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Mainzer Kammerorchester bestens aufgelegt
Matinee im Kulturwerk Wissen

Uta Lorenz (Violine), Lucas Freund (Viola), Philipp Schweikhardt (Violoncello), Isabelle Müller (Harfe), Renate Kehr (Flöte; v. l.) begeisterten im Kulturwerk Wissen.
  • Uta Lorenz (Violine), Lucas Freund (Viola), Philipp Schweikhardt (Violoncello), Isabelle Müller (Harfe), Renate Kehr (Flöte; v. l.) begeisterten im Kulturwerk Wissen.
  • Foto: Gaby Wertebach
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

gum Wissen. Es hätte so gut gepasst, das warme Herbstwetter, wie geschaffen für die Aufführung der 104. Serenade im Freien vor der Kulisse von Schloss Schönstein, wenn nicht die Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Wie gut, dass es die Veranstaltungshalle im Wissener Kulturwerk gibt, die dem Mainzer Kammerorchester am frühen Sonntagmittag eine hervorragende alternative Kulisse für eine Matinee bot.
Musik auch zum Beethoven-JahrFünf Musikerinnen und Musiker hatte der ehrenamtliche Leiter, Volker Müller, ehemaliges Orchestermitglied und Moderator des Konzerts, mit nach Wissen gebracht. „Wir haben es jetzt mehrfach erlebt, dass Konzerte einfach abgesagt werden.

gum Wissen. Es hätte so gut gepasst, das warme Herbstwetter, wie geschaffen für die Aufführung der 104. Serenade im Freien vor der Kulisse von Schloss Schönstein, wenn nicht die Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Wie gut, dass es die Veranstaltungshalle im Wissener Kulturwerk gibt, die dem Mainzer Kammerorchester am frühen Sonntagmittag eine hervorragende alternative Kulisse für eine Matinee bot.

Musik auch zum Beethoven-Jahr

Fünf Musikerinnen und Musiker hatte der ehrenamtliche Leiter, Volker Müller, ehemaliges Orchestermitglied und Moderator des Konzerts, mit nach Wissen gebracht. „Wir haben es jetzt mehrfach erlebt, dass Konzerte einfach abgesagt werden. Hier hat man alles versucht, um unsere ,Schönstein-Serenade’ zu retten“, so Müller, der sich begeistert vom geänderten Aufführungsort zeigte.
Er führte die Zuhörer ein in das romantische Programm auf höchstem Niveau, für das passend zum Beeethoven-Jahr mit dem Adagio und Allegro aus dem Ballett „Die Geschöpfe des Prometheus“ von Ludwig van Beethoven zauberhafte Musik ausgesucht worden war. Im Fokus der Komposition steht die Harfe, die viele Komponisten des 19. Jahrhunderts als Orchesterinstrument schätzten. Vor allem in den romanischen Ländern erfreute sie sich großer Beliebtheit. Die Wiener Klassik konnte damit nur wenig anfangen. Beethoven schrieb dieses eine Stück nur, weil er damals in einem Harfenhaushalt unterrichtete.

Musik auch von Debussy und Schubert

Das Trio für Flöte, Viola und Harfe von Claude Debussy, Vertreter der französischen impressionistischen Musikrichtung, ist das schönste Trio des Komponisten für diese außerordentliche Besetzung. Jeder Satz bescherte dem Publikum einen Genuss besonderer und unterschiedlicher Art, wenn auch für die Liebhaber konventioneller klassischer Musik diese Klänge vielleicht teils ein wenig gewöhnungsbedürftig daherkamen. Flötistin Renate Kehr verzauberte im Dialog mit den Streichern in großer Harmonie.Das Allegro moderato aus der weltberühmten „Arpeggione-Sonate“ für Violoncello und Harfe von Franz Schubert steht in Zusammenhang mit einem zeitgenössischen Instrumentenbauer in Wien und dessen heute fast vergessenem Instrument, dem Arpeggione, das im Jahr 1820 durchaus populär war. Acht Akkorde konnten darauf gespielt werden, die auch auf Harfe und Cello sehr schön klangen. Als eine Rarität hatte das Kammerorchester das wohl von Ludwig van Beethoven scherzhaft titulierte Kammermusikstück „Duo für zwei obligate Augengläser“ mitgebracht. Der Name bezieht sich vermutlich auf Beethoven selbst, der sehr gut Bratsche spielte, und seinen Freund, einen Cellisten. Lucas Freund (Viola) und Philipp Schweikhardt (Violoncello) spielten das anspruchsvolle Stück und begeisterten damit die Zuhörer.

Eine Entdeckung: Jean Cras

Einen Nischenkomponist kündigte Volker Müller zum Konzertschluss an. Selbst ihnen, den Musikern, sei Jean Cras, ein Zeitgenosse von Debussy, kein Begriff gewesen, bis sie das wunderbare Werk des Marineoffiziers gehört hätten, der sich die Musik selbst beigebracht habe. Und wirklich – ein absolutes Muss für Liebhaber und Kenner der französischen Kammermusik erklang. Mit „Quintett“ hat der in Brest geborene Komponist wohl an das Meer gedacht und es geschafft, diese Stimmung, wie das Rauschen der Wellen, die fröhliche Unbeschwertheit beim Flanieren am Strand oder auch das Spiel der Wolken, musikalisch wunderbar umzusetzen.Die Musikerinnen und Musiker freuten sich über den Applaus des Publikums und beschenkten es als Zugabe mit dem ausdrucksvollen Pas de Deux, der Ballettmusik aus „Giselle“ von Adolphe Adam.

Würdigung durch Nicolaus Graf von Hatzfeldt

Nicolaus Graf von Hatzfeldt, Mitglied des Arbeitskreises Kultur/Wissener Eigenart, bedankte sich bei Organisator Jochen Stentenbach, der ganz viel getan habe, um die Matinee im Kulturwerk zu ermöglichen, aber auch bei den vielen helfenden Händen und natürlich beim Geschäftsführer des Kulturwerks, Dominik Weitershagen, der alles so perfekt „gewuppt“ habe.„Es ist eine ganz schwierige Zeit für die Kultur, und wenn man so etwas wie dieses Konzert erleben will, dann wäre es schön, wenn Sie mithelfen“, so Graf Hatzfeldt, der auch Mitglied im Förderverein des Kulturwerks ist, abschließend zu den Zuhörern.

Autor:

Gaby Wertebach (Freie Mitarbeiterin) aus Betzdorf

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