»Ein Sieg über die eigenen Probleme«

Abschlussfeier im Christlichen Jugenddorf ganz im Zeichen der Socken-Kampagne

rai Wissen. »Auf die Socken machen« – das Motto des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschland wurde bei einer Verabschiedungsfeier im kath. Jugendheim Wissen zu einem beflügelten Satz. Und buchstäblich umgesetzt haben das Motto 105 Jugendliche, die das Ziel der Berufsreife in einem einjährigen Berufsvorbereitungsjahr beim Christlichen Jugenddorf (CJD) Wissen erlangt haben.

»Ihr habt alle das Ziel erreicht, es ist ein Sieg über die eigenen Probleme«, sagte Jugenddorfleiter Heinz Wieland. Der Kurs war zunächst mit rund 125 Teilnehmern im Alter von 16 bis 19 Jahren gestartet. Von den 105 Absolventen, die jetzt verabschiedet wurden, hatten allein 51 den Hauptschulabschluss nachgeholt. Unisono motivierten alle Redner die Jugendlichen, weiterhin aktiv zu bleiben.

Auf die Socken gemacht hatten sich die Lehrgangsteilnehmer nicht nur für ihr eigenes berufliches Weiterkommen, ganz nach dem CJD-Devise »Jedem eine Chance«, sondern ebenso für die »Socken«-Aktion der Jugenddörfer (die SZ berichtete mehrfach). Der Wissener Jugenddorfrat hatte im Reichstagsgebäude in Berlin Promi-Socken gesammelt, ebenso bei einem Besuch im Europaparlament. Bei der Aktion geht es darum, sich solidarisch mit den jungen Menschen zu zeigen, die z.B. aufgrund von Lernschwäche oder Lernbehinderung für einen Start ins Berufsleben stabilisiert und gefördert werden müssen.

Mächtig ins Zeug gelegte für die Werbekampagne hatte sich der Strickclub Wallmenroth. Die Frauen hatten eine Riesensocke und viele kleine Ansteckersocken für die Abschlussfeier im Jugendheim gestrickt. »Die Arbeit für den guten Zweck hat uns viel Spaß gemacht«, sagten Hannelore Wacker und July Schlechtriemen. »Die Aktion soll dazu beitragen, dass die Schwachen nicht vergessen werden«, so Anja Schlosser, beim CJD Wissen für Pressearbeit zuständig.

Interesse erst in der Notlage

Die Kampagne habe eine große Resonanz bei den Menschen erzielt, berichtete pädagogischer Leiter Kurt Höblich, aber: »Es ist bedrückend, dass man erst in Notlage geraten muss, damit sich die Leute für einen interessieren.« Hintergrund der Aktion ist auch der allgegenwärtige Rotstift. »Ich glaube nicht, dass das Streichkonzert im Sozialen ein Ende hat«, meinte Höblich. Deshalb benötige man viele Menschen, die sich für benachteiligte Jugendliche auf die Socken machten.

»Die Jugendlichen haben sich auf den Weg gemacht, Mut gehabt, das Arbeitsamts-Angebot anzunehmen, und sind so ein gewaltiges Stück in ihrer Lebensgestaltung nach vorne gegangen«, betonte Norbert Litschko, Direktor der CJD-Zentrale Ebersbach. Es sei aber auch für die CJD kein leichtes Jahr gewesen, sagte Litschko und erinnerte an die »gewaltigen Umbrüche im Frühjahr«. Die eigentliche Diskussion sei noch nicht ausgetragen, meinte er. Ein »besonderes Jahr« sei es auch für ihn gewesen, sagte Hans-Werner Habrich von der Berufsberatung des Arbeitsamts Neuwied mit Verweis auf die Mittelsituation. Lange seien Folgemaßnahmen nicht sicher gewesen. Das habe auch das Jugenddorf Wissen betroffen, »aber für 2003 ist das Thema zunächst erledigt«, betonte Habrich. »Ohne Ausbildung habt ihr null Chancen«, motivierte er die Jungen und Mädchen. 60 Prozent haben bereits eine feste Stelle. Es gebe weitere Bewerbungsgespräche, sodass von einer Vermittlungsquote von etwa 80 Prozent auszugehen sei, berichtete Anja Schlosser.

»Viele Dinge klappen nicht beim ersten Mal, aber man kann sie im zweiten Anlauf schaffen«, sagte Europaabgeordnete Sabine Zissener und gratulierte den Absolventen. Ihre »besondere Wertschätzung« für das Geleistete drückte MdB Sabine Bätzing in ihrem Grußwort aus. »Wir dürfen bei Maßnahmen wie dem Förderlehrgang Jugendliche nicht sparen, denn die Rechnung geht nicht auf«, betonte sie ausdrücklich. »Manchmal war es ganz schön stressig«, blickte Timo Dietz (Jugenddorfrat) auf den einjährigen Lehrgang zurück und zeigte sich froh darüber, dass das Ziel erreicht worden sei. Weitere Informationen über die Socken-Aktion gibt es im Internet unter »cjd.s-day.org«.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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