Ein »dickes Ei« zu Ostern

Das wird eine Stange Geld kosten:

Hauptschule Wissen einsturzgefährdet / Sperrung angeordnet

goeb Wissen. Ein bislang unbemerktes 33 Jahre altes Problem hat sich für die Wissener über die Ostertage als »dickes Ei« herausgestellt. Der Sanierungsbedarf der Konrad-Adenauer-Schule rangierte gestern Abend als kurzfristig in die Tagesordnung aufgenommener Punkt ganz oben auf der Liste der zu erörternden Themen.

Die schlechte Nachricht zuerst: Die Abstützung von Decken der Hauptschule wird den Säckel der Verbandsgemeinde um einige 100000 Euro »erleichtern«. Die Maßnahme – darüber herrschte gestern Einvernehmen – ist wegen der Gefährdung absolut unumgänglich und mit der Kreisverwaltung Altenkirchen als Bauaufsichtsbehörde bereits abgestimmt. Die gute Nachricht: Die Lehrer und Kinder hatten bislang großes Glück, dass ihnen nicht die Decke auf den Kopf gefallen ist.

Verwitterung und Rost

Aufgefallen war die Malaise unmittelbar vor den Ostertagen, als im Zuge von Unterhaltungsmaßnahmen an den Stützen in Block A und B nicht nur Risse und Blasen festgestellt worden waren, sondern, tiefer liegend, erhebliche Verwitterungen und Rost an den Stützen und Unterzügen. Beim Bau der Schule vor 30 Jahren war offenbar die notwendige Betonüberdeckung der Eisen nicht eingehalten worden.

Sicherheit geht vor

»Das hat uns aus dem Blauen heraus getroffen« schilderte Bürgermeister Michael Wagener, der sich während der Ostertage mit dem Problem herumgeschlagen hatte. Er berichtete, dass er kurz davor gestanden habe, auf dem Gelände der Schule eine Zeltstadt aufbauen zu lassen. Wagener: »Ich sah die Priorität in der Sicherheit der Menschen. Wir haben keine Panik veranstaltet, allerdings haben wir auch keine falschen Kompromisse gemacht.« Wagener dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz über die Feiertage.

Etagen gesperrt

Allerdings entschärften die Untersuchungen der hinzugezogenen Ingenieure die Situation. Mit Baustützen als Provisorium kann die drohende Katastrophe abgewendet werden. Bis dahin bleiben allerdings in Block A die dritte Etage und in Block B die dritte und vierte Etage gesperrt. Als Sofortmaßnahme soll außerdem die Kiesschüttung von allen mehrgeschossigen Gebäuden entfernt werden. Wie sich herausgestellt hat, war die Schüttung in der statischen Berechnung gar nicht nachgewiesen. »Wir dachten zunächst, das seien ganz normale Abplatzungen« berichtete der Bürgermeister von der unschönen Entdeckung. Dann wurde unbürokratisch gehandelt: Die Verwaltung ließ sogleich Angebote von Fachbüros einholen. Eine zusätzliche innere Stützkonstruktion, so der Tenor der Fachleute, soll nach den Sommerferien fertig sein und die Lasten abfangen.

In der Schule ist man derweil zusammengerückt. Das Provisorium, die Baustützen, sollen schon ab Freitag eingebaut werden. Sie sehen zwar nicht schön aus, erfüllen allerdings ihren Zweck. »Ab Ende nächster Woche kann alles wieder voll genutzt werden«, stellte der Bürgermeister in Aussicht.

Ungewissheit über die Kosten

Und wie geht es weiter? Mit dem letzten Schultag, so Wagener, sollen bereits alle Aufträge für die Betonsanierung vergeben werden. Und in den Ferien muss die Sanierung abgeschlossen sein. Selbst eine Hausmarke, wie groß die Gesamtkosten sein werden, könne man zu diesem Zeitpunkt noch nicht geben, so Wagener. »Auf alle Fälle wird auf den Bauausschuss eine Menge Arbeit zukommen.« Auch der Rat muss für die Auftragsvergabe einmal zusätzlich zusammenkommen, ein zweiter Nachtragshaushalt wird unumgänglich sein, so Wagener weiter. Eine Alternative habe man nicht. »Wir haben da über 30 Jahre mit etwas gelebt, wobei, Gott sei Dank, nichts passiert ist.

»Diskutieren bringt nichts«

Hermann-Josef Selbach (CDU) teilte die Überraschung mit allen anderen Anwesenden. »Diskutieren bringt nichts«, meinte er. Man müsse handeln. Verwaltung und Bürgermeister hätten richtig reagiert.

»Es führt kein Weg daran vorbei, was wollen wir groß darüber reden«, empfahl auch Eva Maria Fuchs (SPD). Werner Alebrand (Bündnis 90/Die Grünen) kritisierte, dass der öffentliche Bauherr sich in der Vergangenheit mehr und mehr aus der Verantwortung gezogen hätte, und die Leistungen an externe Büros vergeben worden seien. »Aber nicht in diesem Fall«, konterte Wagener. Dies falle in den Verantwortungsbereich des Bauamtsleiters von vor über 30 Jahren. Angesichts der langen Zeit, die verstrichen sei, könne man jetzt niemanden mehr in Regress nehmen. Fazit: »Es kommt eine Menge Arbeit und Dreck auf uns zu.«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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