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Photovoltaikanlage Kalteich/Dasberger Kopf
Fläche plötzlich verdoppelt

Auf der Kalteich und dem Dasberger Kopf soll eine Flächenphotovoltaikanlage entstehen: Der Ortsgemeinderat hat das Aufstellen eines Bebauungsplanes beschlossen.
  • Auf der Kalteich und dem Dasberger Kopf soll eine Flächenphotovoltaikanlage entstehen: Der Ortsgemeinderat hat das Aufstellen eines Bebauungsplanes beschlossen.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

rai Katzwinkel. Verdoppelt auf acht Hektar hat sich die Fläche, auf der eine Flächenphotovoltaikanlage im Bereich Kalteich/Dasberger Kopf Solarstrom erzeugen soll. Im Vorjahr hatte der Ortsgemeinderat diese Fläche favorisiert. Nun hat sich das Gremium erneut damit beschäftigt und das Aufstellen eines Bebauungsplanes beschlossen. Es kamen auch wieder kritische Stimmen auf: CDU-Ratsmitglied Michael Schäfer befürchtet, dass mit der Anlage landwirtschaftliche Flächen langfristig der Nahrungsmittelproduktion entzogen bleiben.

Im Juli 2020 hatten vier Antragsteller ihre Ideen und Standorte für Photovoltaik im Ortsgemeinderat vorgestellt. Im September hatte sich der Rat mehrheitlich bei zwei Nein- Stimmen für das Projekt „Kalteich“ ausgesprochen.

rai Katzwinkel. Verdoppelt auf acht Hektar hat sich die Fläche, auf der eine Flächenphotovoltaikanlage im Bereich Kalteich/Dasberger Kopf Solarstrom erzeugen soll. Im Vorjahr hatte der Ortsgemeinderat diese Fläche favorisiert. Nun hat sich das Gremium erneut damit beschäftigt und das Aufstellen eines Bebauungsplanes beschlossen. Es kamen auch wieder kritische Stimmen auf: CDU-Ratsmitglied Michael Schäfer befürchtet, dass mit der Anlage landwirtschaftliche Flächen langfristig der Nahrungsmittelproduktion entzogen bleiben.

Im Juli 2020 hatten vier Antragsteller ihre Ideen und Standorte für Photovoltaik im Ortsgemeinderat vorgestellt. Im September hatte sich der Rat mehrheitlich bei zwei Nein- Stimmen für das Projekt „Kalteich“ ausgesprochen. Bei der Präsentation war berichtet worden, dass dort auf vier Hektar vier Mega-Peak Strom erzeugt werden sollen. Inzwischen seien „die Pferde gewechselt“, so Ortsbürgermeister Hubert Becher. Demnach ist nun Enerparc AG Leipzig der Investor. Die ursprünglichen vier Hektar haben sich nun verdoppelt: Ein weiterer Grundbesitzer hat sich angeschlossen.

"Ich sehe noch einen langen Weg, bis die Dinger da stehen."
Hubert Becher
Ortsbürgermeister

Die nun acht Hektar im Bereich Kalteich/Dasberger Kopf grenzen sich nach oben mit der Alten Poststraße ab. An einem landwirtschaftlichen Anwesen vorbei verläuft die Fläche auf südlicher Seite in Richtung Siegtal. Über beide Grundstücke verläuft ein Gemeindeweg. Für den Ortsbürgermeister kann das ein Einstieg als Kommune bei dem Vorhaben sein. Weil damit Abstandsregeln entfallen, können mehr Module aufgestellt werden, so Becher, die Kommune könne noch ein paar Euro erwirtschaften.
Nachdem eine Planungskonzeption vorliegt, ging es bei der Sitzung um das Aufstellen eines Bebauungsplanes. Es gehe nur um das „Go“ für ein Antragsverfahren, so Becher: „Ich sehe noch einen langen Weg, bis die Dinger da stehen.“

Schafe unter den Modeulen?

Dem Vernehmen nach ist der Bereich, in dem die Anlage entstehen soll, im regionalen Raumordnungsplan als Vorrang- und Vorbehaltsfläche für die Landwirtschaft vermerkt. Im Rahmen des Raumordnungsverfahrens muss geklärt werden, ob es beim Bau Berührungspunkte gibt. Bei dem Verfahren soll neben vielen weiteren Belangen u.a. der Artenschutz berücksichtigt werden.

Für die Photovoltaikanlage sollen tischartige Unterkonstruktionen in den Boden gerammt werden. Die Module werden nach Süden ausgerichtet, die maximale Modulhöhe beträgt drei Meter. Unter den Elementen wäre das einfachste eine Schafbeweidung, hieß es. Der Zaun soll nicht übersteigbar gestaltet werden. Innerhalb dieser Grenzen sollen die Nebenanlagen errichtet werden.

Fläche für Landwirtschaft verloren

Christdemokrat Schäfer beklagte, dass immer mehr landwirtschaftliche Flächen versiegelt bzw. der Nahrungsmittelproduktion entzogen würden. Ursprünglich sei bei der Fläche von einer Nutzung von 20 Jahren gesprochen worden, nun seien es mindestens 25 Jahre. Er befürchtet, dass schließlich 40 bis 50 Jahre landwirtschaftlich nichts mehr passieren werde. Es sei nur der finanzielle Gedanke der Eigentümer, nichts Ökologisches. Sonst würde niemand dort etwas machen, meinte Schäfer, der sein Votum versagte.

Klimaneutralität benötigt Opfer

Dem hielt Ortsbürgermeister Becher entgegen, dass man im Ort sich dazu bekenne, klimaneutral unterwegs sein zu wollen und fragte: „Wie wollen wir das mit ein paar Modulen auf Dächern kompensieren?“ Man müsse dafür einen Beitrag leisten, unterstrich er: „Wir sollten das nicht an der Größe scheitern lassen.“ Er erinnerte daran, dass Katzwinkel im Ortswappen die Ähre für die Landwirtschaft führe. Das griff das fraktionslose Ratsmitglied Rüdiger Schneider auf: „Den Bergbau haben wir auch im Wappen, und den haben wir schon beerdigt.“ Aus seiner Sicht gibt es für Photovoltaik bessere Standorte wie „bei uns“. Schneider: „Wir sollten uns eher mit Windenergie beschäftigten, das macht mehr Sinn.“

Mit dem Ziel einer nachhaltigen städtebaulichen Entwicklung über die Erzeugung von Solarstrom wurde mit 15 Ja-Stimmen – bei zwei Nein und einer Enthaltung – das Aufstellen eines Bebauungsplanes beschlossen. Die Verwaltung in Wissen soll die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange durchführen.

Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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