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Studie zum Impfen gegen Coronavirus
Deutlich weniger Nebenwirkungen bei Älteren

Prof. Dr. Helmut Wieler hat die Studie zu den Nebenwirkungen am Impfzentrum in Wissen durchgeführt.
  • Prof. Dr. Helmut Wieler hat die Studie zu den Nebenwirkungen am Impfzentrum in Wissen durchgeführt.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

dach Wissen. Mittlerweile liegt eine genauere Auswertung der Studie am Impfzentrum Wissen vor. Wie berichtet, hatte Prof. Dr. Helmut Wieler dort eine Befragung nach der ersten Impfung mit dem Biontech-Serum bezüglich Nebenwirkungen durchgeführt. 1073 Personen haben sich an der Studie beteiligt. Wieler hat die Befragten in zwei Gruppen eingeteilt. Die deutlich größere Kohorte bilden diejenigen, die 80 Jahre und älter sind. Hier haben sich 824 Männer und Frauen beteiligt. Zudem wurden 249 Personen befragt, die jünger sind.

Das Ergebnis: Bei den Älteren zeigten 632 (76,7 Prozent) keinerlei lokale oder systemische Nebenwirkung auf die Spritze. Bei den Jüngeren waren es 87 (34,9 Prozent).

dach Wissen. Mittlerweile liegt eine genauere Auswertung der Studie am Impfzentrum Wissen vor. Wie berichtet, hatte Prof. Dr. Helmut Wieler dort eine Befragung nach der ersten Impfung mit dem Biontech-Serum bezüglich Nebenwirkungen durchgeführt. 1073 Personen haben sich an der Studie beteiligt. Wieler hat die Befragten in zwei Gruppen eingeteilt. Die deutlich größere Kohorte bilden diejenigen, die 80 Jahre und älter sind. Hier haben sich 824 Männer und Frauen beteiligt. Zudem wurden 249 Personen befragt, die jünger sind.

Das Ergebnis: Bei den Älteren zeigten 632 (76,7 Prozent) keinerlei lokale oder systemische Nebenwirkung auf die Spritze. Bei den Jüngeren waren es 87 (34,9 Prozent). Eine lokale Nebenwirkung kann beispielsweise eine Rötung der Einstichstelle sein, eine systemische etwa eine Veränderung des Blutdrucks.

Kein Grund, sich vor Impfung gegen Coronavirus zu fürchten

Das erkläre auch, warum die Liste der Nebenwirkungen, die Biontech angebe, recht lang ausfalle, so Wieler im Telefonat mit der SZ. Denn die Zulangsstudie, bei der 30 000 bis 40 000 Menschen beteiligt waren, unterscheide lediglich in die Gruppen der 18- bis 55-Jährigen sowie in über 55-Jährige. Die über 80-Jährigen, die in Deutschland den Großteil der Priorisierungsgruppe 1 stelle, seien nicht eigens untersucht worden.

Nun sieht der pensionierte Oberstabsarzt der Bundeswehr im Ergebnis seiner Studie – zu deren intensiver Auswertung er einen Virologen oder Immunologen hinzuziehen möchte – „eine wichtige Botschaft“, vor allem für besonders Betagte: Es bestehe kein Grund, sich vor einer Impfung gegen das Coronavirus zu fürchten. Und darin sieht er einen von drei Gründen, warum über 80-Jährige im Einzelfall auf eine Impfung verzichten würden: Angst. Nicht selten seien Angehörige dieser Altersgruppe ängstlich. Hinzu komme eine gewisse Lethargie, und in manchen Fällen auch Demenz.

Hohe Impfquote wichtig

Dabei sei es wichtig, in allen Altersgruppen eine hohe Impfquote zu erreichen. Denn eine Herdenimmunität sei wohl erst dann gegeben, wenn – die weitere Verbreitung der Mutanten vorausgesetzt – einer Abdeckung von rund 80 Prozent erreicht wird. Daher solle man auf Impfverweigerer, so Wieler, „gesellschaftlich Druck ausüben“, etwa mit Vorteilen im Alltag für Geimpfte: „Da muss man auch mal ein bisschen Kante zeigen.“

Was die unter 80-Jährigen betrifft, möchte Wieler die Ergebnisse nun noch in weitere Altersgruppen herunterbrechen. Wobei der Professor bereits eine Einschätzung liefert: „Mein Eindruck ist schon: je jünger, desto stärker die Nebenwirkungen.“ Das könne viele Gründe haben. So würden ältere Menschen deutlich häufiger Schmerzmittel einnehmen, teils täglich. Manche stünden auch unter Antidepressiva. Fraglich sei auch, ob etwaige Nebenwirkungen in Zusammenhang mit einer Immunreaktion einhergehe. Auch sei belegt, dass bei jüngeren Menschen das Schmerzempfinden ausgeprägter sei.

Er selbst, so Wieler, habe keine Nebenwirkungen gespürt. Anfang Dezember habe er sich noch eine Grippe-Schutzimpfung geben lassen, so der 64-Jährige: „Die hab’ ich gemerkt.“

"Impfstoff, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat"

Der Nuklearmediziner mit Wohnsitz im Westerwaldkreis war im Übrigen über kameradschaftliche Beziehungen mit Landrat Dr. Peter Enders im Wissener Impfzentrum „gelandet“. Insgesamt sind hier drei ehemalige Bundeswehrärzte aktiv.

Vom Biontech-Serum hat Wieler im Übrigen eine sehr hohe Meinung. Das sei – rein medizinisch gesehen – „ein Impfstoff, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat“. Und dabei gehe das Mittel noch nicht einmal in die DNA, wie viele aufgrund der Neuentwicklung vermuteten. Dagegen sei der Stoff von AstraZeneca „old fashioned stuff“, also ein alter Hut, wenn man so will, weil er herkömmlich wirke. Wobei Wieler zuletzt auch dafür eine Lanze gebrochen hatte. Auch eine 70-prozentige Wirksamkeit sei um Längen besser, als komplett auf eine Impfung – und damit auf Schutz – zu verzichten.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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