Lesung und Ausstellung von Hanns-Josef Ortheil in Wissen
Heimspiel zum Abschluss der 18. Westerwälder Literaturtage

In der neu eröffneten „Sala Ortheil“ in Wissens Mittelstraße überreichte Stadtbürgermeister Berno Neuhoff (r.) dem vielfach prämierten Autor Hanns-Josef Ortheil Honig von der Imker-AG des Gymnasiums und andere feine Geschenke aus Wissen.
  • In der neu eröffneten „Sala Ortheil“ in Wissens Mittelstraße überreichte Stadtbürgermeister Berno Neuhoff (r.) dem vielfach prämierten Autor Hanns-Josef Ortheil Honig von der Imker-AG des Gymnasiums und andere feine Geschenke aus Wissen.
  • Foto: Olaf n. Schwanke
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

ne Wissen. Die 18. Westerwälder Literaturtage sind am Sonntag mit der Vorpremiere des neuen Buchs von Hanns-Josef Ortheil zu Ende gegangen. Ihn braucht man hiesigen Literaturfreunden nicht mehr vorzustellen, denn der Hildesheimer Literaturprofessor und Autor ist mit der Region an Sieg und Nister eng verknüpft. 1951 in Köln geboren, verbrachte er Teile seiner Kindheit im Westerwald, in Wissen steht sein Elternhaus, in das er sich zum Schreiben zurückzieht, wenn er aus jenen mediterranen Ländern heimkehrt, die er in mannigfachen Reisen zu erkunden liebt.

Westerwald-Ausstellung in der "Sala Ortheil"

Vor der abendlichen Lesung aus seiner tatsächlich erst am Sonntag in wenigen Exemplaren aus der Druckerei abgeholten, demnächst erscheinenden Westerwald-Anthologie eröffnete Ortheil an der Wissener Mittelstraße, kaum zwei Häuser neben der einstigen Großelternwohnung. einen Schau- und Veranstaltungsraum von und über Hanns-Josef Ortheil und seinen Heimatbezug, den er, der die ars vivendi der Romania schätzt, seine „Sala“ nennt.  

"Herzensbilder", Bücher, Schreibmaschinen

Auf gut 80 Quadratmetern, mit eingerichtet von Familie Ortheil, sind Exponate der „Berliner Zeit“ Ende der 30er-Jahre, ausgestopfte Vögel, vom Vater präpariert, eine Zeichnung des Kirchenmalers Peter Hecker, die Ortheils Mutter und einen Bruder im Jahre 1931 zeigt, natürlich viele Bücher aus des Vaters oder eigener Provenienz, Schreibmaschinen und Möbel zu sehen. Im schön genutzten ehemaligen Ladenleerstand können nun Veranstaltungen angeboten werden, ein neuer kleiner Kulturort in der Fußgängerzone ist entstanden, ein Salon auch – und ein Gewinn für die Stadt. Ortheil führt am Sonntag ein großes Publikum durch die Sammlung, erklärt, dass die ausgestellten Fotos allesamt „Herzensbilder“ seien, die wirklich wichtigen Familienfotos also, mit denen sich Emotionen und Geschichten verbinden.

Buch "Im Westerwald" mit Bildern von August Sander

Angeregt durch die Eröffnung der „Sala Ortheil“, zu der auch Stadtbürgermeister Berno Neuhoff kam, um dem bekannten Autor Wissener Mitbringsel zu überreichen, schlenderten Literaturfans zum ehemaligen Walzwerk, in dem der nach einer Operation rekonvaleszente Autor aus dem Buch „Im Westerwald“ erstmalig las – einem mit vielen Fotografien des Herdorfer Fotokünstlers August Sander illustrierten Kompendium zuvor verstreut veröffentlichter Texte mit Westerwald-Bezug. 

"Expeditionen" in die nahe Umgebung - in die Heimat

Ein voll besetztes Kulturwerk Wissen hörte Auszüge aus Familienerzählungen von 1880 etwa bis in die heutige Zeit, vom Kauf des Gasthofes des Onkels, von dem mit viel „Familienfantasie“ geplanten Bau des väterlichen Eigenheims auf dem Steimel, von den „Expeditionen“ genannten Ausflügen mit dem Vater in die nahe Umgebung als sinnliche Reise zu Wahrnehmungen und Begriffen, von der neu gefundenen und ausgebauten Sprache. Es ging auch um Heimat, die Ortheil definiert als „… jenen Raum, auf den wir uns während unseres ganzen Lebens denkend und empfindend beziehen“.

Autor:

Olaf Neopan Schwanke (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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