Neues Rathaus in Wissen
Architekten aus Münster erhalten Zuschlag

Vier Geschosse im Haupttrakt, eine Etage im Nebengebäude (links) und ein großzügiger Vorplatz: Das Büro Heimspiel Architekten aus Münster hat sich mit seinem Entwurf durchgesetzt.
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  • Vier Geschosse im Haupttrakt, eine Etage im Nebengebäude (links) und ein großzügiger Vorplatz: Das Büro Heimspiel Architekten aus Münster hat sich mit seinem Entwurf durchgesetzt.
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dach Wissen. „Was ’ne Geburt!“, möchte man sagen, ja, lauthals herausrufen. Endlich soll die Verbandsgemeinde Wissen ein neues Rathaus bekommen. Jetzt aber wirklich. Oder um es mit den Worten von Oliver Kahn, nach hartem Kampf und zähem Ringen, auszudrücken: „Das ist das Ding!“
In der Sitzung des Verbandsgemeinderates am Dienstag stellte Marc Matzken vom Büro Heimspiel Architekten aus Münster den Entwurf vor, der nach einer europaweiten Ausschreibung und bei einer zweitägigen Klausur der „Projektgruppe Rathaus“ die meisten Punkte eingefahren hatte. Der Rat vergab am Ende auch formell den Auftrag zur Planung der Architektur (Komplettkosten: 629.000 Euro). Dasselbe ist für die Tragwerksplanung (122.000 Euro) geschehen, für die das Büro Brendebach Ingenieure aus Wissen selbst verantwortlich zeichnen wird. Das Ausklügeln der technischen Innenausstattung (300.000 Euro) übernimmt das Büro G-TEC aus Siegen.

2015 kam das Projekt ins Stocken

Die Vorgeschichte umfasst mehrere Bände: Bereits 2007 hatte der Rat einen Beschluss gefasst, nicht mehr in das bestehende Rathaus zu investieren. 2013 stellte man dann die Weichen für einen Neubau neben der Westerwald-Bank-Filiale. 2015 kam das Projekt wegen der Kommunalreform und einer möglichen Fusion zunächst ins Stocken. Zeit genug, um die Sache noch einmal auf den Kopf zu stellen. Es kamen Alternativen ins Spiel: Sollte man nicht besser ein bestehendes Gebäude beziehen? Im Herbst 2016 kam es zur vermeintlich finalen Entscheidung: Der VG-Rat stimmte erneut dafür, gegenüber neu zu bauen. Das beschwor aber Volkes Zorn herauf. 6,7 Millionen Euro Baukosten erschien manch einem horrend, vor allem im Angesicht der sowieso bereits sehr hohen Verschuldung. Die Politik gab nach. „Wir haben verstanden“, sagte damals Berno Neuhoff – noch nicht Bürgermeister – in einer emotional geführten Bürgerversammlung im Kulturwerk: Niemand wolle jetzt mehr einen Neubau.

Ein Neubau sei doch günstiger

Doch nach und nach fielen die Alternativen in sich zusammen, zuletzt die Variante ehemaliges Katasteramt. Umbau- und Folgekosten sowie „Restlaufzeit“: Summa summarum stellte sich – nach eingehender und teurer Untersuchung – heraus, dass ein Neubau (auf Jahrzehnte gerechnet) doch günstiger kommt. Und nur für eine solche Variante gibt es die nötigen Fördermittel aus Mainz.
Im Prinzip steht man jetzt also dort, wo man Mitte des vergangenen Jahrzehnts bereits einmal war. Auch damals gab es schon einen Entwurf für einen Neubau. Immerhin: Der Standort ist nun ein anderer. Und aufgrund des gemeinsamen Leidenswegs bis hierher stemmt sich nun niemand mehr gegen das Projekt.

Verschiedene Varianten kommen infrage

Marc Matzken erläuterte seinen Entwurf: Das Hauptgebäude besteht aus vier Geschossen, wobei das unterste teilweise im Hang verschwindet. Hier liegt auch der Haupteingang samt Bürgerbüro. In den drei Etagen darüber sind Büros vorgesehen, windmühlenflügelartig um einen „Kern“ angeordnet, in dem Treppe, Aufzug und Toiletten angeordnet sind. Im eingeschossigen Nebengebäude sollen ein Versammlungsraum sowie das Trauzimmer unterkommen. Der Bau entsteht hinter dem jetzigen Rathaus (das während der Bauphase stehen bleiben soll), davor nach dessen Abriss ein großzügiger Platz.

Legten dem Verbandsgemeinderat den bisherigen Stand der Planungen dar (v. l.): Christian Freischlad (G-TEC), Marc Matzken (Heimspiel Architekten) und Markus Brendebach (Brendebach Ingenieure).
  • Legten dem Verbandsgemeinderat den bisherigen Stand der Planungen dar (v. l.): Christian Freischlad (G-TEC), Marc Matzken (Heimspiel Architekten) und Markus Brendebach (Brendebach Ingenieure).
  • Foto: dach
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Aus welchem Material das neue Rathaus gebaut werden wird, steht noch nicht fest, wie Markus Brendebach und seine Kollegen sagten. Es kommen demnach unterschiedliche Varianten infrage, auch Hybridbauweisen. Das wird alles auch eine Kostenfrage sein.

Bürgermeister Neuhoff sprach von einer „vornehmen Architektur“, Hermann-Josef Solbach (CDU/FDP-Fraktion) von einem „gelungenen Entwurf“. Hubert Wagner (FWG): „Es ist sehr vielversprechend.“ Sebastian Pattberg (Grüne) meinte, man sei den Mitarbeitern schuldig, das Projekt nun ins Ziel zu tragen. Bernhard Klappert (SPD) vertrat die Auffassung, man müsse alles tun, um „den Termin im Oktober“ zu halten. Dann muss der Förderantrag vorliegen, um den sogenannten Investitionsstock anzapfen zu können. Das sah Selbach genauso: Dies müsse „unter allen Umständen gelingen“.

Vier Geschosse im Haupttrakt, eine Etage im Nebengebäude (links) und ein großzügiger Vorplatz: Das Büro Heimspiel Architekten aus Münster hat sich mit seinem Entwurf durchgesetzt.
Legten dem Verbandsgemeinderat den bisherigen Stand der Planungen dar (v. l.): Christian Freischlad (G-TEC), Marc Matzken (Heimspiel Architekten) und Markus Brendebach (Brendebach Ingenieure).
Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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