Beth steht klar zur Erweiterung der BBS Wissen

35 Jahre Berufsbildende Schule in Wissen: Landrat sicherte beim »Tag der offenen Tür« seine Unterstützung zu/Über 700 Gäste

ruth Wissen. Ein klares Bekenntnis zum Schulstandort Wissen und damit zur Erweiterung der Berufsbildenden Schule gab gestern Landrat Dr. Alfred Beth, als er Schulleiter Reinhold Krämer zum 35-jährigen Bestehen der Schule gratulierte und sich beim »Tag der offenen Tür«–von der Leistungsfähigkeit dieser Bildungseinrichtung überzeugte. Auch Bürgermeister Michael Wagener (Wissen) ließ keinen Zweifel daran, dass die Stadt und die Verbandsgemeinde Wissen hinter der BBS stehen: »Wenn hier etwas getan werden muss, wird sich Wissen nicht verweigern«, so der Wissener Rathauschef.

730 Gäste begrüßt

Die BBS nutzte ihren Geburtstag, um sich wieder einmal der Öffentlichkeit vorzustellen und damit allen Schülern aus dem Kreis Altenkirchen Gelegenheit zu geben, sich über ihre Berufsziele und die dazu notwendige Ausbildung zu informieren. So hatten Schulleiter Krämer und sein Stellvertreter Peter Wilking alle Hände voll zu tun. Denn zu den 1805 Schülern und Lehrern, die die BBS im normalen Schulalltag »beherbergen«, kamen gestern noch einmal rund 730 externe Schüler hinzu. Dazu jede Menge »Geburtstagsgäste« und Kollegen –– zumindest gestern hatte die BBS ein richtiges Raumproblem.

In seinem Glückwunsch erinnerte sich Landrat Beth an seine erste Begegnung mit der BBS. Das war 1980 bei seinem Einstandsbesuch als Landrat. Damals zeigte man ihm ein undichtes Flachdach, Architektursünden der 70er Jahre. Darüber kann Beth heute nur noch lachen. Er betonte in seiner Ansprache, wie wichtig gerade in der heutigen Zeit eine gute Schulausbildung sei und dass vor allem die Eltern einen großen Teil dazu beitragen können. Beth versicherte, dass der Kreis bemüht sei, im Rahmen seiner Aufgaben die Schule auszustatten und zu unterhalten. »Der Kreis lässt sich die Schule etwas kosten. 12 Mill. Euro an laufenden Kosten. Davon sind allein 6 Mill. Euro Beförderungskosten«, rechnete Beth vor. Mit seinem Bekenntnis zum BBS-Standort Wissen will Beth nicht etwa die Beförderungskosten für die fünf Klassen einsparen, die zurzeit in der Außenstelle Mudersbach untergebracht sind. »Das hat etwas mit dem pädagogischen Konzept zu tun«, so Beth. »Wir wollen die BBS als eine Einheit begreifen und dazu ist eine Außenstelle nicht gerade förderlich«. Reinhold Krämer und seine Kollegen haben mit einer internen Umstrukturierung ihren Beitrag zur Raumeinsparung geleistet. So verzichtet die Schule bewusst auf die bereits von der ADD genehmigten 13 Klassen und kommt mit acht neuen Klassenräumen aus. Deswegen wurde unter anderem der Samstagsunterricht wieder eingeführt. Zurzeit nutzt die Schule auch fünf »provisorische« Klassenräume, die nicht über die notwendige Ausstattung verfügen. Sie sollen später bei Bedarf für Förderunterricht genutzt werden.

Fehler wurde in Kirchen gemacht

Damit ist Krämer dem Kreis soweit entgegen gekommen, wie es das Raumangebot in Wissen zulässt. Der Kreis hat dies wiederum dankend zur Kenntnis genommen und will nun im kommenden Jahr die Planungsmittel für einen Anbau im Haushalt festschreiben. Dass bei einem Neubau das Mudersbacher Gebäude eines Tages vielleicht sogar leer stehen könnte, will Beth nicht »auf seine Kappe nehmen«. »Das Gebäude in Mudersbach hat nicht der Kreis gebaut, sondern Kirchen. Diesen Fehler müssen wir uns nicht anlasten«, so Beth. Seine Anspielung zielt auf den ehemaligen Bürgermeister Paul Wingendorf, unter dessen Regie damals in Mudersbach gebaut wurde.

Nach dem offiziellen Empfang und der Begrüßung der Gäste (u.a. MdL Franz Schwarz, MdL Dr. Enders, Ex-Schulleiter Dr. Roland Dosch) führte Reinhold Krämer seine Gäste durch die Ausstellungen, die die Schüler in dieser Woche vorbereitet haben. Angesichts der Fülle der Projekte – es gab über 50 verschiedene Einzelprojekte – konnte sich Landrat Beth nur einen Bruchteil dessen ansehen. So testete er bei den Einzelhandelskaufleuten, ob Cornflakes von Aldi, Lidl oder Rewe unterschiedlich gut schmecken und ihren Preis wert sind. Robert Dodik (EK 02, Windeck) ließ Beth dafür einmal Probekosten. Tobias Lievken (Stürzelbach) stellte Beth die neuesten Trends im Einzelhandel vor und gab dem Landrat eine kurze Einführung in Aloe Vera.

»Nostalgiecafé« eingerichtet

Kostproben aus ökologischem Anbau gab Michael Grollius dem Landrat zwischen Tür und Angel mit auf den Weg, und die angehenden Altenpfleger von der Außenstelle Mudersbach hatten sich mit der Theorie und Praxis der Altenpflege auseinander gesetzt. Sie empfingen den Landrat im »Nostalgiecafé«, wohin sie auch einige ihrer Patienten aus den verschiedenen Altenheimen im Kreis mitgebracht hatten. Eine Fotoausstellung »Schule früher und heute«–zeigte 35 Jahre BBS in Schwarzweiß- und Farbbildern. Die Klasse BWF 03 B hatte diese Ausstellung zusammengetragen. Frau Lüdgenau, eine ehemalige Lehrerin, hat ihre Bildersammlung zur Verfügung gestellt. Sie sollen später ins Schularchiv aufgenommen werden.

Über Gesundheitsberufe informierten die Schülerinnen der BS PKA. PKA steht für Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte und ist ein Lehrberuf, der in Apotheken zu finden ist. Die Schülerinnen (es gibt tatsächlich keinen Schüler in der Klasse) hatten ein Quiz vorbereitet, bei dem verschiedene Tee-Drogen erkannt werden mussten und Fragen zum menschlichen Körperbau gestellt wurden.

Anstrengende Woche

Für alle Beteiligten war es sicherlich eine aufregende und anstrengende Woche. Was bleibt, ist die Gewissheit, dass die BBS nicht wie andere Schulen im Nachbarkreis dem Rotstift zum Opfer fallen wird. Schließlich hat Beth zugesagt, beim runden Jubiläum, also in 15 Jahren, als Pensionär wieder hier zu sein. Dann möchte er sicherlich als der ehemalige Landrat begrüßt werden, der das Dach der Schule vor 50 Jahren repariert und den Anbau möglich gemacht hat.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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