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Spannende Lesung im Kulturwerk mit Friedrich Dönhoff machte Lust auf mehr
Wer ist der Mörder?

Friedrich Dönhoff las im Kulturwerk Wissen aus seinem Krimi „Heimliche Herrscher“, im Rahmen der 19. Westerwälder Literaturtage.
  • Friedrich Dönhoff las im Kulturwerk Wissen aus seinem Krimi „Heimliche Herrscher“, im Rahmen der 19. Westerwälder Literaturtage.
  • Foto: Gaby Wertebach
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gum - Der Großneffe der Publizistin MarionGräfin Dönhoff stellte
„Heimliche Herrscher“ im Kulturwerk Wissen im Rahmen der 19. Westerwälder Literaturtage  vor.

gum Wissen. Es wurde spannend am Dienstagabend im Kulturwerk in Wissen. Zur Lesung des neuen Krimis von Friedrich Dönhoff mit dem Titel „Heimliche Herrscher“ fanden sich zahlreiche Zuhörer ein, darunter viele begeisterte Krimileserinnen und -leser, die auch nicht enttäuscht wurden. Maria Bastian-Erll, die organisatorische Leiterin der 19. Westerwälder Literaturtage (WW-Lit), dankte erst einmal dem Geschäftsführer des Kulturwerks, Dominik Weitershagen, der mit seinem Team in gewohnter Weise alles perfekt organisiert hatte.

gum - Der Großneffe der Publizistin MarionGräfin Dönhoff stellte
„Heimliche Herrscher“ im Kulturwerk Wissen im Rahmen der 19. Westerwälder Literaturtage  vor.

gum Wissen. Es wurde spannend am Dienstagabend im Kulturwerk in Wissen. Zur Lesung des neuen Krimis von Friedrich Dönhoff mit dem Titel „Heimliche Herrscher“ fanden sich zahlreiche Zuhörer ein, darunter viele begeisterte Krimileserinnen und -leser, die auch nicht enttäuscht wurden. Maria Bastian-Erll, die organisatorische Leiterin der 19. Westerwälder Literaturtage (WW-Lit), dankte erst einmal dem Geschäftsführer des Kulturwerks, Dominik Weitershagen, der mit seinem Team in gewohnter Weise alles perfekt organisiert hatte. Sie freute sich über alle, die gekommen waren, um die Lesung des Autors Friedrich Dönhoff zu hören, der bereits zum dritten Mal bei den Literaturtagen dabei war, die unter dem Thema „Nordlichter“ stehen.

Erste Lesung nach Corona-Lockdown

 Für Dönhoff war es die erste Lesung seit Beginn der Corona-Pandemie und für WW-Lit einer der wenigen Termine, die nicht verschoben werden mussten. Der Kriminalroman „Heimliche Herrscher“ ist für den Autor, der seine Werke im Diogenes-Verlag veröffentlicht, bereits der vierte Band der Reihe mit dem jungen Kommissar Sebastian Fink, dessen Figur er 2008 erfand. „Der ist annähernd fast so sympathisch wie der Autor und unterscheidet sich ganz substantiell von den üblichen ,Tatort‘-Kommissaren“, befand Bastian-Erll. „Die Figuren entwickeln sich oft anders, als man denkt“, so Dönhoff, der sich immer erst einen genauen Plan macht und dann losschreibt. Der Mörder in seinem ersten Buch sei immer netter geworden, sodass er irgendwann gedacht habe: Den kann man ja als Mörder gar nicht mehr glaubwürdig präsentieren. Das habe das Ganze letztlich allerdings viel interessanter gemacht.
Auch der Rentner Volker Gollenhauer, Witwer und Besitzer eines Rauhaardackels, sei ihm beim Schreiben immer sympathischer geworden und mittlerweile eine seiner Lieblingsfiguren. Mit angenehmer Stimme trug der Autor Passagen aus dem neuen Buch vor, die zum Bedauern der Zuhörer natürlich an besonders spannenden Stellen endeten.

Sebastian Fink: ein normaler Kommissar

Sebastian Fink ist ein Hamburger Kommissar. Sein Zuhause ist momentan bei seiner neuen Freundin Marissa, die als DJ in einem Club tätig ist. Sie sind ein eigenartiges Paar, der leicht spießige Kommissar und die durchgeknallte Marissa, und sorgen damit für beste Unterhaltung.
Hauptthema im neuen Buch ist gleich eine ganze Mordserie, der sehr unterschiedliche Menschen zum Opfer fallen. Ein Abiturient muss sterben wie auch ein älterer Herr und eine Zahnärztin. Welche Verbindung besteht zwischen den Opfern? Klar ist nur: Es ist immer derselbe Täter.
Die Geschichte sorgte für Spannung pur, beim Vorlesen einer unheimlichen Passage bekamen die Anwesenden Gänsehaut, erfuhren allerdings nicht, ob ein um Hilfe rufendes Opfer zu Tode kommt: „Ich muss leider sagen, ich weiß es auch noch nicht, da die Lesung ja jetzt erst beginnt“, schmunzelte Dönhoff. „Vielleicht können wir sogar den Täter stellen, aber das kann ich nicht versprechen.“ „Die am häufigsten gestellte Frage“, ob der Dackel überlebe, die könne er allerdings beantworten: Das sei der Fall.

Dönhoff beantwortete viele Fragen

Im anschließenden Gespräch zwischen Bastian-Erll und Dönhoff erfuhren die Zuhörer noch allerlei Wissenswertes über den interessanten Werdegang des Autors, u. a. auch, warum er zu Diogenes gekommen ist und dass es im neuen Buch über Sebastian Fink im weitesten Sinne um Menschenhandel geht.
Dönhoff skizzierte kurz die Themen der vorangegangenen Bände und erläuterte, warum seine Figur des Kommissars entgegen der Norm wenig private Probleme habe: „Die Fälle, um die es geht, die sind schon schlimm genug.“
Er finde an Krimis nicht die Gewalt interessant, sondern die gesellschaftlichen Fragen, die aufgeworfen werden, und wie die Menschen darauf reagieren. Mordszenen könne er schlecht beschreiben. Im ersten Buch habe er den Mord bis zum Schluss ausgelassen. Er habe die ganze Nacht schlecht geschlafen, weil er gewusst habe: „Morgen muss ich den Mord begehen.“
Maria Bastian-Erll dankte abschließend dem Autor mit einem Präsent für die Lesung, bevor die begeisterten Zuhörerinnen und Zuhörer Schlange standen, um die Bücher signieren zu lassen.

Autor:

Gaby Wertebach (Freie Mitarbeiterin) aus Betzdorf

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