Dalex – mit altem Namen zu neuem Erfolg

Investoren unterzeichneten Kaufvertrag:

Am Standort Wissen bleiben 130 Arbeitsplätze erhalten/Bauckhage würdigt Engagement

thor Wissen. Es gibt sie doch noch – jene Unternehmer, die aus Verbundenheit mit einer Region den Sprung in zwar nicht ganz kaltes, dafür aber lauwarmes Wasser wagen. So ähnlich könnte man die Situation bei der traditionsreichen Firma Dalex in Wissen beschreiben. Nach der Insolvenz der Spezialfirma für Schweißanlagen im vergangenen Jahr sah es für den Standort an der Sieg zappenduster aus. Der gestrige Tag allerdings war mehr als nur der Silberstreif am Horizont. Mit den Unterschriften von Insolvenzverwalter Dirk Obermüller und Ulrich Eichling als Vertreter einer Investorengruppe unter den Kaufvertrag blickt man bei Dalex wieder optimistisch in die Zukunft: Aus der Dalex Niepenberg GmbH & Co. KG wird die Dalex Schweißmaschinen GmbH & Co. KG.

Neben Kapital auch Herzblut

Zusammen mit Eichling haben Fritz Mayinger, Heribert Heinz, Ulrich Brucherseifer, Raimund Konradi, Franz Rudolf und Josef Sanktjohannser sowie Hans Nink ein Konzept entwickelt, mit dem der Name Dalex weiter auf dem Markt bestehen soll. Dabei war nicht nur Kapital gefragt, sondern auch viel Herzblut. Kein Wunder also, dass der gestern anwesende Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage das Engagement der Investoren, die künftig als Gesellschafter firmieren, in höchsten Tönen lobte. Nun habe Dalex, auch dank des großen Know how der Mitarbeiter, wieder eine Perspektive. Besonders erfreulich in den Augen Bauckhages: Zehn Ausbildungsplätze konnten in Wissen gerettet werden.

Bis es soweit war, musste allerdings ein schmerzhafter Weg gegangen werden. Von den einstmals rund 280 Arbeitsplätzen bleiben »nur« etwas mehr als 130 erhalten (plus 22 im Tochterunternehmen in Breidenbach/Hessen). Allerdings hatten viele Mitarbeiter zuvor den Weg in eine Beschäftigungsgesellschaft gewählt bzw. folgten dem Ruf nach Morsbach, wo sich eine Gruppe mit der Lichtbogen-Abteilung selbstständig gemacht hat. So sprach Insolvenzverwalter Obermüller von einer »den Umständen entsprechend positiven Arbeitsplatzbilanz«.

»Die enge regionale Bindung aller Investoren an die Region Wissen war letztlich Ausschlag gebend, sich mit dem Thema Dalex auseinander zu setzen. Der Wegfall von so vielen qualifizierten Arbeitsplätzen wäre bei einem Verschwinden von Dalex für die Region nördlicher Westerwald und alle darin wurzelnden Unternehmen ein schmerzhafter Einschnitt gewesen«, sagte Ulrich Eichling, der designierte neue Geschäftsführer. In einer knappen Ansprache erklärte er den Gästen, dass das Unternehmen künftig auf drei Standbeine gestellt werden solle. Zunächst wolle man an die Erfolge der klassischen Widerstands-Schweißmaschinen aus der Vergangenheit anknüpfen und diesen international ausbauen. Dann werde man die Entwicklung und Produktion von Schweißzangen forcieren und in diesem Bereich allen Automobilherstellern einen umfangreichen Service aus einer Hand anbieten. Der dritte Bereich, so Eichling, werde die Erweiterung der Sparte »Sonderanlagen« auf neue Verfahren unter Verwendung von Industrierobotern sein.

Für Eichling war der gestrige Tag der Start zu einem »mutigen Neuanfang«. Allerdings müsse nun noch die Finanzierung dieses gewaltigen Projekts in trockene Tücher gebracht werden. »Unser Ziel ist es, am 1. Mai durchzustarten«, gab der neue Geschäftsführer die zeitliche Marschroute vor. Höflich gab er den ihm und den anderen Investoren erteilten Dank zurück. Im Insolvenzverfahren hätten alle an einem Strang gezogen: Von Minister Bauckhage über Landrat Dr. Alfred Beth und Bürgermeister Michael Wagener bis zu Peter Althausen von der IG Metall und den Betriebsrat um Willi Günter – und nicht zuletzt die gesamte Belegschaft.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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