Bergbaugeschichte lebendig dargestellt

Ausstellung erinnerte an das Ende der Grube »Eupel«/Ehemalige Bergleute halfen kräftig mit

bise Hövels. »Glück auf« hieß es am Samstagmorgen, als Ortsbürgermeisterin Edeltrud Ottersbach die Mineralien- und Grubenausstellung im Bürgerhaus eröffnete, die an die vor genau 40 Jahren still gelegte Grube »Eupel« erinnern sollte. Der Spielmannszug »Alte Kameraden« Niederhövels stimmte die zahlreichen Gäste musikalisch auf die außergewöhnliche Ausstellung ein, die neben vielen Erinnerungsstücken aus der Blütezeit der Grube imposante Mineralienfunde der Region und aus aller Welt präsentierte. Bei den Gästen war die ein oder andere Bergmannsuniform zu sehen. Diese ehemaligen Bergleute hatten Edeltrud Ottersbach tatkräftig unterstützt, so dass die Ausstellung überhaupt zustande kommen konnte. Die Ortsbürgermeisterin bedankte sich bei allen beteiligten Bergleuten, den fleißigen Damen, die für das leibliche Wohl sorgten, und auch bei Bergbaufachmann Norbert Langenbach, der die Präsentation mit Exponaten aus seiner Sammlung bereicherte. Unter den Gästen war auch der Leiter des Bergbaumuseums in Sassenroth, Achim Heinz, der Grüße von Landrat Dr. Alfred Beth überbrachte. Wissens Bürgermeister Michael Wagener wurde vom Beigeordneten Hermann Becher vertreten, dafür war aber sein Gebhardshainer Kollege Konrad Schwan persönlich der Einladung gefolgt. Edeltrud Ottersbach, selbst Tochter eines Bergmanns, erinnerte an die Zeit, als die Grube »Eupel« noch in Betrieb war und man die gefundenen Mineralien als nichts Außergewöhnliches betrachtet und erst später ihren Wert erkannt habe. Hermann Becher erläuterte, dass man noch kurz vor der Stilllegung der Grube im Jahr 1964 hohe Investitionen getätigt habe, so dass »Eupel« zu den modernsten Gruben ihrer Zeit gehört habe. Etwa 350 Bergleute verloren ihre Arbeit in der Grube, die bereits 1652 in einer Urkunde Erwähnung fand. Die Bergmannssiedlung entstand zwischen 1870 und 1873, und nach kurzer Stilllegung Anfang des 20. Jahrhunderts begann man »Eupel« mit anderen Gruben zu verbinden. Becher erklärte, er sei sicher, dass die Ausstellung bleibende Eindrücke aus der bergmännischen Vergangenheit der Region hinterlassen werde.

Dem schloss sich auch Achim Heinz vom Bergbaumuseum an. Es ginge nicht darum, die Bergmannszeit zu verklären, denn immerhin seien viele Kameraden der Staublunge zum Opfer gefallen, sondern es solle gezeigt werden, dass 1964 eine 2500 Jahre alte Tradition im Siegerland ihr Ende gefunden habe. Allerdings sei die Montangeschichte heute so lebendig wie nie zuvor. »Auch wenn die Lich- ter der Bergmannssiedlung erloschen sind. Wir zünden sie wieder an«, sagte Heinz.

Dazu bei trugen unter vielen anderen der 86-jährige Karl Pieter, der 23 Jahre lang die Schmalspurbahn fuhr, oder auch Norbert Eutebach, der 16 Jahre lang auf einigen der heimischen Gruben arbeitete. Alle anwesenden Bergleute halfen, die Erinnerung an die Grube »Eupel« lebendig zu halten.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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