Die Tochter wettert wie der Vater

Strauß-Tochter Monika Hohlmeier mit unterhaltsamem Wahlkampfauftritt in Wissen

Wissen. »Es ginge schneller, wenn wir bessere Straßen hätten«, witzelte Dr. Peter Enders. Der Landtagsabgeordnete hatte die undankbare Aufgabe, dem Publikum im brechend vollen kath. Pfarrheim zu verkünden, dass Monika Hohlmeier eine Dreiviertelstunde Verspätung hatte. Als die bayerische Kultusministerin und FJS-Tochter dann aber endlich in Wissen eintraf, gab es kaum mehr ein Halten im Saal. Jubelstürme und Standing Ovations: Die Christsoziale Monika Hohlmeier wurde schon gefeiert, bevor sie ein Wort gesprochen hatte.

Als sie das Mikro ergriffen hatte, wurde deutlich, dass sich für viele im Saal das Warten gelohnt hatte. Monika Hohlmeier zeigte, dass sie das Redetalent ihres Vaters Franz-Josef-Strauß offenbar geerbt hat. Energisch, wenn es gefragt war, pointiert, wenn es sich anbot und einfühlsam, wenn es gefordert war: Monika Hohlmeier machte ihren Streifzug durch die Bundespolitik zur unterhaltsamen Eine-Frau-Schau. Rente, Steuerpolitik, BSE, Trittin und Fischer: Hiebe für die Bundesregierung gab´s reichlich. Was fehlte, war allerdings der Blick nach Rheinland-Pfalz, der aus dem fernen Freistaat freilich schwerfallen kann.

Den Ministerpräsidenten Kurt Beck deckelte die Bayerin so: »Das Land Rheinland-Pfalz verdient einen guten Ministerpräsidenten – und keinen, der sich nur noch um Fußballübertragungen im Fernsehen kümmert.« Das war´s aber dann auch schon zur Landespolitik; lediglich die Feststellung kam noch, dass die hiesige Landtagswahl Symbolcharakter und deshalb bundesweite Bedeutung habe, und nur mit einem Machtwechsel in Mainz ein Bundesrats-Gegengewicht zu den »Berliner Fehlern« möglich sei.

Erst am Ende ihres anderthalbstündigen Vortrags widmete sich die bayerische Kultusministerin ihrem »Leib- und Magenthema«: der Schulpolitik – und die ist bekanntlich ein Paradethema der Christdemokraten im Wahlkampf. Ihr Credo: »Wir müssen junge Menschen nach ihrer Begabung fördern und nicht nach dem, was soziale Nivellierung ist.« Der Schulform Gesamtschule erteilte sie eine klare Absage. Es könne nicht erstrebenswert sein, alle Kinder zum Abitur zu treiben: »Was wollen wir mit vielen, vielen mittelmäßigen und unglücklichen Studenten? Mir ist ein guter Handwerker genau so lieb wie ein guter Professor.« Es gelte, die Haupt- und Realschulen wieder im sozialen Ansehen aufzuwerten.

Besuch ein gutes Omen?

Für dieses Ansinnen wünsche sie sich, bald wieder mehr CDU-Kollegen in der Kultusminister-Konferenz anzutreffen, bilanzierte Hohlmeier. Dr. Josef Rosenbauer und Dr. Peter Enders dankten der Referentin für ihre Unterstützung und werteten ihren Besuch als gutes Omen: Vor fünf Jahren war die Bayerin schon einmal im Wahlkampf in Wissen. »Damals haben wir gewonnen«, sagte Dr. Enders – und wird am Sonntag wissen, ob es diesmal wieder geklappt hat.

damo

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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