos über die Mindesthaltbarkeitsdatums-Junkies auf, die im Kühlregal die Lebensmittel permanent von hinten nach vorne räumen, um einen Tag mehr MHD zu haben. Genervt ist er auch von der Musik im Supermarkt. Bei Lidl würden sie laufend Musik von Lidl (Little) Richard spielen. Dass in Schweden inzwischen nur noch bargeldlos eingekauft werden kann, findet er nicht so gut, denn bei uns hieß das früher Klauen. Profitlich bekannte sich auch zu seiner Krankheit Parkinson. Dabei nahm er sich auch selbst auf den Arm, als er meinte, er könne alles spielen – außer Mikado. „Manchmal kann ich mich vor Lachen schütteln, denn das Leben ist eine reine Zitterpartie“, meinte er lakonisch.

Mit zwei Frikadellen zur Party

Die Veganer und Tofu-Frauen bekamen auch ihr Fett (!) ab, die alles auf Gluten und Laktose untersuchten, selbst Fruchtfleisch sei in deren Augen Fleisch. Bei Partys habe er darum immer zwei Frikadellen in einer Mini-Tupperdose in der Jacke dabei, damit er bei Hunger etwas Vernünftiges essen könne, so der Comedian. Schon kurz nach seiner Geburt sei klar gewesen, dass er mal Komiker werden würde. In einem Kloster sei er geboren worden – als die Nonnen ihn zum ersten Mal nackt als Baby gesehen hätten, konnten die sich kaum einkriegen vor Lachen. Auch als er wegen der Prostata seinen Urologen aufsuchte, hätte ihn die Musik im Wartezimmer genervt. „Bridge Over Troubled Water“ und die „Perfekte Welle“ sind wohl nicht so passend gewesen. Mitleid entwickelte Profitlich mit den Eintagsfliegen, denen er eine „Ode an die Eintagsfliege“ widmete. Die Eintagsfliege lag beim Psychiater auf der Couch und antwortete auf dessen Frage, was sie denn habe, mit „Zukunftsängste“. „So ein Tag, so wunderschön wie heute“, ist das Lieblingslied der Eintagsfliegen, mit diesem Lied ließ Markus Maria Profitlich seine One-Man-Show ausklingen.

Treffend den Zustand der Welt beschrieben

Er beschrieb treffend den Zustand der heutigen Welt, in der man ohne Studium kein Bahnticket ziehen kann oder bei einer Krankheit lieber seine App befragt, als zum Arzt zu gehen. Auf skurrile Art und Weise hielt der Komiker sich und der Menschheit den Spiegel vor, dabei sich immer seiner ausdrucksvollen Mimik und Gestik bedienend, was für Heiterkeit im Publikum sorgte, auch wenn manchen das Lachen im Hals steckenblieb, wenn Profitlich etwa den Hype um das vegane Essen auf die Schippe nahm oder den Drang, jeden Meter mit dem SUV zurückzulegen. Sehr sympathisch kam rüber, dass Profitlich sich selbst nicht sehr ernst nahm, dauernd über eigene Schwächen fabulierte, dabei aber auch schonungslos die Marotten der anderen offenlegte.

Autor:

Redaktion Kultur aus Siegen

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