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Sommerkonzert der Philharmonie Südwestfalen unter besonderen Bedingungen
Virtuos und filigran

Die Sängerin Jeannette Wernecke, die Sologeigerin Evgenia Gelen (l.), der Dirigent Gabriel Feltz und die Streicher der Philharmonie Südwestfalen boten ein tolles Sommerkonzert  im Wissener Kulturwerk, das auch im  Bad Berleburger Bürgerhaus stattfinden sollte.
  • Die Sängerin Jeannette Wernecke, die Sologeigerin Evgenia Gelen (l.), der Dirigent Gabriel Feltz und die Streicher der Philharmonie Südwestfalen boten ein tolles Sommerkonzert im Wissener Kulturwerk, das auch im Bad Berleburger Bürgerhaus stattfinden sollte.
  • Foto: Isabel Lippitz
  • hochgeladen von Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin)

lip - Zwei Solistinnen; Jeannette Wernecke und  Evgenia Gelen, begeisterten mit der Philharmonie Südwestfalen beim Sommerkonzert. 
lip Wissen/Bad Berleburg.  Wer wissen will, wie Corona-Konzerte großartig funktionieren, der gehe ins Kulturwerk Wissen. Das taten am Samstagabend ca. 120 Musikbegeisterte und einige per Stream zugeschaltete Zuhörer. Die 700 Plätze fassende ehemalige Weißblechhalle ist ein eindrucksvoller, riesiger Konzertsaal mit einer großen Bühne, auf der die 23 Streicher der Philharmonie Südwestfalen und ein Cembalo gut Abstand halten konnten. Unter dem kundigen, anschmiegsam begleitenden Dirigat von Gabriel Feltz, Dortmunder Chef-Dirigent, sang Jeannette Wernecke zu Beginn die Motette für Sopran und Streicher RV 626 „In furore iustissimae irae“ von Vivaldi.

lip - Zwei Solistinnen; Jeannette Wernecke und  Evgenia Gelen, begeisterten mit der Philharmonie Südwestfalen beim Sommerkonzert. 
lip Wissen/Bad Berleburg.  Wer wissen will, wie Corona-Konzerte großartig funktionieren, der gehe ins Kulturwerk Wissen. Das taten am Samstagabend ca. 120 Musikbegeisterte und einige per Stream zugeschaltete Zuhörer. Die 700 Plätze fassende ehemalige Weißblechhalle ist ein eindrucksvoller, riesiger Konzertsaal mit einer großen Bühne, auf der die 23 Streicher der Philharmonie Südwestfalen und ein Cembalo gut Abstand halten konnten. Unter dem kundigen, anschmiegsam begleitenden Dirigat von Gabriel Feltz, Dortmunder Chef-Dirigent, sang Jeannette Wernecke zu Beginn die Motette für Sopran und Streicher RV 626 „In furore iustissimae irae“ von Vivaldi. In blitzenden Koloraturen, dramatischen Spitzentönen und wilden Ausbrüchen machte sie dem „gerechten Zorn“ der Arie Luft. Ihre sehr helle, bewegliche Stimme, vom Streichorchester rasant begleitet, trug bis in die hintersten Reihen der Halle.

Jeannette Wernecke: "beste Nachwuchssängerin"

 Die junge Sängerin wurde 2004 von der Zeitschrift „Opernwelt“ zur besten Nachwuchssängerin“ gewählt. Dass sie auch sanfte, atemlange Liedpassagen wunderbar singen kann, zeigte sie in „Abendempfindung“ von Mozart. Die herbsüßen Gedanken über ein Wiedersehen nach dem Tod gestaltete sie intensiv und beseelt. Das Orchester folgte hochaufmerksam den Gesten von Gabriel Feltz: eine stimmungsvolle Szenerie!
Fantasievoll verziert kam das lyrisch schöne „Ridente la calma“ daher und wurde vom rasanten und witzigen „Un moto di gioia“ (einer Zusatzarie für die „Figaro“-Susanne) gefolgt. Ein Tribut ans Beethovenjahr: In der dramatischen Szene und Arie „No, non turbati“ (1801) zog Jeannette Wernecke alle Register ihrer auch in der Tiefe präsenten Stimme. In Tempo, Klangfarbe und Dynamik waren die Streicher stets Mitgestalter ihres Vortrags. Das Publikum dankte mit begeistertem Applaus.

Hochvirtuos: Evgenia Gelen

Eine hochvirtuose Leistung und einen enormen Kraftakt vollbrachte die zweite Solistin des Konzertes, die mit vielen Preisen bedachte, weitgereiste Violinistin und Konzertmeisterin des hiesigen Orchesters, Evgenia Gelen. In der zweiten Hälfte erklangen alle vier Violinkonzerte aus dem Zyklus „Le quattro stagioni“ op. 8 Nr.1 von Vivaldi. Wie der durch das Programm führende Dirigent bemerkte, gehören die „Vier Jahreszeiten“ zu den 25 bekanntesten klassischen Werken.
Wer dachte, allzu Bekanntem zu begegnen, wurde sehr angenehm überrascht. Die im Stehen musizierenden Streicher und die Cembalistin spielten die barocken Konzerte wunderbar vibratoarm, dynamisch und klanglich perfekt ausgefeilt.

Ein Jahr im Klang mit Vivaldis "Jahreszeiten"

Das von Evgenia Gelen angeführte „Frühlings“- Vogelterzett zwitscherte zauberhaft mit Sangmin Park und Evgeny Selitsky um die Wette, um immer wieder von frostigen Schauern der Tuttigeiger vertrieben zu werden. Dem duftig zarten Largo folgte der heitere „Schlager“: „Danza pastorale“ mit ihren schmerzlich süßen, chromatischen Soloeinwürfen. „L´estate“ bot schwüle Klangfarbenruhe und blitzdurchzuckte Sommergewitter, Doppelgriffsoli und scharfe „sul-ponticello“- Donner. Tänzerisch klangvoll wechselten sich Solo und Tutti im „Herbst“ ab. Die zaubrische Pianissimo-Klangfläche des leuchtenden Adagios ließ von golden ruhigen Septembertagen träumen. Handfest, aber hochvirtuos ging es in der „Caccia“ zu, einem Wechsel zwischen Tanz und Solokaskaden. Der „Winter“ begann mit starr und monoton gekratzten Streichertönen, unterbrochen von Sologeige und Continuo-Cello (Erik Asgeirsson), die auch im „Largo“ mit melodiösen Eskapaden an kunstvolles Schlittschuhlaufen bei Schneeflockenfall (tolles Pizzikato) denken ließen. Stockend leise begann der letzte Satz, um im Fortissimo kraftvoll aufbrausend zu enden. Blumen und großer, langer Applaus dankte Solistin, Dirigent  und  Streichern der Philharmonie Südwestfalen für den außergewöhnlich schönen Abend.

Programm auch in Bad Berleburg

Das Konzert erklang am Sonntag ebenfalls im Bürgerhaus Bad Berleburg.
Isabel Lippitz

Autor:

Redaktion Kultur

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