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Bergbau wird großgeschrieben
Barbara-Grundschule soll "Geoschule" werden

Die Barbara-Grundschule in Katzwinkel soll „Geoschule“ werden. Die 130-jährige Bergbau-Tradition des Ortes könnte regulärer Teil des Unterrichts werden, verbunden mit einem ganzheitlichen Blick auf die Ressourcen von Mutter Erde.
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  • Die Barbara-Grundschule in Katzwinkel soll „Geoschule“ werden. Die 130-jährige Bergbau-Tradition des Ortes könnte regulärer Teil des Unterrichts werden, verbunden mit einem ganzheitlichen Blick auf die Ressourcen von Mutter Erde.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

goeb Katzwinkel. Demnächst wird der Bergbau zum regulären Bestandteil des Unterrichts an der Barbara-Grundschule Katzwinkel. Geht es nach Ortsbürgermeister Hubert Becher, wird auch der Schriftzug des Schulnamens deutlicher von der Straße aus zu erkennen sein. Die heilige Barbara, das wissen Kundige, ist die Schutzpatronin der Bergleute. „Und Katzwinkel haben 130 Jahre Bergbau geprägt“, lässt sich Becher im SZ-Gespräch ein.
Attraktiv für junge FamilienFür die Dorfgemeinschaft ist es natürlich toll, Schule, Kita und Glück-auf-Halle nah beieinander zu haben. Ein entscheidender Vorteil auch gegenüber Orten, die keine dieser Einrichtungen haben. Denn junge Familien schauen danach, ob es dort, wo sie ein Haus bauen oder kaufen möchten, so etwas gibt.

goeb Katzwinkel. Demnächst wird der Bergbau zum regulären Bestandteil des Unterrichts an der Barbara-Grundschule Katzwinkel. Geht es nach Ortsbürgermeister Hubert Becher, wird auch der Schriftzug des Schulnamens deutlicher von der Straße aus zu erkennen sein. Die heilige Barbara, das wissen Kundige, ist die Schutzpatronin der Bergleute. „Und Katzwinkel haben 130 Jahre Bergbau geprägt“, lässt sich Becher im SZ-Gespräch ein.

Attraktiv für junge Familien

Für die Dorfgemeinschaft ist es natürlich toll, Schule, Kita und Glück-auf-Halle nah beieinander zu haben. Ein entscheidender Vorteil auch gegenüber Orten, die keine dieser Einrichtungen haben. Denn junge Familien schauen danach, ob es dort, wo sie ein Haus bauen oder kaufen möchten, so etwas gibt.
67 Grundschulkinder besuchen derzeit die Schule, in die in den vergangenen Jahren wieder vermehrt investiert worden ist. Und da die Brieftasche in Katzwinkel wie in allen Gemeinden nicht locker sitzt, freut sich der Ortsbürgermeister über die vielen ehrenamtlichen Helfer.

Mütter und Väter packen mit an

„Stellvertretend möchte ich Mareike Otterbach nennen“, sagt er. Der Elternbeirat erkannte, dass die schlechte Finanzausstattung der Ortschaft Wünsche offen lässt. Zehn Mütter und Väter übernahmen spontan die Malerarbeiten an zwei Außenwänden. Gerüst und Farbe stellte die Gemeinde.
Im Frühjahr lässt die Gemeinde als Schulträgerin vom ehemaligen Putzmittelraum aus eine Außentür als zweiten Fluchtweg einbauen – Ergebnis einer Brandschutzbegehung.
Zwar ist Katzwinkel sog. Schwerpunktgemeinde, kann also auf acht Jahre staatliche Förderung privater und kommunaler Projekte vertrauen, gleichwohl hängen die Trauben manchmal noch hoch. Weil seitens des Landkreises Altenkirchen (Kommunalaufsicht) infolge der Überschuldung dem Ort ein Sparkorsett angelegt worden ist, konnten selbst Förderprojekte nicht in der gewünschten Form durchgezogen werden, weil den Aufsehern der von Katzwinkel zu leistende Eigenanteil zu hoch erschien. Dass sich durch solche Manöver die Katze in den Schwanz beißt, liegt auf der Hand. Hubert Becher fehlt manchmal das Verständnis für solche Manöver.

Schaustollen an Schule saniert

Ein herausragendes Projekt dieser Art ist die sanierte Schaustollenanlage an der Schule mit Stollenmund (symbolisch), Fördergerüst und Bähnchen. Die Seilscheibe soll in Zukunft auf der Verkehrsinsel der nahen Landesstraße ihren endgültigen Platz finden.
Und hier schließt sich der Kreis zum eingangs erwähnten Unterricht. Die Grundschule soll „Geoschule“ werden, ein Prädikat, das u. a. dann erteilt werden kann, wenn besondere Bezüge zur Erdgeschichte bestehen. Dazu zählt auch der Bergbau.
Becher geht sogar noch einen Schritt weiter: „Man könnte Analogien knüpfen zum Raubbau an der Erde“, meint er. Nicht nur das Thema Erneuerbare Energien soll im Unterricht behandelt werden. „Es wird ja immer deutlicher, was der Mensch auf der Erde anrichtet. Und wenn man etwas nachhaltig verändern will, muss man bei den Kindern bereits die Grundlagen dafür legen.“
Die Geoschule mit angeschlossenem Geotop soll einen zwei Meter hohen Steinquader als Wahrzeichen bekommen. Die Barbara-Grundschule wird dann auch ans entsprechende Wegenetz im Geflecht der Geotope angeschlossen.

Baugebiete sorgen für Nachwuchs

Dass in Zukunft genügend Kinder die Einrichtungen besuchen, dafür sorgen die Baugebiete. Neben Oberkatzwinkel II dürfte in fünf bis sieben Jahren, wenn Baureife da ist, das Neubaugebiet Schönbornsfeld mit 25 Grundstücken für „Nachwuchs“ sorgen. Einen Steinwurf von Schule und Kita entfernt, erübrigen sich Mama- bzw- Papataxi.
„Und weil wir dort Zugang zu einem 800 Meter tiefen alten Schacht haben, wollen wir mit Geothermie heizen“, ergänzt der Ortsbürgermeister. Mit dem heißen Wasser aus der Erde könnten neben Kita, Schule und Turnhalle auch eventuell weitere Gebäude wie die Glück-auf-Halle beheizt werden. Andreas Goebel

Die Barbara-Grundschule in Katzwinkel soll „Geoschule“ werden. Die 130-jährige Bergbau-Tradition des Ortes könnte regulärer Teil des Unterrichts werden, verbunden mit einem ganzheitlichen Blick auf die Ressourcen von Mutter Erde.
In einigen Jahren soll das Baugebiet Schönbornsfeld erschlossen worden sein. Deren Bewohner hätten es nicht weit zu Kita, Schule oder Glück-auf-Halle.
Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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