Ein Schildbürgerstreich auf dem Friedhof in Birken?

Maroder Asphalt-Weg wurde auf seltsame Art »saniert«

thor Birken. Helmut Pülmanns kann nur noch mit dem Kopf schütteln: »Wo die Gemeinde doch eh kein Geld mehr hat, dann wird hier noch so ein Blödsinn gemacht. Das ist schlimmer als vorher!« Pülmanns steht auf dem Friedhof in Birken und betrachtet die jüngste »Sanierungsmaßnahme« der Ortsgemeinde. Der einzige asphaltierte Weg ist in der Mitte von einer Art »Pflanzbeet« unterbrochen. Wer höher gelegene Grabstätten erreichen will, muss Umwege in Kauf nehmen oder seitlich ins Gras ausweichen. Auch wer z.B. mit einer Schubkarre naht, steht vor einem Rätsel bzw. Hindernis.

Statt Teer nur Mutterboden

Was war passiert? Einige Bürger des Mudersbacher Ortsteils hatte sich an die Gemeindeverwaltung mit der Bitte gewandt, jenen maroden Weg doch ein wenig auszubessern. Und tatsächlich rückten bald auf dem Friedhof die Gemeindearbeiter an. Doch als es dann ans Werk ging, wollte Helmut Pülmanns, der als Anwohner der Löhrstraße nur einen Steinwurf vom Friedhof entfernt wohnt, seinen Augen nicht trauen. Statt einer neuen Teerschicht wurde der Weg aufgerissen und mit Mutterboden »verfüllt«. Pülmanns dachte zunächst an einen schlechten Scherz, doch das Lachen verging ihm, als die Fläche zum Schluss mit Grassamen eingesät wurde.

Drei Wochen hat der Rentner nun abgewartet und die Reaktionen der Birkener gesammelt. »Alle sind nur am schimpfen. Da gibt es keinen, der das für gut befunden hat«, gibt er die allgemeine Stimmung wieder. Pülmanns verweist auf deutliche Baggerspuren unterhalb der »Sanierungsstelle«: »Da wurde noch mehr Schaden angerichtet.« Nicht nur er wundert sich im übrigen, warum man Grassamen sät, wenn im Siegerland noch mit Frostnächsten zu rechnen ist.

Dabei hat Pülmanns angesichts der finanziellen Situation der Gemeinde durchaus Verständnis dafür, dass derzeit keine aufwändige Instandsetzung des Weges erfolgen kann. Aber dann hätte man die Maßnahme doch lieber verschieben sollen. Als die SZ gemeinsam mit Pülmanns vor Ort ist, kommt eine weitere Anwohnerin vorbei. Auch sie empfindet die jetzige Lösung als unglücklich, stellt aber klar, dass die Bürger in Birken bestimmt bereit wären, mit anzupacken, wenn es denn zu einer vernünftigen Ausbesserung des Weges komme. So aber befürchtet man beim nächsten größeren Regen (und der kommt bestimmt), dass das Wasser den Berg hinunter rauscht und statt Gras nur Schlamm zu sehen sein wird. Denn die Abflussrinne befindet sich genau unterhalb des neuen »Beets«.

Göbel: Konzept für Friedhof abwarten

Auch Ortsbürgermeisterin Brigitte Göbel ist mit der Variante nicht gerade zufrieden, wie sie im Gespräch mit der SZ durchblicken ließ. Man habe aber handeln müssen, weil der mittlere Teil des Weges nicht mehr begehbar gewesen sei und das Bauamt in Kirchen eine Sperrung angekündigt habe. Die Ortsbürgermeisterin verwies darauf, dass man zunächst das Gesamtkonzept für den Friedhof in Birken abwarten wolle, »bevor mit 3000 Euro gefuddelt wird«. In etwa vier bis sechs Wochen werde die Kommission für die Friedhofsgestaltung erneut beraten. »Wenn es nach mir geht, wird der Weg wieder bituminös befestigt«, sagte Brigitte Göbel.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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