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Ferienspaß im Alten Zollhaus
Das (fast) älteste Haus der Stadt

Die „Siegpiraten“ hatten bereits eine Flussdurchquerung hinter sich, als sie am Alten Zollhaus eintrafen.
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  • Die „Siegpiraten“ hatten bereits eine Flussdurchquerung hinter sich, als sie am Alten Zollhaus eintrafen.
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goeb Wissen. Nein, das Alte Zollhaus in Wissen ist nicht das älteste Gebäude der Stadt. Das Schloss in Schönstein hält den Rekord, aber das Zollhaus, Baujahr 1805, ist älter als jedes andere Wohnhaus in der Stadt. Der Gewölbekeller mit Tonnengewölbe aus Bruchstein, den sich die „Siegpiraten“ unter der Leitung von Stadtbürgermeister Berno Neuhoff gestern anschauen durften, dürfte bereits 400 Jahre alt sein. Durch die Gemächer führte die etwa zwei Dutzend Kinder, die einen prächtigen Tag im Rahmen der städtischen Ferienspaß-Aktion genossen, der neue Hauseigentümer: Hjalmar Hütte.

Es ist derzeit ein Kommen und Gehen von Handwerkern und es wird im Innern gehämmert und geschliffen und gefliest. Die Stadt hat ihm das baulich schwer angeschlagene, unter Denkmalschutz stehende Gebäude verkauft.

goeb Wissen. Nein, das Alte Zollhaus in Wissen ist nicht das älteste Gebäude der Stadt. Das Schloss in Schönstein hält den Rekord, aber das Zollhaus, Baujahr 1805, ist älter als jedes andere Wohnhaus in der Stadt. Der Gewölbekeller mit Tonnengewölbe aus Bruchstein, den sich die „Siegpiraten“ unter der Leitung von Stadtbürgermeister Berno Neuhoff gestern anschauen durften, dürfte bereits 400 Jahre alt sein. Durch die Gemächer führte die etwa zwei Dutzend Kinder, die einen prächtigen Tag im Rahmen der städtischen Ferienspaß-Aktion genossen, der neue Hauseigentümer: Hjalmar Hütte.

Es ist derzeit ein Kommen und Gehen von Handwerkern und es wird im Innern gehämmert und geschliffen und gefliest. Die Stadt hat ihm das baulich schwer angeschlagene, unter Denkmalschutz stehende Gebäude verkauft. Für das Geld, verriet der Stadtbürgermeister den Sieben- bis Zwölfjährigen, baue die Stadt nun die Steinbuschanlage neu.

Laut Eigentümer entstehen in dem bis September renovierten Haupthaus zwei große, etwa 120 Quadratmeter messende Mietwohnungen und im Nebengebäude zwei weitere.

Die Fassade ist bereits saniert worden. Die weißgetünchten Gefache, von denen einige ersetzt werden mussten, heben sich ab vom tiefschwarz gestrichenen Gebälk, von dem ebenfalls Teile hatten ausgetauscht werden müssen.

Wie auf alten Abbildungen zu sehen, verfügt das Alte Zollhaus nun auch wieder über hölzerne Fensterläden. Drinnen erkundigten sich die Ferienkinder nach den frisch verputzten Wänden, die einen angenehmen Geruch nach Erde verströmten. Das seien Lehmputzwände, erklärte ihnen der neue Besitzer. Sie sind übrigens Teil der Dämmung, die innen auf Holzfaserplatte aufgebracht worden ist.

Von den Kindern wussten einige bereits, was es mit dem Zoll auf sich hat. Die Sieg bedeutete einst eine Grenze, und wer Ware vom Schönsteinischen ins Wildenburgische und umgekehrt brachte, der musste Zoll bezahlen. In der Regel wurde das Zollhaus verpachtet. Der Pächter hatte nicht nur die Ware zu kontrollieren und zu verzollen, er hatte auch die Auflage, eine Schankwirtschaft bereitzustellen und dort selbstgebrautes Bier zu verkaufen.

„Mist!“, ulkte der Stadtbürgermeister. „Das habe ich vergessen, dem Eigentümer in den Vertrag zu schreiben, dass er Bier brauen muss, wenn er das Haus haben will.“ Hjalmar Hütte gab amüsiert zurück, dass in dem Haus ruhig auch mal gefeiert werden kann. Er will den alten Gewölbekeller dafür reservieren und bei Bedarf heimelig beleuchten. Und an Bier wird ranzukommen sein.

Die Kinder erfuhren, dass hier früher auch eine alte Grubenbahn entlangführte, die Erzgestein aus Katzwinkel transportierte. Das Zollhaus erhob gar nicht mehr so lang Zölle. Es diente später als Forsthaus und gehörte mal dem RWE, ehe es die Stadt kaufte und wiederverkaufte.

Die Ferienspaß-Aktion für Grundschulkinder hat zum Ziel, den jungen Teilnehmern zum einen einen schönen Tag zu bereiten und ihnen zum anderen Wissenswertes über ihre Stadt zu vermitteln. Die „Siegpiraten“ hatten bereits eine Flussdurchquerung hinter sich, bei dem alle halbwegs nass geworden und einer vollends hineingefallen war.

Doch wegen des warmen Wetters war das nicht schlimm. Auf dem Programm standen u. a. noch eine Tunnelbesichtigung, Pizzaessen im Forsthaus, eine Walderkundung und abends ein Lagerfeuer mit Stockbrotessen. Begleitet wurden die Kinder dabei nicht nur vom Stadtbürgermeister, sondern auch von Friederike Boschen und Tochter Charlotte sowie Carina Schuhen von der Stadt Wissen.

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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