Aus vier maroden Etagen werden drei moderne

Westerwaldbank baut Filiale in Wissen um / Investitionsvolumen: 2,5 Mill. Euro / Verbandsgemeinde mietet Sitzungssaal

damo Wissen. Aus vier maroden Stockwerken werden drei hochmoderne: Die Westerwaldbank baut ihre Filiale in Wissen um. Und dabei wird das Gebäude an der Rathausstraße nicht nur renoviert, sondern von Grund auf überarbeitet. Das wird schon am Investitionsvolumen deutlich, dass die Westerwaldbank stemmt: Der Umbau dürfte rund 2,5 Millionen Euro kosten. Profitieren wird davon aber nicht nur das Kreditinstitut, denn auch die Verbandsgemeinde Wissen sitzt als angehende Mieterin des 1. Obergeschosses mit im Boot. All das wurde am Montagnachmittag bei einer Pressekonferenz deutlich, zu der Aufsichtsrat und Vorstand der Bank eingeladen hatten.

Dem Vorstandsvorsitzenden Hans-Theo Macke war deutlich anzumerken, dass er die geplante Baumaßnahme sehr begrüßt – auch wenn er angesichts seines geplanten Wechsels nach Hamburg nicht mehr selbst von der Schaffung der modernen Filiale profitieren wird (die SZ berichtete). Denn während Macke zum Januar das heimische Kreditinstitut verlässt, wird die Neugestaltung des großen Gebäudes sicher noch anderthalb Jahre in Anspruch nehmen. Für die Mitarbeiter und die Kunden wird die Bauzeit mit Unannehmlichkeiten verbunden sein: Während in dem Gebäude gearbeitet wird, muss der gesamte Kundenverkehr in eigens aufgestellten Containern abgewickelt werden. »Für unsere Mitarbeiter beginnt eine knochenharte Zeit«, räumte Macke ein – aber dafür werden sie mit einem topmodernen Arbeitsumfeld entschädigt.

Denn das, was die Architekturbüros Sauerland (Hachenburg) und Graf (Dermbach) ausgetüftelt haben, kann sich sehen lassen. Sie wollen aus dem Gebäude, das laut Macke in keiner Weise mehr den Ansprüchen eines modernen Kreditinstituts genügt und massive bauliche Mängel aufweist, ein zeitgemäßes Kundendienstleistungszentrum aufbauen.

Das beginnt mit einer kompletten Umgestaltung des Erdgeschosses: Hier wird ein trichterförmiger Eingangsbereich geschaffen, der die Kunden zu zwei glaslosen Info-Ständen leitet. Dort werden die an sog. »Twinsafes« arbeitenden Mitarbeiter sämtliche Geldtransfers vornehmen können. Rundum sind helle Büros angeordnet, die die nötige Diskretion und das passende Ambiente für Kundengespräche bieten sollen. Ein umfangreiches SB-Terminal im Eingangsbereich rundet das Service-Angebot ab – und zwar zum Vorteil der Kunden, wie Macke erklärte: »Hier können die Kunden ihre Bankgeschäfte rund um die Uhr an hochmodernen Automaten tätigen.« Sogar die Tresoranlage stehe für Depot-Zwecke 24 Stunden täglich zur Verfügung. Stichwort Tresor: Im Keller wird laut Macke eine Anlage gebaut, die dem aktuellen Stand der Technik entspricht; zudem werden hier z.B. Sozialräume eingerichtet.

Außerdem entsteht im Kellergeschoss ein Eingangsportal, das speziell für den Mieter des 1. Obergeschosses angelegt wird: Damit ist laut Macke sichergestellt, dass die Mitarbeiter des Wissener Rathauses jederzeit – und sogar mit behindertengerechten Aufzügen – in »ihr« Stockwerk kommen. Denn: Schon jetzt steht fest, dass die Verbandsgemeinde das 1. Stockwerk mieten wird. Denn seit dem erzwungenen Rückbau des Hochhauses neben dem Rathaus fehlt der Verwaltung bekanntlich ein Sitzungsaaal. Bald nicht mehr, denn im neuen Volksbank-Gebäude werden die Wissener Gemeindevertreter nicht nur einen großen Sitzungssaal beziehen können, sondern auch mehrere kleine Besprechungsräume.

Das bedeutet: »Die Odyssee durch die Stadt hat ein Ende«, berichtete Bürgermeister Michael Wagener bei der Pressekonferenz. Vorerst soll die Etage im gegenüber dem Rathaus gelegenen Bankgebäude für fünf Jahre angemietet werden. Angesichts der großen Aufgaben, die den Etat der Gemeinde belasten (Stichworte Walzwerk, Regiobahnhof, Bäderkonzept) ist die Verbandsgemeinde laut Wagener froh, dass die Westerwaldbank ihr ein Domizil anbietet. »Diese Lösung ist für unseren Haushalt sehr gut«, sagte Wagener.

Zudem passe der Umbau hervorragend ins städtebauliche Konzept, das ja im Zuge der städtischen Neugliederung wegen des Regiobahnhofs eine Umgestaltung des Rathausumfelds vorsieht. Wageners Fazit war folglich ein explizites Dankeschön an den Nachbarn. Macke gab den Dank prompt zurück: Ohne einen Mieter für das 1. Obergeschoss sei der Umbau nicht zu realisieren gewesen – schließlich müsse man bei diesen Investionssummen sehr auf die Wirtschaftlichkeit achten.

Das derzeitige 2. Obergeschoss wird beim Umbau zurückgebaut; laut Macke ist der Verzicht auf das Stockwerk die wirtschaftlichste Lösung – zumal die Bank ihre Verwaltung ohnehin zentral in Hachenburg angesiedelt hat und somit keinen eigenen Trakt mehr benötigt.

Jetzt wird »mit Hochdruck« an den Baugenehmigungen gearbeitet, sagte Macke. Wenn alles glatt läuft, kann die eigentliche Baumaßnahme noch in diesem Herbst beginnen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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