AWo schippert durch unruhige See

Thorsten Wehner bleibt »Steuermann« / Satzung soll flexibler machen

rai Birken. »Wir sind auf einem guten Weg, aber wir sind noch nicht am Ziel«, sagte der wiedergewählte Vorsitzende des AWo-Kreisverbandes Altenkirchen, Thorsten Wehner, am Samstag auf der Kreiskonferenz im Bürgerhaus Birken: Mit 47 Stimmen und einer Nein-Stimme (eine Enthaltung, eine ungültig) wurde er für seine zweite Amtszeit an der Spitze des Kreisverbandes für vier Jahre bestätigt. Harmonisch verlief die Versammlung, zu der sich 50 Delegierte aus den sieben Ortsvereinen eingefunden hatten, um einen Vorstand zu wählen und sich eine neue Satzung zu geben.

Grußworte entrichteten zuvor der stellv. Ortsvereinsvorsitzende von Niederschelderhütte, Detlef Feuring, und der Ortsbürgermeister von Mudersbach, Maik Köhler. Seit vier Jahren steht Wehner (Wissen) an der Spitze des Kreisverbandes. Damals hatte er den Posten von dem inzwischen verstorbenen Artur Reinschmidt übernommen. Der damalige Vorsitzende hatte in seinem Bericht die kritische finanzielle Situation des Kreisverbandes und sinkende Mitgliederzahlen angesprochen. Es war prognostiziert worden, dass die Geschäftsstelle in Betzdorf so nicht mehr zu halten sei. Von den einstigen Sorgen könne keine Rede mehr sein, so Wehner, aber: »Auch wenn wir den Rückgang unserer Mitgliederzahlen gebremst haben, so ist es doch immer noch ein Rückgang«.

Bei noch 1000 Mitgliedern vor vier Jahren hat sich deren Zahl bei etwa 880 eingependelt. Ein wichtiges Ziel sei es gewesen, für die Awo und für »unsere« Sache Mitstreiter zu suchen, so der Kreisvorsitzende. Man habe zudem versucht da tätig zu werden, wo man meine, dass die Kernkompetenzen lägen, berichtete Wehner und sagte weiter: »Unsere älteren Mitmenschen, das sind in der Regel diejenigen, die zur Awo eine besondere Verbindung haben.« So wolle man sich besonders um Senioren kümmern.

Damit spannte er einen Bogen zu den begonnenen Maßnahmen in der Arbeitsförderung. Mit diesen biete die Awo niedrigschwellige und kostenlose Dienstleistungen an, von denen beide Seiten profitieren würden. 42 Menschen, etwa Langzeitarbeitslose, sind in der Maßnahme tätig, wobei 160 Klienten betreut werden. »Beides zusammen, Qualifizierung von arbeitslosen Menschen und das Sich-Kümmern und Ernstnehmen unserer älteren Mitmenschen, das soll unser Markenzeichen sein«, betonte Wehner. In seinem Bericht erwähnte Wehner ferner, dass der Kreisverband seit dem Frühjahr eine der vier Koordinierungsstellen für die Qualifizierung von Seniorentrainern ist. Auch jungen Menschen und Familien widmet sich die Awo. So sei der Kreisverband initiativ bei der Gründung eines »Lokalen Bündnisses für Familien« in Wissen. In Hamm und Altenkirchen wurde ein Streetworker finanziell unterstützt.

Bundesweit habe man die Frage zu beantworten, wie der Wohlfahrtsverband seine Grundsätze in Einklang mit wirtschaftlicher Unternehmensführung bringen könne. In diesem Zusammenhang erwähnte er die zu verabschiedende neue Satzung. »Eine, die es uns ermöglicht, unsere Aktivitäten vernünftig fortzuführen.« In der verabschiedeten Satzung wurde festgelegt, dass statt zwei stellvertretenden Vorsitzenden, Kassierer und Schriftführer künftig neben dem Vorsitzenden vier gleichberechtigte Stellvertreter gewählt werden, die für bestimmte Aufgabenbereiche verantwortlich sind. Ein weiterer wichtiger Punkt steht unter »Sicherung der Steuerbegünstigung«: »Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke«. Eberhard Reinschmidt (OV Daaden), der aus gesundheitlichen Gründen nach vier Jahren nicht mehr als Kassierer kandidierte, legte die Bücher offen und berichtete von getätigten Investitionen für die komplette Infrastruktur. Bei den Wahlen zu den gleichberechtigten stellvertretenden Vorsitzenden ergab sich dann folgendes Bild: Klaus Käfer (OV Altenkirchen; Kasse), Daniel Nauroth (OV Wissen; Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), Brigitte Trippler (OV Daaden; Mitgliederorganisation) und Horst Gutacker (OV Betzdorf; kümmert sich weiterhin um die Bindung zwischen Ehrenamt und Ortsvereinen sowie professionellem Teil). Aus zeitlichen Gründen und nach zwölf Jahren als einer der stellv. Vorsitzenden kandidierte Reinhold Bröhl (OV Daaden) nicht mehr. Als Beisitzer wurden gewählt: Christel Langenbach (OV Hamm), Eberhard Reinschmidt (OV Daaden), Uwe Becker (Herdorf), Inge Betz (Niederschelderhütte), Ingrid Gutacker (OV Betzdorf), Elisabeth Siefert (OV Wissen) und Alfred Bay (OV Altenkirchen).

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